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Nersingen

06.02.2015

Alles Handy, oder was?

Auch Ingrid Botzenhardt möchte beim Handykurs für Senioren in Nersingen mehr über ihr Mobiltelefon erfahren. Peter Beske bringt ihr die nötigen Funktionen bei.
Bild: Alexander Kaya

In Nersingen gibt es einen Mobiltelefonkurs für Senioren. Dort erfahren diese auch, dass der Umgang mit diesem „Ding“ gar nicht so schlimm ist

Fotos machen und dann gleich danach verschicken – das würde Kurt Liebisch gerne können. Er tippt auf seinem Handy herum, landet im digitalen Fotoalbum. So recht weiß er nicht, wie es dann weitergeht. Den anderen drei Menschen am Tisch geht es genauso, daher sind sie an diesem Tag alle im Nersinger Rathaus. Dort wird ein Handykurs für Senioren angeboten, bei dem Peter Beske den Teilnehmern zeigt, wie sie ihr Handy richtig bedienen. Er kennt die Probleme der Senioren und weiß, auf was es ihnen vor allem ankommt.

Das Wichtigste dabei sei, das Handy in die Hand zu nehmen und zu üben. „Nur, wenn man immer wieder mit dem Gerät konfrontiert wird, lernt man den Umgang“, sagt Beske. Er ist selbst 71 Jahre alt und besitzt ein Smartphone. Auch Liebisch hat so ein modernes Mobiltelefon mit zahlreichen Möglichkeiten. Das Telefon hat der 67-jährige Straßer sich selbst gekauft, doch wirklich erklärt hat ihm niemand, wie man es bedient: „Mein Sohn ist zu ungeduldig und sagt, er habe keine Zeit.“

Da ist Liebisch nicht der Einzige, dem es genauso geht, weiß Beate Müller, Seniorenbeauftragte der Großgemeinde. „Oft bekommen Senioren vom Sohn oder der Tochter ein Handy geschenkt, aber erklären tun sie es ihren Eltern nicht.“ So sei die Idee des Handykurses entstanden. 2013 fand dieser dann zum ersten Mal statt, vor einem Jahr zum zweiten und nun zum dritten Mal. Die Nachfrage sei groß gewesen, „doch als dann der erste Kurs stattfand, kamen weniger Teilnehmer, als angemeldet“, sagt Müller. Manche seien krank geworden, andere hätten vielleicht Hemmungen gehabt.

Die brauche aber niemand zu haben, sagt Kursleiter Beske. „Wer Fragen hat, der kann sie ganz einfach stellen. Ich helfe dann.“ Der 71-Jährige spricht nicht nur vor der ganzen Senioren-Runde, sondern nimmt sich Zeit für jeden Einzelnen. Rosemarie Köhler möchte zum Beispiel wissen, wie sie beim Nachrichten schreiben vorgehen muss. Genau notiert sie jeden Schritt, den Beske ihr zeigt. Sie hat ihr Tastentelefon dabei. „Das ist schon etwas älter, aber für mich genau richtig“, sagt die 71-jährige Straßerin. „Ich habe zuerst gedacht, dass ich auch ohne Computer und Handy klarkommen kann, aber das geht nicht, weil ich doch erreichbar sein möchte, wenn ich mal unterwegs bin.“ Also habe sie sich ein Mobiltelefon angeschafft: „Aber wer liest denn schon die Gebrauchsanweisung? Da ist der Kurs hier im Rathaus genau das Richtige.“ Bevor Köhler ihr Handy auch tatsächlich nutzte, habe sie „schon ein bisschen Angst gehabt, etwas kaputt zu machen. Aber wenn man sich mal mit dem Ding beschäftigt, ist das gar nicht schlimm“.

Sie spricht den anderen offenbar aus der Seele: Sie nicken und lachen, tippen gleichzeitig aber auf ihrem Mobiltelefon herum. Es ist der letzte der fünf Kurstage, doch eventuell noch in diesem Jahr könnte schon das nächste Handyseminar stattfinden. Peter Beske hat bereits jetzt angekündigt, dass er gerne bereit wäre, dieses wieder zu leiten. Da ist nicht nur die Seniorenbeauftragte froh, sondern auch die Teilnehmer, die nach dem Kurs auch weiter mit dem Handy üben werden: „Ich habe viel gelernt, kenn jetzt viele Symbole in meinem Handy und deren Bedeutung“, sagt Kurt Liebisch, der sich sogar überlegt, beim nächsten Kurs teilzunehmen. Aber zuerst muss er noch das Abendrot über Straß, das er vor Kurzem fotografiert hat, per SMS verschicken.

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