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Neu-Ulm

14.05.2019

Barrierefreies WC in Neu-Ulm: Landeskirche gibt ihren Segen

Im Innenhof des Edwin-Scharff-Museums will die Stadt Neu-Ulm eine barrierefreie Toilette bauen.
Bild: Alexander Kaya

Plus Das Warten auf den Bau einer neuen Toilette für das Museumscafé könnte bald zu Ende sein: Dem evangelischen Dekanat Neu-Ulm liegt mittlerweile die Genehmigung aus München vor. Die Stadt zeigt sich erleichtert.

Das monatelange Zerren um den Bau einer behindertengerechten Toilette am Neu-Ulmer Museumscafé steuert auf ein Happy End zu: Wie Johannes Knöller, Geschäftsführender Pfarrer an der Petruskirche, auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte, liegt ihm mittlerweile die bislang fehlende Genehmigung der evangelisch-lutherischen Landeskirche für einen Verkauf vor. Damit dürften alle wichtigen Hindernisse aus dem Weg geräumt sein, die bislang den Bau verzögerten. „Für mich ist die Sache damit erledigt.“

Lesen Sie dazu auch: Posse um Toilette am Edwin-Scharff-Museum

Wie berichtet, will die Stadt Neu-Ulm unter einem Vordach im Innenhof ein barrierefreies WC für das von der Lebenshilfe Donau-Iller betriebene inklusive Café im Edwin-Scharff-Museum errichten. Der Beschluss dazu wurde bereits 2017 getroffen. Für den Bau benötigt die Stadt aber etwa fünf Quadratmeter Grund, die sich derzeit noch im Eigentum des angrenzenden Dekanats befinden. Die Verhandlungen der Kommune mit der Kirche über einen Grundstückskauf hatten sich über Monate hingezogen; sowohl der Neu-Ulmer Kulturdezernent Ralph Seiffert als auch Lebenshilfe-Geschäftsführer Jürgen Heinz hatten sich gegenüber unserer Zeitung verwundert über die Rolle der Landeskirche bei den Gesprächen gezeigt. Der Tenor: Mit den Kirchenverantwortlichen in Neu-Ulm sei längst alles klar, doch München trete auf die Bremse.

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Pfarrer Knöller, der erst seit Sommer 2018 an der Petruskirche arbeitet und damit, seit Beginn seiner Tätigkeit, mit der Toiletten-Frage zu tun hat, tut sich mit dieser Darstellung allerdings schwer – und nimmt ausdrücklich auch die Kollegen der Landeskirche in Schutz. Dass es dreieinhalb Monate gedauert hat, bis das klare Signal aus München kam, hält er für keine ungewöhnliche Verzögerung. Aus Knöllers Sicht liefen die Gespräche über die Toilette zuvor normal und sachlich ab; der zuständige Planer vom Landeskirchenamt habe sogar eine einleuchtende Variante für ein barrierefreies WC innerhalb des Gebäudes vorgelegt. Diese sei aber von der Stadt kategorisch abgelehnt worden.

Pfarrer Knöller: Bau im Hof ist "nur zweitbeste Lösung"

Auch Knöller hält den Toiletten-Anbau im Innenhof nur für „die zweitbeste Lösung“, doch „im Dienste der Sache“ sei er an den Kirchenvorstand herangetreten, der mit seinem Beschluss im Januar 2019 daraufhin dem Wunsch der Stadt gefolgt sei. Übrigens bereits zum zweiten Mal, denn das Gremium hatte, wenn auch noch in anderer Besetzung, dem Fünf-Quadratmeter-Anbau bereits 2017 zugestimmt. Die Landeskirche als Aufsichtsbehörde hatte in der Sache aber später zusätzlichen Gesprächsbedarf angemeldet. Dass der nun vorliegende positive Bescheid aus München mit der Berichterstattung unserer Zeitung zusammenhängt, ist zumindest wahrscheinlich. Das Schreiben der Landeskirche wurde erst nach unserer Anfrage an deren Pressestelle abgeschickt.

So oder so: Pfarrer Knöller ist froh, dass die WC-Diskussion damit abgeschlossen sein dürfte, auch weil er selbst Stammgast des Museumscafés ist. Er betont aber, dass noch Details geklärt werden müssen. Es geht um die Höhe des Anbaus, den Ausschluss einer Geruchsbelästigung für die darüber liegenden Büros und Wohnungen – und um einen Ersatz für das Vordach. Dieses sei für die Gemeinde wichtig, damit man auch bei schlechtem Wetter rausgehen könne, erklärt Knöller, zum Beispiel, wenn der Seniorenkreis grillen will.

Erleichtert ist man angesichts der neuen Sachlage auch im Neu-Ulmer Rathaus, vor allem Fachbereichsleiter Seiffert: „Ich bin hocherfreut und hoffe, dass wir jetzt ganz schnell Zug auf die Kette bekommen.“ Jetzt könne man endlich mit der konkreten Planung loslegen.

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