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Neu-Ulm

07.08.2012

Auto-Ritzer nervt Polizei und Fahrzeugbesitzer im Wiley

Das nervt: Immer wieder zerkratzt ein Unbekannter im Wiley geparkte Autos. Inzwischen sind es schon 60 Fälle mit 60.000 Euro Schaden.
Bild: Andreas Brücken

Ein Unbekannter zerkratzt seit einem Jahr serienweise Autos. Der Sachschaden summiert sich auf 60.000 Euro. Für Hinweise auf den Täter ist eine Belohnung ausgesetzt worden.

Ein Verrückter? Ein Autohasser? Ein Racheakt an den Bewohnern einer ganzer Siedlung? Die Polizei weiß nicht, wer und was hinter einer fast schon unheimlichen Serie von Sachbeschädigungen steckt, die seit Monaten hauptsächlich im Wiley-Wohngebiet und im Stadtteil Ludwigsfeld die dortigen Autobesitzer in Atem hält. Bislang kann die Polizei nur Vermutungen anstellen. Neu-Ulms Polizeichef Michael Keck ist sich ziemlich sicher: „Der Täter stammt aus dem Wiley.“

Polizei tut sich bei der Fahndung schwer

Der Unbekannte zerkratzt seit nahezu einem Jahr scheinbar wahllos Autos, die entweder am Straßenrand, an den Parkplätzen vor den Häusern oder in Carports abgestellt sind. Zuletzt hat er in der vergangenen Woche zugeschlagen. Der Schaden summiert sich inzwischen auf fast 60000 Euro. Betroffen von den Taten sind inzwischen fast 60 Autobesitzer. Die Polizei tut sich bei der Klärung der Fälle schwer und setzt bei ihren Ermittlungen auf die Mithilfe der Bürger. Inzwischen ist eine Belohnung ausgesetzt worden für Hinweise auf das kratzende Phantom. 1000 Euro gibt es für Tipps, die zur Aufklärung der Serie von Straftaten und zur Festnahme des Täters führen.

Im September des vergangenen Jahres wurden die ersten Sachbeschädigungen dieser Art angezeigt. Damals hatte sich der Täter noch auf Autos beschränkt, die in einer privaten Tiefgarage an der Marshallstraße abgestellt waren. Sehr schnell dehnte er allerdings seinen Aktionsradius auf Autos in benachbarten Straßen aus. Betroffen sind hauptsächlich Fahrzeuge, die im Bereich Helen-Keller-Straße, Elsa-Brandström-Straße, Washingtonstraße und Marshallstraße abgestellt waren. Vereinzelt wurden aber auch Autos zerkratzt, die in der Danziger Straße im nördlichen Ludwigsfeld abgestellt waren. Manche Fahrzeuge waren gleich mehrfach betroffen. Die Beschädigungen werden meist mit einem spitzen Gegenstand begangen. Dabei kann es sich nach Vermutungen der Polizei um einen Schraubenzieher, ein Messer oder einen anderen scharfkantigen Gegenstand handeln.

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Die Fahrzeuge waren in ihren jeweiligen Carports und auf ihren Stellplätzen abgestellt und wurden erheblich beschädigt. In den zurückliegenden zehn Monaten wurden von dem oder den Tätern insgesamt fast 60 Fahrzeuge beschädigt. Der Gesamtschaden beläuft sich nach vorsichtigen Schätzungen auf fast 60.000 Euro.

Bislang keine Hinweise auf den unbekannten Täter

Von dem Täter weiß die Polizei sehr wenig. Es gibt bislang keinerlei Hinweise auf den Unbekannten. Meist geht er nachts auf Tour und zerkratzt wahllos Fahrzeuge. Wenn er glaubt, dass ihm die Polizei auf den Fersen ist, reißt die Serie wieder ab, es vergehen meist zwei Monate, ohne dass es zu neuen Straftaten dieser Art im betroffenen Gebiet kommt.

Die Polizei tut sich bei der Fahndung nach dem Phantom sehr schwer wegen der vergleichsweise raschen und unauffälligen Tatausführung. Nach Einschätzung von Polizeidirektor Keck kann der Täter im Vorbeigehen Autos zerkratzen, ohne dabei viel Lärm zu verursachen. Daher sei es sehr schwierig für die Polizei, ihn auf frischer Tat zu erwischen. Auch auf Anwohner könnte der Täter eventuell nur als „bloßer“ Spaziergänger wirken. Offenbar wählt er Zeit und Ort für seine Zerstörungstaten so aus, dass er unerkannt bleiben kann.

Die Polizei hat zwar den Kontrolldruck im fraglichen Gebiet deutlich erhöht, bislang allerdings ohne Erfolg. „Es ist sehr schwierig, in diesem relativ unübersichtlichen Bereich Hunderte von Fahrzeugen zu überwachen“, gibt Keck zu bedenken.

Allerdings will die Polizei alles daran setzen, den Übeltäter möglichst bald dingfest zu machen, zumal sein Verhalten nach den Worten des Polizeichefs „äußerst sozialschädlich“ ist. Die normale Haftpflichtversicherung kommt für die meist immensen Schäden an den Fahrzeugen nicht auf. Und wer derartige Fälle der Vollkaskoversicherung meldet, muss damit rechnen, dass er höhergestuft wird.

Bevölkerung soll bei der Suche nach dem Täter helfen

Weil die Polizei nicht überall sein kann, hoffen die Beamten jetzt auf die verstärkte Mithilfe durch die Bevölkerung. In Absprache mit dem Landeskriminalamt ist nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt worden für Hinweise, die zur Festnahme des Täters führen. Die Polizei appelliert an die Bürger im Wiley, verstärkt wachsam zu sein. „Ein kurzer Blick aus dem Fenster oder eine Beobachtung beim Spaziergang könnte den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung des Täters bringen“, sagt Michael Keck. Wer verdächtige Beobachtungen macht, solle sofort und zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen.

Hinweise werden unter der Telefonnummer 0731/80130 oder unter Notrufnummer 110 entgegengenommen.

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