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09.11.2013

Auf dem Abstellgleis

Auf dem Abstellgleis
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Der Gerlenhofer Bahnhof ist mit seinen handbetriebenen Schranken eine Rarität. Wie lange er noch gebraucht wird, ist unklar.

Mike Böhmer ist gut beschäftigt an diesem Freitagnachmittag. Alle paar Minuten kommt ein Zug vorbei, was für ihn Arbeit bedeutet. Er ist Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn und schiebt heute Dienst am Bahnhof in Gerlenhofen. Dieser ist mit seiner noch handbetriebenen Schranke eine Rarität – und er sorgt dafür, dass Böhmer die Arbeit nicht ausgeht. Alle paar Minuten muss er mit einer Handkurbel die Schranken bedienen, die den Autoverkehr von den Gleisen fernhalten.

Rund acht Züge in der Stunde sind es momentan, ab dem 14. Dezember werden es deutlich mehr werden. Denn mit der Reaktivierung der alten Bahnstrecke zwischen Weißenhorn und Senden und der Rückkehr des „Bähnle“ werden künftig auch durch Gerlenhofen mehr Züge fahren. Für Mike Böhmer und seine Kollegen bedeutet das mehr Arbeit, für die Autofahrer mehr Wartezeit an den Schranken und für die Anwohner mehr Lärm.

200 bis 400 Fahrgäste pro Tag

Auf dem Abstellgleis

Gleichzeitig werden allerdings auch die Züge weniger, die am Gerlenhofer Bahnhof halten. Momentan werden die 200 bis 400 Fahrgäste, so die Auskunft von Markus Riethe vom Regionalverband Donau-Iller, täglich mit insgesamt elf Zügen von und nach Gerlenhofen gebracht, künftig werden es nur noch acht sein. Dafür stehen zwar mehr Busse zur Verfügung, allerdings brauchen diese doppelt so lang, um beispielsweise nach Ulm zu kommen.

So richtig glücklich ist man daher bei der Stadt Neu-Ulm nicht mit der Situation des Öffentlichen Nahverkehrs in Gerlenhofen und würde den rund 2500 Einwohner großen Stadtteil gerne „optimal an den schienengebundenen Personennahverkehr“ anbinden, wie es in einem Beschluss des Stadtrates von dieser Woche heißt. Allerdings muss dafür die Bahnstrecke zwischen den Haltepunkten an der Finninger Straße in Neu-Ulm und Senden zweigleisig werden. Diese Pläne sind nicht neu, allerdings scheint die Angelegenheit nun langsam ins Rollen zu kommen. „Nach einigen Jahren wird die Sache jetzt etwas greifbarer. Die Bahn will sich ernsthaft mit der Zweigleisigkeit beschäftigen, was sie meinem Eindruck nach bisher nicht getan hat“, erklärte Oberbürgermeister Gerold Noerenberg nach einem Ortstermin Mitte Oktober.

Dafür war jedoch eine Grundsatzentscheidung des Stadtrates vonnöten, die nun diese Woche gefällt wurde. Falls die Zweigleisigkeit kommt, soll die Haltestelle Gerlenhofen vom Ortsrand in die Ortsmitte verlegt werden. „Der Bahnhof wäre dadurch zentraler, besser angebunden und barrierefrei“, sagt Noerenberg, glaubt aber, dass es dazu frühestens in zwei bis drei Jahren kommen könnte.

Außerdem wären mit der Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner verbunden: „Unterm Strich wäre es eine klare Verbesserung für Gerlenhofen.“ Der Bahnhof an der Hausener Straße hätte dann aber ausgedient. Und die Kurbelei für Mike Böhmer und seine Kollege vermutlich ein Ende.

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