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27.01.2015

Arbeitsmarkt: Zahl der Beschäftigten auf Rekordniveau

Die Agentur für Arbeit Ulm zieht eine positive Bilanz. Das neu konzipierte Berufsinformationszentrum empfing voriges Jahr fast 11000 Besucher.
Bild: Alexander Kaya

In der Region haben so viele Menschen eine feste Stelle wie nie zuvor. Doch Geringqualifizierte tun sich zunehmend schwer, einen Job zu bekommen.

Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent war der Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm vergangenes Jahr wieder spitze in Baden-Württemberg. Gegenüber dem Vorjahr ging die Quote nochmals ein Stück runter. Im Schnitt waren 8812 Frauen und Männer arbeitslos, ewa 700 weniger als 2013. Gleichzeitig waren im Bezirk, zu dem Ulm, der Alb-Donau-Kreis und der Kreis Biberach gehören, so viele Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie nie zuvor – mehr als 212000. Die Prognose für 2015 ist weiterhin positiv, doch es gibt auch Probleme.

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„Immer mehr arbeitslosen Menschen fehlen die erforderlichen beruflichen Qualifikationen, um die Anforderungen auf dem Markt zu erfüllen“, erläuterte Götz Maier, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit. 43 Prozent der Arbeitslosen stehen dem Arbeitsmarkt als Helfer zur Verfügung. Aber nur bei 16 Prozent der freien Stellen werden solche Leute gesucht. Viel stärker gefragt sind hingegen Fachkräfte und Spezialisten. Ein Schwerpunkt der Agentur für Arbeit wird daher in diesem Jahr die Investition in Arbeitslose sein, also in Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen. Dazu zählt beispielsweise das Sonderprogramm „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ (Wegebau). Dieses nutzen derzeit 121 Arbeitnehmer. 45 Frauen und Männer starteten im Herbst eine Ausbildung in der Pflegebranche. Andere ungelernte Beschäftigte begannen eine Lehre als Elektroniker, Koch, Kfz-Mechatroniker, Bäckereifachverkäufer oder Fachkraft Lagerlogistik. Insgesamt stehen der Agentur in diesem Jahr für die Arbeitsmarktförderung 14,5 Millionen Euro zur Verfügung, 11,5 Prozent mehr als im vorigen Jahr.

Als eine der Herausforderungen für 2015 sieht die Agentur für Arbeit Ulm den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit. Als langzeitarbeitslos gilt, wer länger als ein Jahr ohne Beschäftigung ist. Davon waren im Jahresschnitt 623 Menschen betroffen. Die Agentur will verhindern, dass noch mehr Kunden in die Langzeitarbeitslosigkeit abrutschen. Als eine Maßnahme dagegen wurde voriges Jahr die Interne ganzheitliche Integrationsberatung („Inga“) etabliert. Arbeitslose Frauen und Männer, die es schwerer haben, als andere, wieder einen Job zu bekommen, erhalten hierbei eine besonders intensive Betreuung und weitreichende Unterstützung. Zehn Mitarbeiter der Agentur kümmern sich darum. Für Peter Rasmussen, dem Leiter der Agentur für Arbeit Ulm, ist „Inga“ ein echtes Erfolgsprojekt.

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Ein besonderes Augenmerk wird die Arbeitsagentur in diesem Jahr auf Flüchtlinge und Asylbewerber legen. Es gelte, deren Potenziale zu erkennen und zu nutzen, betonte Götz Maier. Schließlich gebe es im Agenturbezirk derzeit 3970 unbesetzte Arbeitsstellen und 420 unbesetzte Ausbildungsstellen. Entscheidend für die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt sei, dass der dauerhafte Aufenthalt gesichert sei und dass das Sprachniveau ausreiche. Erste Einzelheiten wurden bei einem „Ulmer Gipfel“ besprochen, an dem Vertreter der Landratsämter, der Stadt Ulm, der Jobcenter, der Industrie- und Handelskammer, des Verbands Südwestmetall und der Agentur für Arbeit zusammenkamen.

Insgesamt gehen Götz Maier und Peter Rasmussen davon aus, dass die Nachfrage nach Fachkräften in der Region quer durch alle Branchen in diesem Jahr auf hohem Niveau bleiben wird.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm (Stadt Ulm, Alb-Donau-Kreis, Kreis Biberach) betrug die Arbeitslosenquote 2014 im Schnitt 3,2 Prozent (2013: 3,4 Prozent), in Ulm lag sie bei 3,5 Prozent. Von den 8812 Arbeitslosen (inklusive Hartz-IV-Empfänger) waren etwas mehr Männer als Frauen. Die Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent zurück. Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt zeigen zwei Zahlen: So gingen vergangenes Jahr 30 484 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab, das heißt, sie fanden einen Job. Auf der anderen Seite mussten sich 30 079 Frauen und Männer neu arbeitslos melden. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen (3689) ist nahezu identisch mit der der Vorjahre. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen ist allerdings deutlich gestiegen: um 91 auf 420. Die Agentur für Arbeit rechnet damit, dass sich dieser Trend fortsetzt. Die Zahl der Schulabgänger nimmt ab. Ausbildungsnachfrage und -angebot stimmen oft nicht überein. Wer keinen Hauptschulabschluss hat, hat kaum noch eine Chance, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

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