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Neu-Ulm

18.01.2019

André Rieu: Schmunzelnd in den Walzerhimmel

Stehgeiger der Herzen: André Rieu lockte mehr als 4000 Zuschauer in die Ratiopharm-Arena – mit seiner Musik, aber auch mit der festlich-prächtigen Ausstattung seines Johann-Strauss-Orchesters.
Bild: Roland Furthmair

André Rieu und sein Johann-Strauss-Orchester entzücken mehr als 4000 Besucher in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena. Da gibt es nicht nur Dreivierteltakt, sondern sogar Rock ’n’ Roll.

Nach fast drei Stunden sind die mehr als 4000 Besucher in der Ratiopharm-Arena total aus dem Häuschen: André Rieu aus dem niederländischen Maastricht und sein 60-köpfiges Johann-Strauss-Orchester samt Chor und Solisten haben das Neu-Ulmer Publikum begeisterten zum wiederholten Male mit ihrer Musik in aufwändigen Kostümen. Mit faszinierenden Bühnenbildern, stets lockeren Sprüchen bei seiner Moderation und altbekannten Kompositionen (fast) aller Musikgenres ist es dem bald 70-jährigen Orchesterchef abermals gelungen, die Menschen in den Walzerhimmel zu entführen – und manchen von ihnen vielleicht sogar die Angst vor klassischer Musik zu nehmen.

„Ich habe den allerschönsten Beruf der Welt – nämlich Musik machen“, verkündete der charismatische Niederländer, der eine wertvolle Stradivari-Geige aus dem Jahr 1732 spielt, zur Begrüßung mit Stolz. Er sei immerhin verrückt genug, als einziger Mensch der Welt mit einem eigenen Orchester bei rund 100 Konzerten jährlich seine Fans auf der ganzen Welt zu beglücken. Vier aufeinander folgende Konzerte in Lissabon im März nehmen sich dagegen fast bescheiden aus gegen elf Konzerte hintereinander im Juli diesen Jahres in seiner Heimatstadt Maastricht, die sogar live in Kinos übertragen werden.

Von "Volare" über Leonard Cohen bis zum "Schneewalzer"

Rieu sagt, er sei von Johann Strauss begeistert, er liebe aber auch den Musical-Komponisten Andrew Llloyd Webber und den Rock-Veteranen Bruce Springsteen. Entsprechend groß das Repertoire des Konzerts: Mit „Volare“ und einer in dieser Qualität wohl nicht zu überbietenden Version von „Tiritomba“ waren es die drei fantastischen „Platin Tenors“, die sich mit Puccini-Arien viel Applaus verdienten. Wie ergreifend das „Halleluja“ von Leonard Cohen mal fast ohne Streicher-Begleitung, mal ganz piano, mal Arena füllend unterstützt von 60 Musikern mit drei hervorragenden Sopranistinnen klang, das erzeugte schon die erste Gänsehaut.

Typisch für den holländischen Perfektionisten, mit dem „Schneewalzer“ sofort wieder Kontraste zu schaffen und mit einem künstlichen Schneefall die Besucher in den mittleren Sitzreihen total einzuschneien, zur Belustigung der übrigen Gäste. Mit den beliebtesten Melodien aus dem „Weißen Rössl“ ging es in die Pause.

Mit Tango und James-Last-Kompositionen, der „Schiwago“-Filmmelodie und Kosakenklängen wie „Kalinka“ schien die musikalische Weltreise mit „An der schönen blauen Donau“, Kompositionen von Verdi und mit „Freude schöner Götterfunken“ viel zu schnell zu enden.

Der „Radetzkymarsch“ war nicht etwa nur die eingeforderte Zugabe, sondern vielmehr der Auftakt zum „Konzertteil drei“ mit „Tutti Frutti“, einer Pianistin die sich des Kostüms entledigte und auf ihrem Klavier zu Rock ’n’ Roll steppte. Hunderte Luftballons schwebten zu Sirtaki, zu Klängen der „Copa Cabana“ und „Marina“ durch die Arena, ehe dann mit dem Ausmarsch des Orchesters beim „Leb wohl mein kleiner Gardeoffizier“ die Gäste längst stehend applaudierten und sogar vor der Bühne tanzten. André Rieu macht seine Fans glücklich.

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