1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Altkleider nur für Bedürftige in der Region

Rotes Kreuz

13.11.2011

Altkleider nur für Bedürftige in der Region

Ulmer Kreisverband versichert: Spenden vor Ort schaden der Textilindustrie in Afrika nicht

Ulm/Alb-Donau-Kreis Tragen unsere Kleiderspenden beim Roten Kreuz dazu bei, dass damit Geschäfte gemacht werden und die Textilindustrie in Afrika ruiniert wird? Das fragen sich Bürger nach Medienberichten wie zuletzt der Reportage „Altkleiderlüge“ im Fernsehsender NDR. Die Sorge ist laut dem Roten Kreuz Ulm unberechtigt. „Die Spenden, die wir hier bekommen, gehen direkt in die Kleiderkammern des Roten Kreuzes“, betont Guido Mayer, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Ulm.

„Ganz bewusst haben wir nur jeweils zwei Container in der Frauenstraße in Ulm und beim DRK-Heim im Mühlweg in Ehingen aufgestellt“, so Mayer. Deren Inhalt sortieren die meist ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Kleiderkammern jeden Tag selbst.

Gut erhaltene Hosen, Pullis, Blusen und Jacken werden für wenig Geld an die Kunden abgegeben. „Eine Arbeit, die mir sehr viel Freude macht“, sagt Monika Bultnop von der Kleideroase in der Ulmer Schaffnerstraße. Einkaufen kann hier jeder. Wer eine Lobbycard der Stadt Ulm oder eine Tafelladen-Kundenkarte hat, zahlt halb so viel wie nicht Bedürftige.

Altkleider nur für Bedürftige in der Region

Das DRK Ulm legt Wert darauf, dass auch finanziell besser gestellte Kunden in den Kleiderkammern aus und eingehen. Denn das senke die Schwelle für arme Menschen, die dadurch weniger Angst hätten, stigmatisiert zu werden. Die Einnahmen aus dem Verkauf an nicht Bedürftige werden vom DRK als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb versteuert. Sie dienen dazu, Miete und andere Kosten der Kleiderkammern zu bezahlen. Ein Teil der Spenden, die in der Frauenstraße ankommen, werden direkt für die Gäste im Ulmer Übernachtungsheim gebraucht. Wohnsitzlose erhalten hier saubere Kleidung zum Nulltarif.

Beschädigte und schmutzige Klamotten oder Ladenhüter, die nicht mehr gelagert werden können, gehen an eine regionale Recyclingfirma. Der Erlös dient ausschließlich der Deckung der Kosten in den Kleiderkammern.

Wer Platz in seinem Schrank schaffen will und daheim ausmistet, kann die Spenden direkt und persönlich in den Kleiderläden abgeben. Am besten Sachen, die zur Jahreszeit passen. Gefragt ist auch Bettwäsche. „Besonders begehrt sind Schuhe und immer wieder Babyausstattung“, weiß Monika Bultnop. Sie bedauert es, dass „viel zu wenige die Kleideroase kennen“. Deshalb steckt sie auf Spaziergängen in ihrer Freizeit stets Flyer in die Briefkästen entlang des Wegs. Sie betrachtet die Kleideroase in der Schaffnerstraße nicht zuletzt als Treffpunkt. „Viele kommen gerne auf ein Schwätzchen bei einer Tasse Kaffee.“

Momentan arbeiten hier etwa zehn Ehrenamtliche. Monika Bultnop kam als Ein-Euro-Kraft übers Arbeitsamt zu dem Job. „Natürlich freuen wir uns über jede Verstärkung des Teams.“ (az)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren