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25.07.2010

Als der Hammel des Rektors auf dem Schulhof weidete

Nostalgie gehörte freilich dazu: In den Fotoausstellungen suchten die "Ehemaligen" nach ihren Schulfreunden. Foto: mde
Bild: mde

Unterelchingen Wie im Bienenstock ging es am Wochenende in der Grundschule Unterelchingen zu. Zum 50. Geburtstag der Bildungsanstalt waren alle 134 Schulkinder mit ihren Eltern, den Großeltern und Freunden gekommen. Wegen des Regens fiel der Schulhof als Festgelände aus, sodass es im Schulgebäude von Hunderten kleinen und großen, heiter gestimmten Menschen nur so wimmelte.

Nach der beschirmten Festrede von Schulleiterin Gertrud Finkbeiner und dem sonnigen Regenchor der Schulkinder im Schulhof wurde der Geburtstag in allen Schulräumen zur Musik der Elchinger Jungbläser bei Kaffee und Kuchen, mit Spielen, Ausstellungen, Theater, Musik und Gesang gefeiert. In einer Tombola waren über 1000 Preise zu gewinnen. Alles drehte sich um das Thema "Schule heute und vor 50 Jahren". Noch 1957 nutzte der Schulleiter den Schulhof des alten Schulhauses als Weideplatz für seinen Hammel.

Die 160 Schulkinder durften den Hof nicht betreten und mussten in den Pausen in den überfüllten Klassenzimmern bleiben. Es gab nur drei Schulräume, in denen teilweise Wechselunterricht stattfand. In Unterelchingen herrschten primitive Schulverhältnisse. Es gab in den Klassenräumen keine Waschbecken, die Schüler mussten das Wasser zum Anfeuchten der Tafelschwämme aus dem Dorfbrunnen holen.

"Wunderschön an den Hang geschmiegt offenbart sich dem Beschauer ein Kleinod, wie man es sich gar nicht vorstellen konnte", schwärmte damals die Presse. In vier Klassenzimmern wurde jahrgangsgemischt unterrichtet. In den unteren Räumen lernten die Klassen 1,2,3,4 zusammen und oben die Klassen 5,6,7,8. Nach ein paar Jahren wurde die Schule als reine Grundschule weitergeführt und das ist sie bis heute geblieben. "Längst herrscht in unserem Kleinod wieder Raumnot. Ein zweigeschossiger Anbau wäre notwendig, auch wenn die Gemeinde wie vor 50 Jahren finanziell etwas eingeschränkt ist. Bei einem Rundgang durch die Schule können sie sich von der Enge überzeugen.

Als der Hammel des Rektors auf dem Schulhof weidete

1,7 Millionen für Umbau

"Schulen brauchen Räume und ich hoffe, dass dies keine Träume bleiben", sagte Schulleiterin Gertrud Finkbeiner in ihrer Festrede in Richtung des anwesenden Bürgermeisters und der Gemeinderäte. 1997 wurde die offene Pausenhalle überglast und ein Fachraum sowie ein Raum für die Mittagsbetreuung eingerichtet.

Der 1999 abgeschlossene Umbau kostete 1,7 Millionen Mark. Im Augenblick saniert die Gemeinde die alten Toilettenanlagen und bringt im Klassenzimmer für die dritte Klasse eine Fluchttreppe an. Trotz der Enge bezeichnete die Schulleiterin "das gute Klima" als wichtigste Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Dass dies auch schon vor 50 Jahren so war bewiesen die "Ehemaligen", die sich vor den Fotoausstellungen dicht gedrängt auf die Suche nach ihren Schulkameraden machten. (mde)

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