Newsticker
Italien verschärft Corona-Maßnahmen in einigen Regionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Arbeitgeber in der Metallbranche finden die Löhne rund um Ulm zu hoch

Ulm

19.02.2021

Arbeitgeber in der Metallbranche finden die Löhne rund um Ulm zu hoch

Südwestmetall fordert: Der Tarifabschluss muss Mehrfachbelastung aus Abschwung, Corona-Krise und Transformation berücksichtigen.
Bild: Alexander Kaya

Plus Vor dem Hintergrund der Corona-Krise und den Tarifverhandlungen warnt der Arbeitgeberverband Südwestmetall vor weiteren Lohnerhöhungen.

60.000 Euro verdiene im Schnitt ein Beschäftigter in der Metall- und Elektroindustrie rund um Ulm. Götz Maier, Geschäftsführer von Südwestmetall in Ulm, findet, das sei im Vergleich "Champions League" und somit genug.

Metallbranche: Zu Höhe Löhne rund um Ulm?

Gerade in Baden-Württemberg gebe es in Vergleich zu anderen Bundesländern besonders hohe Löhne. Auch Peter Fieser, Mitglied des Vorstands der Hensoldt AG und Vorsitzender der Bezirksgruppe Ulm des Arbeitgeberverbandes, betonte anlässlich des virtuellen Pressegespräches, dass die Tarifabschlüsse in der Vergangenheit zu hoch gewesen seien. Außerdem seien die ausgehandelten Verträge "viel zu komplex", was dazu führe, dass immer mehr Firmen aus dem Flächentarif aussteigen würden. Im Jahr 2000 habe es im Ländle noch 1090 tarifgebundene Unternehmen gegeben, jetzt seien es noch 672.

Forderungen für die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie

Die Forderung der Arbeitgeber: der kommende Tarifabschluss muss Mehrfachbelastung aus Abschwung, Corona-Krise und Transformation berücksichtigen. Die Produktion in der Metall- und Elektroindustrie in Ulm, Biberach und dem Alb-Donau-Kreis sei weiterhin weit entfernt vom Niveau vor Corona und dem vorangegangenen Abschwung 2019. Nach einer aktuellen Umfrage des Verbands rechnen die Mehrzahl der Firmen auch nicht vor 2022 mit einer vollständigen Erholung. Zudem stecken viele Unternehmen in einem tiefgreifenden, kostenintensiven Wandel – oder stehen unmittelbar davor. Fieser fordert einen Abschluss der den Firmen Luft für Investitionen lasse.

Arbeitgeber von Südwestmetall sind für den Flächentarif- mit Bedingungen

Für ein positives Signal war Stefan Halder zuständig: „Unsere Auftragslage ist positiv“, sagte der geschäftsführender Gesellschafter der Erwin Halder KG und stellvertretender Vorsitzender von Südwestmetall. Dennoch erfordere die digitale Transformation enorme Anstrengungen. Um hier am Ball zu bleiben, plane seine Firma dieses Jahr riesige Investitionen in Höhe von 11 Millionen Euro. Seine Philosophie sei es, antizyklisch zu investieren. In der Hoffnung, dass sich die Marktlage verbessere und er dann gestärkt aus den Krisen gehe. Der Flächentarif sei erhaltenswert alleine weil er durch die Verhandlungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zum Betriebsfrieden beitrage. Allerdings wünscht sich Halder flexiblere Verträge.

Der Vorschlag: Eine im Flächentarif geregelte Differenzierung, die die Betriebsparteien unbürokratisch umsetzen könnten. Und eine Variabilisierung zum Beispiel von Sonderzahlungen, die den Firmen in angespannten Zeiten Entlastung verschaffte, die Beschäftigte in guten Zeiten aber auch stärker am Erfolg beteiligen könnte.

Auch interessant:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren