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13.07.2013

Bald Internet zum Nulltarif in der City

„Wir wollen keine Konzessionen für kostenloses Internet vergeben.“Ulms Finanzbürgermeister Gunter Czisch

Ab Schwörmontag in Ulm Realität. Investor auch mit Neu-Ulm und Senden in Kontakt

Neu-Ulm/Ulm/Senden Bereits am Schwörmontag soll auf dem Münsterplatz und in Teilen der Platzgasse kostenloses Internetsurfen über Funk möglich sein. Die Ulmer Firma Level 421 installierte dafür bereits eine Antenne auf dem Dach des Haushaltswarengeschäfts Abt. Die Nutzung dieses „WLAN-Hotspots“ soll einmal pro Tag eine halbe Stunde kostenlos möglich sein, sagt Level-421-Chef Markus Haut. Damit kommt die Firma, die sich eigentlich auf das Anbieten von Internetverbindungen über Satellit in entlegenen Regionen dieser Welt spezialisiert hat, der Stadt Ulm zuvor.

Wie berichtet, hätten eigentlich bis Mitte des Jahres in Ulm die Bereiche Münsterplatz, Rathaus, Neue Mitte und der Hauptbahnhof mit einem WLAN-Netz ausgestattet werden sollen. Mittels Plakaten – auf denen mit einem Logo auch auf den Betreiber SWU Telenet und den Finanzierungspartner Stadt Ulm hingewiesen wird – sollten die Besucher der Stadt auf die Hotspots aufmerksam gemacht werden. Als der Unternehmer Haut davon erfuhr, platzte ihm der Kragen. „Damit sind sämtliche Ausschreibungsrichtlinien verletzt worden.“

Eine Spezialkanzlei für Medienrecht habe er bereits zur Klärung der Rechtslage beauftragt. Seit zwei Jahren versuche er, die Stadt als Partner für Hotspots zu gewinnen, doch die glänze nur durch Blockaden. „Man lässt keinen Wettbewerb zu.“ In dieser Sache denke die Ulmer Verwaltung wie zu Zeiten des Postmonopols. Ihm sei gesagt worden, es handle sich bei der Installation von Antennen um eine Leistung, die nicht ausgeschrieben werden müsste. Haut: „Blödsinn“. Dabei könne seine Firma das im Ulmer Hauptausschuss diskutierte Konzept für öffentliche Internetzugänge mit 85000 Euro deutlich günstiger umsetzen.

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Die Stadt Ulm sieht sich nun von Haut zu Unrecht in ein juristisches Verfahren gedrängt. Die Pläne ruhen bis zur Klärung der Lage. „Wir wollen keine Konzessionen für kostenloses Internet vergeben“, sagt Ulms Finanzbürgermeister Gunter Czisch. Da habe Markus Haut etwas missverstanden.

Die Stadt wolle lediglich als Marketingmaßnahme an „stadtbedeutenden Stellen“ wie Rathaus und Münsterplatz kostenloses Internet zur Verfügung stellen und nutze dafür die sozusagen eigenen Ingenieure der SWU-Tochter Telenet. Technisch scheint die Firma Level 421 bestens gerüstet: Sozusagen als Abfallprodukt seiner Firma könne Markus Haut für kostenloses WLAN in Ulm sorgen. Da er beispielsweise Energiekonzerne als Kunden habe, die einzig und allein auf die von Level 421 bereitgestellte Internetverbindung zur Steuerung der Bohrtürme vertrauen, habe er erstklassige Technik, die für das Maximum an Zuverlässigkeit sorge. Diese Hightech-Infrastruktur biete noch massig Kapazitäten etwa für Internetsurfen auf dem Münsterplatz. Richtig Geld verdienen könne man nicht mit kostenlosem Internet, das sei ihm klar. Doch als internetaffinem Menschen sei es ihm ein Anliegen, Ulm aus der Online-Steinzeit zu holen.

Allerdings ist sich Haut sicher, dass in Zukunft die Einzelhändler großes Interesse an kostenlosem Internet hätten. So wie Abt, der Level 421 unterstützt. Haut: „Verkaufen geht heute nur noch mit Internet.“ In den Geschäften würde der Preisvergleich mit Internetanbietern zum Standard.

Anfang dieser Woche traf sich auch Sendens Bürgermeister Kurt Baiker mit Markus Haut und ließ sich über die Machbarkeit von kostenlosem Internetsurfen informieren. Und am Freitag kam es zu einem Treffen mit Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. Das Thema war das gleiche. Erst mal nur zur Information, wie es von der Neu-Ulmer Stadtverwaltung heißt.

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