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Illerberg

29.04.2018

Bahnt sich im Baugebiet eine Lösung an?

Das ist die ausgebaute Verlängerung der Witzighauser Straße, rechts ist die Stützmauer aus Natursteinen zu sehen. Anlieger und Landwirte haben sich über die Ausführung der Bauarbeiten beschwert. 

Das Baugebiet an der Witzighauser Straße beschäftigt den Stadtrat. Gespräche zwischen Verwaltung und Landwirten sollen nun Irritationen ausräumen.

Die Verlängerung und Tieferlegung der Witzighauser Straße in Illerberg hat jetzt auch den Vöhringer Stadtrat beschäftigt. Die Präsenz vieler Landwirte im Sitzungssaal machte deutlich, dass das Thema noch nicht vom Tisch ist. Gleichwohl deutet sich eine Lösung an. Bürgermeister Karl Janson kündigte Gespräche an und zeigte sich zuversichtlich, „zu einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Lösung zu kommen“.

Wie berichtet, sorgt die Erschließungsstraße für ein neues Baugebiet für Unmut bei einigen Anwohnern und Bauern. Sie kritisierten die Tieferlegung, da Altanlieger zum Teil ihre Einfahrten zurückbauen müssen. Das kann zu erheblichen Kosten führen. Auch die Straßenbreite von sechs Metern wird als unzureichend betrachtet, vor allem für großes landwirtschaftliches Gerät, wenn dort Autos parken. Zudem herrscht Unverständnis über eine Stützmauer aus Natursteinen an einer Böschung: Diese könne dem Erdreich nicht standhalten, hieß es.

Das Gefälle ist immens

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Timo Söhner vom Bauamt wies auf Schwierigkeiten durch die Topografie hin. Das 18-prozentige Gefälle müsse durch eine Tieferlegung der Straße abgefangen werden. Zum Vergleich: Die Steige durch Illerberg hat ein Gefälle von 14 Prozent.

Markus Prestele (CSU) sieht bei der Straßenbreite Engpässe für landwirtschaftliche Fahrzeuge voraus. Er sprach sich dafür aus, Parkbuchten anzulegen. Angelika Böck (CSU) äußerte wie ihr Fraktionskollege Gerhard Notz Zweifel, ob eine Mauer aus Steinen dem Druck der Erdmassen standhalten kann. Notz, selbst Bauunternehmer, hält eine Stahlbetonmauer für geeigneter.

Werner Zanker (SPD) wunderte sich, wieso die Kritiker die Stadt in die Pflicht nehmen. Diese habe mit der Erschließung eigentlich nichts zu tun. Immerhin gebe es einen Träger. Daran knüpfte Christoph Koßbiehl an: Erschließungen sollten nicht an private Unternehmer vergeben werden, sondern Sache der Stadt bleiben.

Die aktuelle Situation und die Kritik der Landwirte kann Erschließungsträger Hans-Jürgen Birk, Chef der Illerberger Städtebau und Erschließungsgesellschaft (ISE), nur schwer nachvollziehen – zumal die Witzighauser Straße von vier auf sechs Meter verbreitert wurde.

Es gibt einen städtebaulichen Vertrag

Auf Anfrage erklärte er, dass die von Stadtrat und Verwaltung abgestimmten Planinhalte und Ausführungsdetails in einem städtebaulichen Vertrag fixiert wurden. „Entsprechend diesen Plänen wurde gebaut.“ Die Maßnahmen seien zweigeteilt: Neuerschließung des Baugebietes und Erschließung des Altbestandes an Wohnhäusern durch die Stadt.

Für die bestehenden Haushalte an der Witzighauser Straße sind laut Birk bislang keine Erschließungsbeiträge erhoben worden. Darunter fällt auch die Höhenanpassung der privaten Hofeinfahrten, die zum Teil auf städtischen Grund gebaut wurden. „Dass in diesem Zuge das neu gewonnene Baugrundstück der jetzigen Altanwohner zu deren Gunsten auf Kosten der Firma bauplanungsrechtlich entwickelt wurde und mit Gas, Strom, Wasser und Abwasser versorgt wurde, ging bisher unter“, sagte er. Die Straßenbreite und Ausweichstreifen wurden planungskonform ausgeführt, so Birk. Das hat Bürgermeister Janson bestätigt.

Die Befürchtungen zur Mauer teilt Birk nicht. „Die Standfestigkeit wurde am Tag des Baus durch einen Landwirt erfolgreich getestet, als er mit einem Kultivator unterwegs war.“ Im Übrigen ist er der Meinung, dass sich eine Natursteinmauer ideal der Landschaft anpasse, „mehr noch, sie bietet Quartier für Mauereidechsen und sonstige Kleinlebewesen“.

Die neue Straße nicht tiefer gelegt

Die neue Witzighauser Straße wurde laut Birk nicht tiefergelegt, sondern nur um die natürliche Erhebung im Zentrum des Neubaugebietes egalisiert, maximal um rund 30 Zentimeter. Im Gegenzug musste die westliche Erschließungsstraße bis zu 1,80 Meter über das gegebene Niveau gehoben werden. Immerhin handele es sich um eine Steigung des Geländes von 18 Prozent.

Die Lösung könnte in Absprache mit der Verwaltung so aussehen: ein dauerhaftes Parkverbot entlang der Westseite der Straße und in der Verlängerung der 30er-Zone sowie die Ausweisung zusätzlicher Langzeitparkplätze.

Bauernobmann Oliver Wiedenmann hatte sich in einem offenen Brief an die Stadt gewandt und auf die Situation hingewiesen. Er hätte gerne einen Randstreifen von 1,50 Meter gesehen, „so wie es vor einem Jahr im Bebauungsplan beschlossen worden ist“, sagte er bei der Sitzung. „Das Bauamt hat im Stadtrat ein bisschen geschönt.“ Nach dem Gespräch mit dem Bürgermeister hofft er auf eine einvernehmliche Lösung.

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