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26.06.2009

Als Ulm im Jackson-Fieber war

Ulm War er's oder war er's nicht? Das war im Juli 1988 zwei Tage lang die Frage in Ulm. Gerade jetzt, nach dem Tod des King of Pop, werden bei vielen wieder die Erinnerung an diesen aufregenden Besuch des Superstars wach. Auch wenn es nur ein Doppelgänger war, der am 9. Juli 1988 in dem Ulmer Nachtclub "Aquarium" auf der Bühne stand.

Schon einen Tag vorher grassierte in Ulm das Jackson-Fieber. Es war das Gesprächsthema: Clubbesitzer Manfred Zauter hole den Popstar, der damals auf Tour in Deutschland war, nach Ulm. Was um den Club herum geschah, nährte dieses Gerücht. Limousinen, weiße Teppiche und Dutzende Sicherheitsbeamte ließen am Samstag keinen Zweifel mehr aufkommen: Da wird ein Super-Star erwartet. Die Kohlgasse wurde von der Hafengasse aus per Baulatte dichtgemacht. Vor der Tür des Nachtclubs wurde ein langer weißer Teppich ausgerollt. Dann zog eine ganze Wachmannschaft auf. 24 Sicherheitsmänner stellten sich alle fünf Meter in der Gasse auf. Roboter begrüßten die Gäste.

Schon am Nachmittag drängten sich Schaulustige an die Absperrung, um an dem Spektakel teilhaben zu können. Für Autos gab es kein Durchkommen mehr. Alle warteten auf "Jacko".

Am Abend flanierten dann die Stars über den weißen Teppich. "Ingrid von Bergen kommt", hieß es. Drei Filmsternchen aus der TV-Serie "Dreamboat" stolzierten in den Club. Kutschen und Nobel-Karossen vom Rolls Royces bis zum Jaguar fuhren vor. Und die Traube der Schaulustigen wurde im größer.

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Das Hauptgericht hieß "Thriller"

Auch in dem Club war alles auf den Superstar abgestimmt. Das Hauptgericht dieses Abends hieß "Thriller", anschließend gab es ein "Billie Jean"-Dessert. Doch eine Frage blieb offen: Kommt er oder kommt er nicht? Um drei Uhr kam dann plötzlich Unruhe auf. Eine schwarze Limousine fuhr vor. Ein Mann mit Hut und Lederklamotten huschte in den Club. Alle Gäste strömten zur Bühne. Das Licht ging aus, die Lightshow an. Dann stand er in voller Größer vor den elitären Gästen: Michael Jackson. Eine halbe Stunde lang lieferte er eine wilde Bühnenshow. So plötzlich, wie er aufgetaucht war, verschwand er auch wieder. Und, war er's nun? Clubbetreiber Manfred Zauter hüllte sich in Schweigen. Heute weiß jeder: Es war nur ein Double, das Ulm in Aufregung versetzte. Immerhin: Noch heute sorgt dieser Auftritt für Gesprächsstoff.

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