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Ulm

05.04.2019

Almhütte, Tiki-Bar, Cafe und ein Surf-Shop ziehen an die Donau

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Zurück in der Gastronomie: Der frühere Blaupausen-Wirt Jens Gramer hat das Konzept seines Ladens Fifty Eight verändert und an die Donau beim SSV-Bad verlagert. Hier die Berghütte.

Plus Zwischen dem SSV-Bad und der Donau eröffnet ein ungewöhnliches Projekt. Der Name Fifty Eight steht künftig für Sportgeräte, Shopping - und für Gastronomie.

Nur die winterharten Palmen, das Schilf, Liegestühle, Loungemöbel und hier und da ein wenig Farbe fehlen noch. Ansonsten sieht es an der Ulmer Stadionstraße schon nach Urlaub aus, dem von Jens Gramer ersonnenen Leitmotiv. Ab kommendem Samstag (13. April) feiert der Ulmer Skate- und Boardsportladen Fifty Eight nach dem Aus am Schuhhausplatz am SSV–Bad direkt an der Donau seine Wiederauferstehung.

Aus dem Fachgeschäft für Snowboarder, Skater und Liebhaber ungewöhnlicher Kapuzenpullis ist eine Art Freizeitzentrum geworden: Mit Sonnenterrassen, Aussichtsplattform, einem Laden und gastronomischen Angeboten. Diese bietet Gramer, der einst die Ulmer Kneipe Blaupause begründete, in verschiedenen Themen an. Seine Almhüttenwelt kuschelt sich um einen mit Echt-Schiefer verkleideten (Bildschirm-) Kamin. An den Wänden prangt rustikales Holz einer ehemaligen Tiroler Scheune, auf den Bänken neben den Massivholztischen liegen mit duftenden Zirbelspänen gefüllte Kissen. „Die hat meine Frau gemacht“, sagt Gramer, der die Liebe zum Detail pflegt. Zu erkennen auch am eisernen Familienwappen, das an der Wand hängt. Oder den Speisekarten aus abgesägten Skateboards.

Plattform auf anthrazitgrauen Hochseecontainern mit Blick auf die Donau

Außerhalb der Almhütte geht es urban zu: Auf der meterlangen Bar, in der 1,2 Tonnen Schwarzstahl verarbeitet sind, steht eine chromblitzende La-Cimbali-Espressomaschine, die Wände sind schwarz. Genauso wie die Kaffeebohnen, die ein Röster aus der Region speziell für Fifty Eight röstet – natürlich mit dem schmucken 58-Logo auf der Tüte.

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Bald schon wird mehr Licht reinkommen: Der Durchbruch hinaus auf die Terrasse mit Donaublick ist in Auftrag gegeben. Hier stehen derbe Möbel aus Euro-Paletten, die genauso wie die Kaffeebohnentüte das Fifty-Eight-Logo eingebrannt bekommen. Von einigen erhöhten Plätzen schweift der Blick über den kleinen Damm auf die Donau hinaus, wo sich kurz vor Sonnenuntergang Hunderte Möwen den Fluss hinab treiben lassen.

Noch höher hinaus geht es ein paar Meter weiter. In anthrazitgrauen Hochseecontainern hat Gramer Werkstatt und Lager für Snowboards, Skateboards und Stand-Up-Paddle-Boards untergebracht. Und auf diesen Containern entsteht eine Art Aussichtsplattform mit Sitzgelegenheiten. Im Sommer, so stellt es sich Gramer vor, könnten hier oben Cocktailmix- oder Grillkurse veranstaltet werden.

Der Strand von Kapstadt steht Pate

Zurück in der Cafébar fällt der Blick auf den Strand von Kapstadt – die Fototapete signalisiert einen weiteren Gastro-Themen-Bereich: eine Art Beach-Bar im Surferlook. Das passende Hawaii-Hemd gibt’s im angegliederten Laden. Der ganze Raum ist wandelbar: Sämtliche kunstvoll mit Bildern verklebten Wände lassen sich verschieben, sodass nach Bedarf hier auch ein großer Veranstaltungsraum entstehen kann.

„Wir machen hier etwas völlig Neues“, sagt Gramer. Der neue Fifty Eight ist Sportgeräte-Verleiher, Skaterladen, Mode-Boutique, Café, Kneipe, Restaurant und SSV-Mitglieder-Treff. Die zum SSV-Bad geöffnete Terrasse mit ihren geplanten Palmen bleibt den Vereinsmitgliedern vorbehalten. Der Rest ist für alle offen.

Gramer sieht den Gang des Fifty Eight von der Ulmer Innenstadt an die Donau auch als Reaktion auf ein durch das Internet verändertes Kaufverhalten. Statt mit den Online-Shops um Preise zu konkurrieren will der 47-jährige Familienvater mit einem Rundumpaket überzeugen, das keine echte virtuelle Konkurrenz hat. Alle Sportgeräte gibt’s auch zur Miete und der 90-Quadratmeter-Laden setzt auf Impulskäufe in schöner Umgebung nach einer Tasse Espresso und echtem Bedarf der Gäste nach einer Location zwischen Freibad und Fluss: von der schwimmenden Sonnenbrille bis zur Badehose. Gute Argumente habe es laut Gramer gebraucht, die Ulmer Stadtverwaltung von seinem Konzept zu überzeugen. Die sieht ein Magnet wie das Fifty Eight grundsätzlich lieber in der Innenstadt. Doch Gramer gelang es darzulegen, dass sein Konzept in der Innenstadt gar nicht umzusetzen wäre. Denn der Laden ist nur noch ein kleiner Teil des Ganzen. Die verschiedenen Gastrowelten sind eine Reaktion auf eine sehr vielfältige Zielgruppe: Während manche SSV-Mitglieder ihren 70er vielleicht lieber in der Almhütte feiern, stehen andere auf das Tiki-Bar-Motto. Viel Geld steckten der SSV und Gramer in das Projekt. Wie viel, möchten sie nicht verraten. Doch der Löwenanteil davon sei unausweichlich gewesen. Beispielsweise wurden sämtliche Böden und auch die Elektrik neu gemacht.

Wann kommt ein Strand an die Donau?

Gramer sieht riesiges Potenzial auf diesem Fleckchen Erde. „Wo gibt’s denn so was, dass ein Verein so ein Grundstück mit eigenem Freibad so nahe an der Innenstadt hat?“ Und dann noch die Donau direkt vor der Nase. Nur ein Donaubadestrand fehlt Gramer zur perfekten Fifty-Eight-Urlaubswelt. Ulm sei so ziemlich die einzige Stadt mit Fluss, die dieses Potenzial nicht nutze.

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