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Vöhringen

07.02.2018

Ärger um den Adler in Vöhringen köchelt weiter

Das Kulturzentrum wurde nicht nur für Kultur, sondern auch für Vereine gebaut. Unter diesen gibt es einige, die mit der Bewirtung nicht zufrieden sind.
Bild: Ursula Katharina Balken

Der Zwist zwischen Akkordeon-Club und dem Pächter des Lokals besteht fort. Wie andere Städte derartige Probleme vermeiden.

Der Konflikt zwischen Max Harder vom Akkordeon-Club und Valentin Schierhuber vom Restaurant Schwarzer Adler ist noch nicht beigelegt. „Die Fronten sind noch zu verhärtet“, kommentiert Bürgermeister Karl Janson die derzeitige Situation nach Gesprächen mit den Beteiligten. Der Rathauschef ist als Schlichter aktiv. Ein gemeinsames Treffen zu dritt, um das Problem aus der Welt zu räumen, gab es bislang noch nicht, wird es aber geben.

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Wie berichtet, knirscht es zwischen dem Akkordeon-Club als Veranstalter und dem Pächter des Restaurants im Kulturzentrum, Schierhuber. Anlass für die Disharmonie war die Veranstaltung mit Alpenland Sepp im großen Saal. Da es an Bedienungen fehlte – zwei waren kurzfristig krankheitshalber ausgefallen –, hatte Schierhuber zwei Bars im Saal eingerichtet. Dort konnten sich die Besucher selbst versorgen. Es bildeten sich zu Beginn Warteschlangen, was keine Freude auslöste. „Man kann aus einem Kulturhaus keinen Selbstbedienungsladen machen“, hatte Harder unserer Zeitung gegenüber moniert. Knapp vier Wochen nach dem Auftritt des Alpenland Sepps wollte sich Harder zu dem Vorgang nicht mehr öffentlich äußern.

Allerdings steht der Akkordeon-Club nicht allein mit seiner Kritik da. Auch der Trachtenverein ist nicht glücklich über die Saalbewirtung bei Vereinsveranstaltungen. So sagt Vorsitzende Petra Ritter, „wenn zum Beispiel ein Theaterabend stattfindet, stört es die Spieler auf der Bühne sehr, wenn Unruhe im Saal entsteht. Die aber ist vorprogrammiert, wenn man sich sein Getränk selbst holen muss“. Beim Hoigarta im Saal des Kulturzentrums habe die Bedienung am Tisch „tippi-toppi geklappt“. Ritter ist vorsichtig mit einer Verurteilung. „Es funktioniert ja anderswo auch, vielleicht kann man sich mal umhören, wie andere Pächter großer Hallen das managen.“ Das Kulturzentrum, so betont Ritter, hat einen bestimmten Standard, das Haus hat Niveau, da passe es schlecht, wenn sich die Besucher nach Selbstbedienungsart selbst versorgen müssen.

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Gastwirt und Pächter Valentin Schierhuber kann die Kritik nicht nachvollziehen und führt wirtschaftliche Gründe ins Feld. Fünf Bedienungen an einem Abend kosten ihn nahezu 500 Euro. Von 350 Besuchern hätten am Alpenland-Sepp-Abend 80 ein Essen bestellt. Schierhuber führt das Restaurant, muss aber auch die gastronomische Versorgung für große Veranstaltungen im Saal sicherstellen.

Es gibt jedoch Veranstalter, die Selbstbedienung als selbstverständlich ansehen. Bei der großen Prunksitzung der Goldenen Elf im Saal des Edwin-Scharff-Hauses in Neu-Ulm waren Servicemitarbeiter auch dünn gesät, es gab gerade mal eine. Dass sich die Gäste Getränke oder auch ihr Essen draußen im Foyer selbst holten, war klar. Der Saal bietet bestuhlt 412 Personen Platz. Wie viel Personal eingesetzt wird, entscheidet der Veranstalter. So die Auskunft aus dem Tulip-Hotel, das vertragsmäßig bei Vereinsveranstaltungen die Bewirtung übernimmt. Keinesfalls könnten Vereine oder andere Gruppierungen und Gesellschaften das Catering selbst übernehmen. Es gebe durchaus die Möglichkeit, auf Selbstbedienung zu setzen. Es komme eben darauf an, was an Catering gewünscht wird. Das habe nie Probleme gegeben. So auch nicht bei der Prunksitzung. Der Präsident der Goldenen Elf, Jürgen Hofstätter, sagt auf Anfrage, es sei sogar vertragsmäßig festgelegt, dass die Tischdekoration finanziell Sache des Veranstalters ist. Auch lege der Verpächter, in diesem Fall das Tulip-Hotel, fest, wie viel Personal zum Einsatz kommt. „Wird viel Personal gebraucht, kostet das ja auch Geld“, sagt Hofstätter. Mit der Selbstbedienung habe es keine Beanstandungen gegeben, was andere Gäste auch bestätigen.

Eines macht Bürgermeister Janson klar: „Es wird keine Sonderregelungen für Vereine geben, falls dies erwartet wird. Herr Schierhuber ist Pächter des Restaurants Schwarzer Adler. Insoweit ist er auch zuständig für die Bewirtung der Gäste im großen Saal, wie diese konkret erfolgt, ist Sache des Pächters.“ Janson setzt auf ein gemeinsames Gespräch, „vielleicht ergibt sich dann noch eine Modifizierung“.

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