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Ulm

26.05.2015

Arbeitgeber schauen immer öfter in die Röhre

Von Metallbauern bis Pflegekräften: In der Region Ulm fehlen zwischen 2015 und 2030 durchschnittlich gut 11000 Fachkräfte.
Bild: Jochen Lübke

Jede zehnte Stelle kann nicht besetzt werden. Wer sich in den kommenden Jahren die Jobs aussuchen kann

Ulm Die neueste Prognose des Fachkräftemonitors der Industrie- und Handelskammer (IHK) verdeutlicht, dass in Sachen Fachkräftemangel keine Besserung zu erwarten ist: In der IHK-Region Ulm fehlen zwischen 2015 und 2030 durchschnittlich gut 11000 Fachkräfte. Vor allem Techniker, Fach- und Betriebswirte, Meister und Fachkaufleute werden rar. Hier kann fast jede zehnte Stelle nicht mehr besetzt werden. „Karriere mit Lehre ist somit ein größeres Thema als je zuvor“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle.

Schon heute ist die Fachkräftesituation angespannt. Gegenwärtig wird fast von jedem zweiten Betrieb darin ein Risikofaktor für die weitere Entwicklung gesehen. Der demografisch bedingte Nachwuchsmangel wird diesen Engpass gerade in den Jahren ab 2020 weiter ansteigen lassen. Wegen des Hochschulausbaus und steigender Absolventenzahlen gilt dieser Trend aber nicht für den Akademikermangel. Dieser wird je nach konjunktureller Lage um einen Wert von 900 fehlenden Akademikern schwanken. Über 550 davon sind Ingenieure.

Das Gros des Fachkräftemangels ist somit auf nicht-akademische Arbeitskräfte zurückzuführen. 5200 gehen auf das Konto der beruflich fortgebildeten Fachkräfte. Diese umfassen Techniker, Fach und Betriebswirte, Meister und Fachkaufleute. Weitere 5000 fehlen im Bereich der Fachkräfte mit mittlerer Qualifikation. Darunter fallen Personen, die eine berufliche Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.

„Diese Zahlen verdeutlichen, dass der allgemeine Trend zur Akademisierung die falsche Zukunftsstrategie ist. Junge Menschen haben mit einer dualen Ausbildung wesentlich bessere und vor allem sichere Karrierechancen“, sagt Sälzle. Hinzu kommt, dass die Fachkräfte nicht nur knapper, sondern auch älter werden. Die Betriebe stehen vor der Herausforderung, mit alternder Belegschaft innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben.

„Politik und Wirtschaft müssen weiterhin gemeinsam an verschiedenen Stellschrauben ansetzen“, fordert Sälzle. Schon heute sei die IHK Ulm in verschiedenen Handlungsfeldern aktiv. Konkrete Projekte und Angebote existieren zum Beispiel bei der Förderung technischer und naturwissenschaftlicher Neigungen, der Verbesserung der Berufsorientierung, der Sicherung erfolgreicher Ausbildung, dem demografiebewussten Personalmanagement, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Gewinnung und Integration von Fachkräften aus dem Ausland. (az)

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