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Neu-Ulm

19.11.2013

Auf den acht Spuren Adenauers

Nach den Überlegenungen des Bauamtes könnte der achtspurige Neubau der Brücke in vier Bauabschnitten umgesetzt werden.

Staatliches Bauamt denkt über Ausbau der Donaubrücke nach und bekommt sogleich politischen Gegenwind

Neu-Ulm/Ulm Die Konrad-Adenauer-Brücke erhitzt aktuell dies- und jenseits der Donau die Gemüter. Hintergrund sind Gedankenspiele des Staatlichen Bauamtes Krumbach, die fast 60 Jahre alte Brücke zwischen Neu-Ulm nach Ulm abzureißen und durch eine neue und vor allem größere zu ersetzen. Demnach könnte die Bundesstraße 10 künftig acht- und nicht wie bisher sechsspurig über die Donau führen.

Sanierung wäre nicht mehr wirtschaftlich

„Die Brücke ist in einem sehr schlechten Zustand und muss erneuert werden. Eine Sanierung wäre nicht mehr wirtschaftlich, also ist ein Neubau die einzige Lösung“, erklärt Bauamtsleiter Wilhelm Weirather auf Anfrage. Diese Erkenntnis ist nicht ganz neu, nun scheint aber Bewegung in die Sache zu kommen. Von konkreten Planungen könne man zwar zum jetzigen Zeitpunkt nicht sprechen, sagt Weirather, da noch nicht einmal endgültig geklärt sei, ob das bayerische Bauamt in Krumbach oder die baden-württembergischen Kollegen aus dem Ulmer Rathaus zuständig sind. „Trotzdem haben wir erste Überlegungen angestellt und sind zu dem Schluss gekommen, dass eine Erweiterung auf acht Spuren sinnvoll wäre, um im fließenden Verkehr das Einfädeln leichter zu gestalten“, so Weirather. 15,25 Millionen Euro stünden aus Fördertöpfen des Bundes für das Projekt zur Verfügung, das theoretisch im Jahr 2018 angegangen werden könnte.

Vorher sind allerdings noch hitzige Debatten in den politischen Gremien zu erwarten. In Ulm regt sich bereits Widerstand gegen die angedachte Erweiterung. „Eine Ertüchtigung der Adenauer-Brücke auf acht Spuren ist eine Einladung an ganz Süddeutschland, den kürzesten und breitesten Weg mitten durch die Ulmer City zu nehmen“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende der CDU im Ulmer Gemeinderat, Thomas Kienle. Auf der Neu-Ulmer Seite könnte sich Oberbürgermeister Gerold Noerenberg den Ausbau durchaus vorstellen, zumal dieser auch verbesserte Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner bedeuten würde. Laut Zahlen aus dem Jahr 2010 fahren täglich rund 96000 Fahrzeuge über die Konrad-Adenauer-Brücke.

Auf Neu-Ulmer Seite branden angesichts der Überlegungen zur Adenauer-Brücke nun auch Diskussionen über einen sechsspurigen Ausbau der B10 bis zur Anschlussstelle Neu-Ulm/Mitte auf. Wilhelm Weirather hält das allerdings für verfrüht. Zwar könne man in Zukunft über eine derartige Maßnahme nachdenken, „aber so weit sind wir noch lange nicht.“ Jetzt stehe erst einmal der Neubau der Brücke auf dem Programm. In den nächsten Tagen soll geklärt werden, ob sich das Bauamt Krumbach nun tatsächlich um die Planungen des Projektes kümmern darf. „Dann würde es aber Schlag auf Schlag weitergehen. Wir dürfen uns nicht unendlich viel Zeit lassen“, sagt Weirather. Bevor Entscheidungen getroffen werden, müsste aber zunächst ein Gutachten über das aktuelle Verkehrsaufkommen erstellt werden.

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