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Ulm/Landkreis Neu-Ulm

31.01.2021

Arbeitslosigkeit rund um Ulm und Neu-Ulm steigt - diese Branchen sind betroffen

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Donauwörth mit den Landkreisen Dillingen, Donau-Ries, Günzburg und Neu-Ulm hat sich im Januar verschlechtert.
Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

Die nach wie vor verbreitete Kurzarbeit stabilisiert die Beschäftigung im Raum Ulm und dem Landkreis Neu-Ulm in hohem Maße. Diese Branchen sind besonders betroffen.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Neu-Ulm hat sich im Januar verschlechtert. So stieg die Arbeitslosenquote auf 3,6 Prozent; im Dezember lag sie noch bei 3,3 Prozent. Aktuell sind 3669 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 282 mehr als vor einem Monat. Dies berichtet Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth.

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit sei üblich. Der Grund sind saisonbedingte Entlassungen im Winter und auslaufende Arbeitsverträge zum Jahresende. Außerdem machen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Strukturwandel deutlich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind 1029 Personen beziehungsweise 39,0 Prozent mehr als vor einem Jahr arbeitslos gemeldet. Der Bestand an offenen Stellen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 548 (36 Prozent) gesunken.

Anstieg von Kurzarbeit

Am stärksten rückläufig ist der Bestand in den Bereichen Fertigung und Produktion, Verkehr und Logistik sowie im Handel. Firmen, die den strukturellen Wandel meistern müssen, stehen mit den Auswirkungen der Pandemie vor einer Doppelbelastung. Die Kurzarbeit sichere sehr viele Arbeitsplätze. Das hält den Arbeitsmarkt bislang vergleichsweise robust. Im Januar gingen 183 Anzeigen für 2250 Beschäftigte ein, im Dezember waren es 182 Anzeigen für 1241 Beschäftigte.

Mittelfristig werden jedoch die vor der Krise dominierenden Themen – Fachkräftesicherung, Transformation und Demografie – nach der Krise wieder in den Vordergrund rücken. Wir unter-stützen Arbeitgeber und Beschäftigte und helfen Unternehmen, sich zukunftsorientiert aufzustellen", sagte Paul.

Die Lage in Ulm

Die Arbeitslosenquote im Ulmer Agenturbezirk nahm im Januar um 0,3 Prozentpunkte zu und lag bei 3,5 Prozent, zum Vorjahr waren das 0,8 Prozentpunkte mehr. Die Zahl der Arbeitslosen stieg auf 10808. Im Vergleich zum Januar 2020 stieg die Arbeitslosigkeit vor allem pandemiebedingt um 32,3 Prozent.

Nachfrage im Gesundheits- und Sozialwesen

Die Kräftenachfrage auf Basis der gemeldeten Arbeitsstellen bleibt in Ulm weiter signifikant unter Vorjahresniveau. Der Stellenbestand im Bezirk lag mit 3 436 Arbeitsangeboten um 217 Offerten unter dem Vormonatswert. Das entspricht einem Rückgang um 5,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Bestand um 823 Stellen oder 19,3 Prozent kräftig und nahezu über alle Wirtschaftsabschnitte hinweg.

Prozentual verzeichnen insbesondere das Gastgewerbe mit minus 48,8 Prozent, der Einzelhandel mit minus 50,0 Prozent und der Bereich Verkehr und Lagerei mit minus 38,5 Prozent den deutlichsten Rückgang. Auch im Verarbeitenden Gewerbe (minus 13,7 Prozent) und bei der Arbeitnehmerüberlassung (minus 13,8 Prozent) ist der Bestand zum Vorjahr rückläufig. Ein Plus verzeichneten das Gesundheits- und Sozialwesen (plus 2,6 Prozent) und das Bauwesen (plus 3,6 Prozent). (az)

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