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Ulm

28.01.2020

Autofahrer legt Straßenbahn lahm

Auf das Gleisbett der Straßenbahn geriet ein Autofahrer.
Foto: Thomas Heckmann

Arbeiten bei 750 Volt: Strecke bei Böfingen wegen schwieriger Bergung gesperrt.

Über eine Stunde war am Dienstagmorgen in Ulm die Straßenbahnstrecke zwischen der Donauhalle und Böfingen blockiert. Kurz vor sieben Uhr morgens war ein 37-jähriger Mann mit seinem VW Passat Auf der Böfinger Steige bergauf unterwegs. Auf gerader Strecke kam er, nach Polizeiangaben wegen Unachtsamkeit, plötzlich nach rechts von der Fahrbahn ab, ein Bordstein konnte seinen Wagen nicht zurückhalten.

Zuerst fuhr er das Verkehrszeichen der Geschwindigkeitsbeschränkung nieder, anschließend riss er den Steuerschrank einer Gleisschmieranlage aus der Verankerung. Im Schotter der Straßenbahngleis blieb der Pkw schließlich stecken, das Verkehrszeichen noch unter dem Auto. Der Fahrer und seine Mitfahrer konnten das Unfallfahrzeug unverletzt verlassen.

Der Fahrer einer bergauf fahrenden Straßenbahn bemerkte den Unfall und konnte nicht nur seine Leitstelle und dadurch die Polizei verständigen, sondern warte auch noch rechtzeitig den Fahrer der talwärts fahrenden Straßenbahn. Mehrere Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe mussten an die Unfallstelle kommen, um den Steuerkasten der Schmieranlage sicher vom Stromnetz zu trennen und auch die fettgefüllten Leitungen abzubauen. Die Anlage ist eine von rund 50 Schmierpunkten im Ulmer Straßenbahnnetz, die vorbeifahrende Straßenbahnen mit einem winzigen Fettspritzer auf der Schieneninnenseite versorgt und so das Quietschen der Eisenräder in engen Kurven vermindert.

Um das Unfallfahrzeug aus dem Schotter zu bekommen, war ein Abschleppwagen mit Kran notwendig, der den Unfallwagen von dem Steuerkasten heruntergehoben hat. Begonnen werden konnte die Bergung erst, nachdem der Betriebsleiter der Verkehrsbetriebe den Abschleppwagenfahrer auf die Gefahren der 750 Volt führenden Fahrleitung und in die Sicherheitsabstände eingewiesen wurde. Während der Unfallaufnahme durch die Polizei und die Bergung des Unfallautos sowie der zerstörten Steuerung mussten ab der Donauhalle Busse die Fahrgäste befördern. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 15.000 Euro. (heck)

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