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Neu-Ulm

04.03.2013

Alte Gärtnerei muss Häusern weichen

Die Räumungsarbeiten auf dem Gelände der alten Stadtgärtnerei in Neu-ulm haben schon begonnen. Auf dem Areal an der Reuttier Straße sollen 80 Wohneinheiten überwiegend als Reihen- und Kettenhäuser entstehen.
Bild: Gerrit-R. Ranft

Wohnungsbau 80 Einheiten sollen entstehen. Streit um Sozialbindung

Neu-Ulm Fest stand seit je der Abbruch der alten Stadtgärtnerei, deren Freigelände, Gewächshäuser und mancherlei Hüttenbauten vor fünf Jahren als Teil der Landesgartenschau noch mal zu großer Blüte gelangt waren. Streit aber gab es immer wieder und nun erneut im Bauausschuss um die künftige Nutzung als Wohnquartier.

Einigkeit besteht in Stadtrat wie Verwaltung, dass auf dem Gelände knapp achtzig Wohneinheiten entstehen sollen, mehrheitlich als Ketten- und Reihenhäuser. Unmittelbar an der östlich des Baugebiets vorüberführenden Reuttier Straße sind zwei Wohnblocks in Geschossbauweise geplant, um die auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Streit entbrannte. SPD, Grüne, Freie Wähler und FDP hatten einen Antrag eingebracht, mindestens eins dieser Gebäude für „sozial gebundenen Wohnungsbau“ vorzusehen. Denn, so argumentierte Rainer Juchheim (Grüne), „Reihen- oder auch Kettenhäuser eignen sich wohl kaum für solche Zwecke“.

CSU gegen eine erneute „Ehrenrunde“

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Bernhard Maier beklagte sich als CSU-Sprecher bei den Antragstellern, dass ihnen ständig was Neues einfalle. „Wir sollten die Satzung zum Bebauungsplan jetzt beschließen, ohne erneut eine Ehrenrunde anzufangen.“ Ähnlich der Oberbürgermeister: „Seit sieben Jahren reden wir über die Bebauung der Alten Stadtgärtnerei, und nun kommen Sie wieder mit Änderungswünschen daher. Das passiert zu oft.“

Alfred Schömig (FDP) zog die Notbremse und beantragte Sitzungsunterbrechung, um sich „intern mit den anderen Antragstellern abzustimmen.“ Anschließend schlug SPD-Sprecher Karl-Martin Wöhner vor, den Tagesordnungspunkt abzusetzen und die Beratungen zu verschieben. Mit zwölf gegen sieben Stimmen scheiterten die Antragsteller.

Auch der Antrag, bereits im Bebauungsplan die Sozialbindung einzelner Bauten festzulegen, wurde mehrheitlich zurückgewiesen. Dabei ergab sich, dass die Antragsgegner hier keineswegs den sozialen Wohnungsbau ablehnten. Nur eben festlegen wollten sich da nicht, weil ja nicht einmal sicher sei, ob sich überhaupt ein Investor finde. Ebenso scheiterte der Wunsch, eine Buslinie von West nach Ost das neue Baugebiet durchqueren zu lassen. Drei Bushaltestellen lägen in zu Fuß gut erreichbarer Nähe, hieß es.

Nach vielerlei Hin und Her beschloss der Ausschuss schließlich doch einstimmig den Bebauungsplan „Alte Stadtgärtnerei“. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg mochte sich zum Schluss der langwierigen Auseinandersetzung nicht die Frage verkneifen: „Kann es sein, dass es gar nicht um den Bebauungsplan geht sondern um ganz andere Dinge?“ Wie auch immer – nun können die Abbrucharbeiten mit vorerst veranschlagten Kosten um 562000 Euro beginnen. Die notwendigen Erschließungsarbeiten im Gelände sind ab Herbst vorgesehen.

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