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Heimatmuseum

21.02.2015

Annäherungen an den Menschen

Die Kunstpreisträger Uta Weberruß (Fotografie), Dominique Konrad (Mitte, Jugendkunstpreis/Acryl) sowie Hans Liebl (Acryl/Leinwand, rechts).
Bild: Roland Furthmair

Uta Weberruß und Hans Liebl teilen sich den Weißenhorner Kunstpreis

Die Frau lächelt in die Kamera, ihre Nacktheit scheint sie nicht zu stören. Sie öffnet ihren Mund zum Lachen – und präsentiert ein unvollständiges Gebiss. Die Ulmer Künstlerin Uta Weberruß hat für ihre zweiteilige Arbeit „Der erste und der zweite Blick“ eine Obdachlose ins Atelier gebeten und Schwarzweiß-Porträts von ihr angefertigt. Eine sensible Reflexion über Schönheit und Authentizität.

„Ein Bild vom Anderen“ ist das Motto der Jahreskunstausstellung 2015, die gestern Abend im Heimatmuseum Weißenhorn eröffnet wurde. Die eine Hälfte der Jury überzeugten Weberruß’ Fotos am meisten – die andere favorisierte Hans Liebls „Versuch einer Annäherung“-Doppel, auf dem jeweils ein Gesicht auf das geometrische Minimum reduziert, gleichzeitig aber durch ein Oszillieren vervielfacht wird. Die beiden teilen sich daher den Kunstpreis und damit auch das Preisgeld von 500 Euro. Der Jugendkunstpreis (150 Euro) ging an die 14-jährige Dominique Konrad für „Bild deiner anderen Seite“.

Für die Ausstellung hatten 44 Bewerber, darunter vier Jugendliche, 91 Arbeiten eingereicht. 56 Werke von 32 Künstlern schafften es schließlich in das Museum. Natürlich sind unter den Exponaten einige klassische Porträts, und auch die „Mona Lisa“ grüßt – freilich als Zitat – von einer Wand. Insgesamt sieht Matthias Kunze vom Museumsverein, der die Kunstschau wegen des krankheitsbedingten Ausfalls von Museumsleiter Wolfgang Ott mit anderen Ehrenamtlichen stemmen musste, ein breites Spektrum. In dem durchaus Platz für Überraschendes ist: etwa die archaisch anmutenden Speckstein-Figuren von Renate Schobner-Hadamitzky oder Georg Hiebers Foto-Objekt „Das Andenken“, das sich an Joseph Beuys anlehnt.

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Neu an der Jahreskunstausstellung ist, dass sie im Dachgeschoss ihre Fortsetzung findet – mit besonders alten Werken aus dem Depot des Museums: Es sind Porträts, die meisten von den Weißenhorner Malern Franz Martin Kuen (1719-1771), Konrad Huber (1752-1830) und Anton Bischof (1877-1962). Sie illustrieren die Stationen vom höfischen Glanz des Barock, über die bürgerliche Bescheidenheit im 19. zur Offenlegung des Innenlebens im 20. Jahrhundert.

Die Präsentation bildet ein interessantes Gegenstück zur Schau im Erdgeschoss, ist aber natürlich auch ein Beitrag zur Diskussion um die Einrichtung einer Gemäldegalerie im alten Rathaus. Kunze: „Wir wollen die Besucher auf die Schätze aufmerksam machen, die wir hier in Weißenhorn haben.“ (mgo)

„Ein Bild vom Anderen“ ist noch bis 3. Mai im Heimatmuseum Weißenhorn zu sehen. Geöffnet ist das Museum Donnerstag bis Sonntag, jeweils 14 bis 17 Uhr.

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