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Politik

24.05.2019

Ausreisesperre: Türkei setzt Mann von Mesale Tolu fest

Mesale Tolu will weiter für Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen.

Die Neu-Ulmer Journalistin hält eine Falle der Behörden für möglich. In der kommenden Woche tritt sie in ihrer alten Schule auf

Die türkischen Behörden haben gegen Suat Corlu, den Ehemann der Neu-Ulmer Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu, erneut eine Ausreisesperre verhängt. Ihrem Mann sei am Mittwoch bei der Einreise in Istanbul der Pass abgenommen worden, sagte Tolu unserer Redaktion. Da der 39-jährige Corlu ausschließlich die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, darf er vorerst nicht zu seiner Familie nach Neu-Ulm zurückkehren. Tolu fürchtet, dass die Justiz ihren Mann dauerhaft festhalten wolle.

Ihr Mann habe am Donnerstag wie jedes Mal an einem Prozesstermin in Istanbul teilnehmen wollen, sagte Tolu unserer Redaktion: „Es ist die normalste Sache der Welt, dass man als Angeklagter am eigenen Prozess teilnimmt.“ Der Termin wurde nach kurzer Aussprache beendet, die Fortsetzung wurde auf den 11. Oktober vertagt. Tolu selbst kam nicht zu der Anhörung. Mit der Ausreisesperre gegen Suat Corlu nimmt das Verfahren gegen das Ehepaar eine neue Wendung. Die 34-jährige Tolu kündigte an, sich „weiterhin für Freiheit und Gerechtigkeit“ einzusetzen.

Bei dieser Reise Corlus kam es anders als sonst: „Am Flughafen Istanbul wurde meinem Mann mitgeteilt, dass seit dem 14. Mai eine Ausreisesperre gegen ihn gilt“, berichtet Tolu. Die türkischen Behörden hätten dies aber vorher weder ihrem Mann noch seinen Anwälten mitgeteilt: „Normalerweise werden alle neuen Entwicklungen in einem Verfahren auf einer speziellen Online-Plattform der türkischen Justiz bekannt gegeben – bei dieser Ausreisesperre war das nicht der Fall.“ Corlu sei erst Ende April zum letzten Mal aus der Türkei ausgereist. Eventuell sei ihrem Mann bewusst eine Falle gestellt worden, sagte Tolu. Ihr Mann werde mit seinen Anwälten in die türkische Hauptstadt Ankara fahren, um dort mehr zu erfahren.

Tolu selbst will am kommenden Dienstag, 28. Mai, in der kleinen Mensa der Anna-Essinger-Schulen aus ihrem vor einem Monat erschienenen Buch „Mein Sohn bleibt bei mir“ lesen. Die 34-Jährige hat 2006 am Ulmer Anna-Essinger-Gymnasium das Abitur abgelegt. Beginn ist um 19 Uhr. (lmö/mase)"Politik

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