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Neu-Ulm/Ulm

02.01.2021

Albsteiger und Czisch blicken voraus: Wie wird 2021 für Neu-Ulm und Ulm?

Mit Maske und Abstand im leeren Sitzungssaal statt beim dicht gedrängten Neujahrsempfang: Die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger und Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch blicken dennoch optimistisch ins neue Jahr 2021.
Bild: Alexander Kaya

Plus Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger und Oberbürgermeister Gunter Czisch berichten von ihren Erfahrungen in der Corona-Krise. Und sie sprechen über die Aussichten für die kommenden Monate.

Katrin Albsteiger ist bekennender Fan von Neujahrsempfängen. Und besonders gefreut hat sie sich nach ihrer Wahl zur Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin auf den gemeinsamen Empfang der Städte Ulm und Neu-Ulm, der diesmal wieder auf bayerischer Seite stattgefunden hätte. Doch diese Premiere für Albsteiger fiel wegen Corona ins Wasser – wie so vieles andere. Statt an Neujahr im Edwin-Scharff-Haus trafen sich Katrin Albsteiger und Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch vorab zum Gespräch im Ulmer Rathaus. Dabei berichteten sie von ihren Erfahrungen im Corona-Jahr 2020 und verrieten, worauf sie sich im Jahr 2021 besonders freuen.

Katrin Albsteiger: Es gab ein unglaubliches nachbarschaftliches Engagement

„Das Jahr 2020 war nicht nur Corona, aber Corona spielte in jeden Bereich irgendwie rein“, sagt Katrin Albsteiger rückblickend. Das Beisammensein, Feste und Feiern, Kulturereignisse und Treffen mit Bürgern hätten gefehlt. „Es hat nicht das Lebendige in der Stadt gegeben – im Sommer ein bisschen, aber mit angezogener Handbremse“, so die Oberbürgermeisterin. Auf der anderen Seite habe es ein unglaubliches nachbarschaftliches Engagement und eine große Solidarität der Bürger gegeben. „In der Krise erlebt man schon, wie der Mensch tickt“, sagt Katrin Albsteiger. Und: „Die Wertschätzung der kleinen Dinge ist enorm gestiegen.“

Gunter Czisch: Die Stadt hat im Großen und Ganzen funktioniert

„Das Zwischenmenschliche hat wieder Konjunktur“, sagt Gunter Czisch. „Jetzt freut man sich auf jede Begegnung.“ Das Zusammenleben, die Familie, die Sorge umeinander seien während der Krise in den Vordergrund gerückt. Die Menschen seien ganz überwiegend sehr diszipliniert mit den Einschränkungen durch Corona umgegangen, so Czisch. „Ich nehme da eine große Verantwortungsbereitschaft wahr.“ Der Ulmer OB ist der Meinung: „Die Stadt hat im Großen und Ganzen funktioniert. Die Leute merken, dass sie sich darauf verlassen können.“ Und wenn es Kritik gebe, sei das auch in Ordnung. Allerdings stellt Czisch eine wachsende „Corona-Müdigkeit“ bei den Bürgern fest. Und auch seine Neu-Ulmer Amtskollegin bemerkt: „Das Durchhaltevermögen bröckelt.“ So reagierten manche Leute zunehmend gereizt auf die Vorschriften, sei es im Bürgerbüro oder auf dem Recyclinghof.

So soll die Neu-Ulmer Innenstadt stärker belebt werden

Albsteiger will deshalb Mut machen und sagt: „Es gibt auch eine Zeit nach Corona.“ Daher blicke sie „zuversichtlich optimistisch“ auf das Jahr 2021. Es gebe die begründete Hoffnung, dass es wieder aufwärtsgeht. „Ich gehe davon aus, dass das Leben im Frühjahr wieder zurückkommt.“ In Neu-Ulm solle die Außengastronomie ausgeweitet werden, etwa auf dem Petrusplatz. Um den Wirten entgegenzukommen, wolle die Stadt, wie bereits im vergangenen Jahr, auf Sondernutzungsgebühren verzichten. Auch der frühere Barfüßer-Biergarten solle im Frühling und Sommer erneut bespielt werden. Albsteiger hofft zudem, dass die Vereine sich wieder treffen können und es wieder viele Feste geben wird. „Ich glaube schon, dass wir im Jahr 2021 eine Aufbruchstimmung bekommen können“, sagt sie.

Der Ulmer Oberbürgermeister rechnet mit Einschränkungen bis Ostern

Die Belebung der Innenstadt ist auch für OB Gunter Czisch ein wichtiges Ziel. „Wir sollten alles tun, damit der Einzelhandel und die Gastronomie wieder auf die Beine kommen.“ Zunächst sei allerdings weiterhin Geduld gefragt. „Jetzt haben wir eine harte Zeit bis Mitte Januar“, sagt der Ulmer Oberbürgermeister. Und auch danach sieht er noch keine rasche Rückkehr zur Normalität: „Ohne Einschränkungen wird’s nicht gehen bis Ostern.“ Die nun gestarteten Impfzentren sind für Czisch aber ein Grund zum Optimismus. Wenn es gelinge, in den nächsten Monaten eine hohe Durchimpfung zu schaffen, „dann können wir viel entspannter darüber sprechen, was im Sommer passieren kann“. Sprich: Was alles geht und was (noch) nicht.

Das Fischerstechen in Ulm wird auf 2022 verschoben

Fest steht laut Czisch bereits: Das eigentlich für 2021 geplante Fischerstechen wird verschoben. Und auch das Internationale Donaufest, das voriges Jahr abgesagt werden musste, ist erst wieder für 2022 vorgesehen. Stattfinden soll dagegen dieses Jahr der Theatersommer auf der Wilhelmsburg mit „Dracula“ im Programm. Auch sollen Teile des Berblinger-Jubiläums nachgeholt werden. Und für Juli ist der Landesposaunentag geplant. Die Stadt müsse dafür sorgen, dass es eine Grundversorgung an kulturellem Leben gibt, betont der OB. Weitere Höhepunkte im Ulmer Veranstaltungsjahr sollen eine große Klimaschutzkonferenz im Mai und ein Festakt „75 Jahre Demokratie“ anlässlich des ersten frei gewählten Ulmer Gemeinderats nach dem Zweiten Weltkrieg werden.

Wie stehen die Chancen für Seilbahn und Straßenbahn nach Neu-Ulm?

Die Städte Ulm und Neu-Ulm haben in diesem Jahr viel gemeinsam vor. Dazu gehören die Dauerbaustellen wie die Gänstorbrücke und die Adenauerbrücke. Außerdem soll der Nahverkehr weiterentwickelt und auf neue Beine gestellt werden. Machbarkeitsstudien sollen zeigen, ob eine Seilbahn in der Doppelstadt und eine neue Straßenbahnlinie nach Neu-Ulm eine Chance haben. Die regionale Zusammenarbeit sei sehr wichtig, erklärt Gunter Czisch. „Es kommt darauf an, dass es einen engen Schulterschluss gibt.“ Und den sieht er zwischen Ulm und dem Alb-Donau-Kreis, dem Landkreis Neu-Ulm und der Stadt Neu-Ulm gegeben.

Bei allen Unwägbarkeiten der nächsten Monate und der Unsicherheit, was möglich sein wird und was nicht: Dass der Neujahrsempfang der Städte Ulm und Neu-Ulm 2022 wieder stattfindet, steht für Oberbürgermeister Czisch fest: „Hundertprozentig.“

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