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Weißenhorn

17.02.2017

Anwohnerin ärgert sich: Auch bei Nacht gibt es Lärm am Bahnhof

Tagtäglich fahren zahlreiche Busse den Weißenhorner Bahnhof an. Der Linienbetrieb startet früh am Morgen.
Bild: Archivfoto Alexander Kaya

Eine Frau beschwert sich über Busse mit laufendem Motor am frühen Morgen. Zudem raubt ihr offenbar ein Güterzug um 3 Uhr den Schlaf. Doch der kann gar nicht anders.

Es liegt in der Natur der Sache, dass es an Bahnhöfen für gewöhnlich etwas lauter zugeht. Züge fahren ein und aus, Busse bringen Fahrgäste an den Bahnsteig oder holen sie dort ab. Das ist auch am Weißenhorner Bahnhof so, seit das „Bähnle“ wieder fährt.

Grund zur Beschwerde hat dennoch eine Frau, die in der Nähe des Bahnhofs wohnt. CSU-Stadtrat Michael Schrodi hat ihr Anliegen diese Woche im Bauausschuss vorgebracht. „Pünktlich um 3 Uhr nachts rollt ein Güterzug mit Kesselwagen an“, zitierte Schrodi die Frau. Der mache ordentlich Lärm. „Muss das um diese Uhrzeit sein?“, fragte er.

Schrodi schilderte noch eine weitere Beobachtung der Anwohnerin. Demnach kommen die Busse morgens ziemlich früh vor ihrer ersten Linienfahrt am Bahnhof an und warten dort bis zu einer halben Stunde lang mit laufendem Motor. Bürgermeister Wolfgang Fendt war eine solche Klage nicht neu: „Am Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium stehen auch Busse mit laufendem Motor und die Leute ärgern sich.“ Er sagte zu, der Sache nachzugehen.

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Im Fall des Güterzugs jedenfalls sind der Stadt die Hände gebunden. Denn der Güterverkehr auf der Schiene ist in der Fuggerstadt nur innerhalb eines engen Zeitfensters genehmigt – nämlich dann, wenn die Personenzüge nicht fahren, also nachts. Tatsächlich fährt zweimal die Woche, dienstags und donnerstags, ein Zug um 3 Uhr am Sendener Bahnhof ab, um Waggons mit Flüssiggas nach Weißenhorn zu bringen. Empfänger ist die Firma Flüssiggaslager Weißenhorn an der Daimlerstraße im Gewerbegebiet Eschach. „Die Bahn stellt die Kesselwagen frühmorgens zur Verfügung“, sagt der dortige Werkleiter auf Nachfrage. „Die Rangierlok muss um halb fünf von der Strecke weg sein, damit der Personenzug fahren kann.“

Dem Werkleiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, wäre es auch lieber, wenn die Lieferung auf der Schiene tagsüber eintreffen würde. Doch das sei aufgrund der Vorgaben nicht mehr möglich, seit das „Bähnle“ wieder Fahrgäste von Ulm nach Weißenhorn bringt. Dass der Güterzug auch den Bahnhof ansteuert, hängt dem Werkleiter zufolge mit dem Rangieren zusammen: „Er muss da umdrehen.“

Und wenn die Lok mit den Kesselwagen dann mal weg ist, fahren nach Angaben der Anwohnerin schon bald die ersten Busse auf das Gelände. Karl Oster ist Chef des gleichnamigen Busunternehmens, das als eines von vielen den Weißenhorner Bahnhof ansteuert. Er sagt: „Wir parken nicht am Bahnhof.“ Oster kann sich nicht vorstellen, dass seine Busfahrer dort unnötig lange mit laufendem Motor warten. „Vielleicht ein, zwei Minuten, wenn sie Fahrgäste ein- oder aussteigen lassen.“ Wer eine konkrete Beschwerde habe, solle diese mit Liniennummer, Kennzeichen und Uhrzeit dokumentieren, fügt der Omnibusunternehmer hinzu.

Ähnlich äußert sich auch eine Mitarbeiterin beim Neu-Ulmer Betrieb der Regionalbus Augsburg GmbH. Mehrere Busunternehmen, die mit ihren Fahrzeugen den Weißenhorner Bahnhof bedienen, fahren im Auftrag des Unternehmens. Die Mitarbeiterin schließt nicht aus, dass es einzelne Busfahrer geben könnte, die den Motor länger als nötig laufen lassen.

Im Fall des Schülerverkehrs am Kopernikus-Gymnasium gibt Oster zu bedenken, dass es einige Minuten dauert, bis die vielen Schüler eingestiegen sind. Und: „Wenn ich den Motor ausmache, dann haben sie keine Heizung und keine Lüftung mehr.“ Die Stadt jedenfalls hat dort im Mai Schilder anbringen lassen mit der Bitte, bei längeren Wartezeiten den Motor abzustellen.

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