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Neu-Ulm/Weißenhorn

19.05.2015

Bankenhochzeit: Neu-Ulm sagt Ja

Gute Laune der künftigen Chefs der neuen VR-Bank Neu-Ulm (von links): Wolfgang Seel (Weißenhorn), Steffen Fromm, Werner Deubel (beide aus Neu-Ulm) sowie Alois Spiegler (Weißenhorn).
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Gute Laune der künftigen Chefs der neuen VR-Bank Neu-Ulm (von links): Wolfgang Seel (Weißenhorn), Steffen Fromm, Werner Deubel (beide aus Neu-Ulm) sowie Alois Spiegler (Weißenhorn).

Eindeutiges Votum auf der Vertreterversammlung für eine Verschmelzung der Volksbank Neu-Ulm mit der VR-Bank aus Weißenhorn. Kritik war rar, aber es gab sie

Neu-Ulm Alle Zeichen stehen auf Hochzeit. Und zwar aus Liebe: Die Vertreterversammlung der Volksbank Neu-Ulm hat am Dienstagabend ein eindeutiges Votum für den Zusammenschluss des Instituts mit der benachbarten VR-Bank Neu-Ulm/ Weißenhorn abgegeben. Am Ende stimmten 98,55 Prozent der 138 anwesenden Vertreter für den Zusammenschluss, eine Zustimmung von 75 Prozent wäre ausreichend gewesen. Damit ist die erste Etappe zur endgültigen Fusion geschafft – am Mittwoch entscheiden die Vertreter in Weißenhorn, ob sie ebenfalls dem Zusammenschluss zur zukünftigen VR-Bank Neu-Ulm zustimmen. Zuvor hatten sich bereits beide Aufsichtsratsgremien sowie die Arbeitnehmervertreter für die Fusion ausgesprochen.

Die Vorstände Werner Deubel und Steffen Fromm erläuterten, warum eine Fusion zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung sei. „Wir haben glänzende Jahre hinter uns. Auch das Geschäftsjahr 2014 war ein Höhepunkt unserer Bank. Gerade deshalb sollten wir die Stärke nutzen, um rechtzeitig auf stürmische Zeiten vorbereitet zu sein“, sagte Werner Deubel.

Den konkreten Nutzen eines Zusammenschlusses zur dann drittgrößte Genossenschaftsbank im Bezirk Schwaben machte Fromm anhand von Zahlen deutlich: Prognostiziert werde eine Verbesserung des Gesamtbetriebsergebnisses im Mittel um 0,11 Prozent von 2015 bis 2019. Dieser monetäre Zusatznutzen wird mit 1,2 Millionen Euro pro Jahr beziffert.

Die Bankenhochzeit hatte bei der Vertreterversammlung im Edwin-Scharff Haus viele Fans: Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg sprach von einer „wichtigen Weichenstellung für die Zukunft“ und auch Ursula Sedlmair-Wolff, die den Prüfbericht des Genossenschaftsverbandes vortrug, berichtete nur von Vorteilen durch mehr Effizienz wegen Synergiepotenzialen.

Kritische Stimmen waren die ganz klare Ausnahme, aber es gab sie. Süffisant gratulierte etwa der Ludwigsfelder Vertreter und Volksbank-Teilhaber Johann Proißl dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Werner Deubel, der mit Vollendung des 63. Lebensjahres vorzeitig zum 31. Januar kommenden Jahres „unter Auszahlung der vertraglichen Restansprüche“ ausscheidet: „Mit 63 in Rente bei vollen Bezügen, das ist sonst nirgends in der Wirtschaft möglich.“ Außerdem wollte er die Kosten der Fusion beziffert wissen. „Eine Fusion kostet selbstverständlich Geld“, antwortete Deubel souverän, eine genaue Bezifferung sei derzeit aber nicht möglich. Doch die erwartete Verbesserung des Gesamtbetriebsergebnisses würde diese Kosten mehr als wettmachen. Eine Burlafingerin, die als eine von zwei Vertretern gegen die Fusion stimmte, befürchtete das in einer größeren Einheit das Familiäre der Bank verloren gehe. Dies habe sie bereits im Zuge der Fusion der Raiffeisenbank Burlafingen mit der Volksbank Neu-Ulm im Jahr 2000 erleben müssen.

Mit ihren Befürchtungen stand die Burlafingerin am Dienstagabend ziemlich allein. Nun richtet sich der Blick auf die Fuggerstadt: Sollten am Mittwoch die Vertreter die Liebesgrüße aus Neu-Ulm erwidern, wird durch den Zusammenschluss der Banken mit über 360 Mitarbeitern, mehr als 70000 Kunden und mit einer Bilanzsumme von über 1,5 Milliarden Euro die drittgrößte Genossenschaftsbank im Bezirk Schwaben entstehen.

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