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Ulm/Landkreis Neu-Ulm

05.07.2018

Bahnstrecken:Kampf gegen das Dieselloch des Südens

Manchmal geht es voran: Bauarbeiter haben am 22. April 2018 bei Aitrach (in der Nähe von Memmingen den ersten Strom-Masten für die Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Memmingen-Lindau errichtet.
Foto: DB

Der Schwabenbund kritisiert die mangelnde Elektrifizierung von Bahnverbindungen im Großraum Ulm/Neu-Ulm

Deutschlandweit gibt es nur noch wenige Diesellöcher, also zusammenhängende Bereiche ohne elektrifizierte Bahnstrecken und eines davon, das „Dieselloch-Süd“, erstreckt sich entlang der südlichen Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg über den Schwabenbund. Schwabenbund, der länderübergreifende Zusammenschluss aus Politik und Wirtschaft in Bayern und Baden-Württemberg, forderte nun auf seiner Mitgliederversammlung, diesen Missstand zu beseitigen.

„Es ist grotesk, dass in einem der bundesweit wirtschaftsstärksten ländlichen Räume mit zwei von Deutschlands beliebtesten Tourismusregionen, dem Allgäu und dem Bodensee, sich eines der letzten Diesellöcher der Republik befindet. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass der Schwabenbund die Stimme für unsere Grenzregion erhebt“, sagt der Co-Vorsitzende und Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, Otto Sälzle.

Sälzle begrüßt besonders, dass die Brenzbahn (Ulm-Aalen) und die Donaubahn (Ulm-Sigmaringen-Tuttlingen) nachträglich im Elektrifizierungskonzept des Landes Baden-Württemberg aufgestuft werden sollen.

Der bayerisch/baden-württembergische Interessenzusammenschluss fordert deshalb, mit der in seiner aktuellen Mitgliederversammlung verabschiedeten Entschließung, eine zeitnahe Elektrifizierung zur Beseitigung des „Dieselloch-Süd“ und folglich Nachbesserungen der Elektrifizierungskonzepte der Länder, da diese nur wenige Bahnstrecken im ländergrenzüberschreitenden Schwabenbund berücksichtigen.

Konkret betrifft dies die Verlängerung der Illertalbahn (Streckenführung: Kempten – Oberstdorf) und die Bayerische Allgäubahn (Augsburg – Kempten – Lindau) für die eine nachträgliche Aufnahme in die Elektromobilitäts-Strategie des Freistaats Bayern gefordert wird. Zudem sollen für die nicht-elektrifizierten Strecken der Mittelschwabenbahn (Günzburg – Mindelheim), der Außerfernbahn (Kempten – Pfronten/Reutte,Tirol) und der Schwäbischen Albbahn (Schelklingen – Gammertingen) zukunftsfähige Lösungen, etwa durch den Einsatz alternativ angetriebener Fahrzeuge, gefunden werden. Der Vizepräsident der IHK Schwaben und Vorstandsmitglied des Schwabenbundes, Gerhard Pfeifer, fasst diese Forderung in deren überregionalen Bedeutung zusammen: „Die Bundesregierung und auch die Länder haben den Willen, das Zusammenwachsen Europas voranzutreiben.“ Hierzu dürften in diesem prosperierenden ländlichen Raum zwischen München und Stuttgart Investitionen in eine zukunftsfähige Bahninfrastruktur nicht länger zurückgestellt werden. (az)

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