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Städtebau

08.03.2011

Auf einen Schlag 120 neue Wohnungen

Wartet auf den Abriss: Wo jetzt noch die Gebäude der Schwabengarage stehen, soll schon 2012 ein neues Viertel mit 120 Wohnungen entstehen. Rechts: die Bahngleise der Strecke Ulm - Aalen.
Bild: Foto: Andreas Brücken

Kommendes Jahr soll auf dem ehemaligen Gelände der Schwabengarage ein neues innerstädtisches Quartier entstehen

Ulm Der Spatenstich für eines der ganz wenigen innerstädtischen Wohnungsbauprojekte könnte sogar noch im laufenden Jahr erfolgen. Ein Blick auf ein geplantes neues Quartier direkt an den Bahngleisen in der Ulmer Oststadt, das derzeit noch mitten in der Phase der bürgerschaftlichen Beteiligung steht.

Jahrzehnte verkaufte der Fordhändler „Schwabengarage“ an der Marchtalerstraße direkt an den Gleisanlagen der Bahntrasse Ulm - Aalen Autos. Bis die Firma den Betrieb Ende September 2008 nach Neu-Ulm verlegte. Seitdem gammelt das Gelände vor sich hin und wartet auf den Abriss. Bereits direkt nach dem Abzug der Schwabengarage hätten dort Wohnungen entstehen sollen, doch nachdem sich der Grundstücksbesitzer mit der Stadt Ulm aber nicht über den Preis einigen konnte, schlug der Discounter Aldi zu. Dem wiederum schob die Stadtverwaltung einen Riegel vor, sodass der jetzige Besitzer, die Firma Immobilienwerkstatt, wieder die Pläne der Wohnbebauung ausgrub.

Der Bau eines Discounters hätte nach Angaben von Stadtplaner Volker Jescheck das Gebiet nämlich mit Verkehr überfordert. „Da hätten wir mit mindestens 2000 Fahrzeugen pro Tag rechnen müssen.“ Das sei etwa das Dreifache, was nach Realisierung der bereits Ende vergangenen Jahres im Gemeinderat mit großer Mehrheit beschlossenen Wohnbebauungen zu erwarten wäre.

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Statt uniformer Wohnblöcke viel Abwechslung

So stehen bereits 2005 erfolgte Planungen der Architekten Mühlich, Fink & Partner nun vor einer Realisierung, wenngleich in „abgespeckter Form“. Denn wie Jeschek gestern sagte, sei eines der Erkenntnisse von zwei Bügerinfoveranstaltungen, dass die Bebauung etwas weniger dicht und auch niedriger erfolge. Im Mai werden die überarbeiteten Pläne, die zwischen drei und maximal sieben Stockwerke vorsehen, dem Gemeinderat vorgestellt, so Jeschek. „Nicht austauschbare Wohnarchitekturen“, so Architekt Peter Fink, sei die Intention des Vorhabens. Vielmehr stehe bei den 2005 bereits bei einem Architektenwettbewerb prämierten Plänen die Einmaligkeit des Ortes im Mittelpunkt. Ein Wohnumfeld mit hoher städtebaulicher Qualität soll entstehen. „Aufenthaltsorte mit eigener Identität, unverwechselbar.“ Trotz eines klaren Ordnungsprinzips im Ganzen dürfe kein Gefühl der Uniformität aufkommen. Stattdessen sorgen unterschiedliche Einblicke, Ausblicke, Durchblicke, Höfe, Plätze und auch Grünanlagen für städtebauliche Abwechslung. 120 Wohneinheiten sollen entstehen. Davon eine Großzahl familienfreundliche Drei- bis Vier- zimmerwohnungen. Diese seien zwar durch die nahen Bahnlinien „beeinträchtigt“. Doch der Lärm halte sich in Grenzen, Schallschutzwände erachtet die Stadt nicht für notwendig. Der Auftrag des Projekts geht über die Beschaffung von in Ulm nach wie vor knappem Wohnraum hinaus. Die ganze Gegend, so Jeschek, werde von dem Vorhaben profitieren. Der Osten Ulms als Wohnquartier holt in den kommenden Jahren also mächtig auf: Nur einen Steinwurf von der Marchtalerstraße entfernt entsteht nämlich ein noch größeres Projekt. Wie berichtet, sind dort etwa 300 neue Wohnungen auf der frei werdenden Klinikfläche auf dem Safranberg geplant. Auch hier heißen die von einer Jury aus Fachleuten und Stadträten ausgewählten Architekten Mühlich, Fink & Partner.

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