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Ulm

11.07.2018

Basketball: Ulm gibt dem Orange Campus eine Chance

Das ehemalige Donaubad-Gelände soll zur neuen Heimat der Ulmer Basketballer werden.
Bild: Alexander Kaya

Die Verwaltung ist mit dem neuen Konzept für das Millionenprojekt zufrieden. Doch noch immer schwingt Skepsis mit, ob das Geld des Vereins BBU’01 ausreicht.

Ist es der entscheidende Schritt? Am Mittwochabend, 11. Juli, debattieren die Ulmer Stadträte über das mehr als 20 Millionen Euro schwere Sportprojekt Orange Campus. Die erste Tranche Fördergeld in Höhe von 500000 Euro könnte noch in diesem Jahr an den Verein BBU’01 fließen. In der Beschlussvorlage, die die Stadt auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat, empfiehlt die Verwaltung den Politikern, dem Projekt zuzustimmen – auch wenn dem Verein weiterhin Geld fehlt. Die endgültige Entscheidung fällt noch nicht. Am 11. Juli treffen sich die Mitglieder des Haupt- und des Sportausschusses. Sie beraten über das Projekt und geben eine Empfehlung ab. In der kommenden Woche, am 18. Juli, trifft sich der Gemeinderat. Er entscheidet, ob die Stadt Ulm Geld zum Projekt beisteuert. Der Gemeinderat folgt den Empfehlungen der Ausschüsse fast immer.

Im September stand das Vorhaben noch auf der Kippe. Damals war die Skepsis der Verwaltung und der Räte zu groß. Sie befürchteten, dass die Stadt einspringen muss, falls BBU’01 die nötigen Darlehen nicht stemmen kann. Diese Sorgen sind vom Tisch: Verein, Verwaltung und externe Berater haben in einer Projektgruppe ein Konzept erarbeitet, in dem der gemeinnützige und der kommerzielle Teil des Orange Campus streng getrennt werden. Geteilt wird dabei auch die Fläche. Einen Teil vergeben die Städte als Erbpacht für zunächst 60 Jahre an den Verein, das restliche Grundstück kauft die Orange Campus GmbH.

Orange Campus: Fast 5,5 Millionen Euro Zuschuss von Ulm und Neu-Ulm

Die Städte Ulm und Neu-Ulm und der Württembergische Landessportbund beteiligen sich, so sieht es das Konzept vor, nur am Vereinsteil. Sie schießen annähernd 5,5 Millionen Euro zu, Ulm bezahlt am meisten. Darüber hinaus geben die Städte dem Verein Darlehen in Höhe von fast vier Millionen Euro – über 30 Jahre Laufzeit mit einem Zinssatz von einem Prozent. Als zusätzliche Sicherheit haben die Städte unter anderem das Recht, von BBU’01 „jederzeit alle gewünschten Auskünfte über seine wirtschaftlichen Verhältnisse“ zu erhalten. Zudem begleitet ein externes Unternehmen das Projekt und soll Baufortschritte und Kostenentwicklung im Blick behalten. Auch für mögliche spätere Streits gibt es schon jetzt weitreichende Vereinbarungen.

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Noch immer schwingt in der Vorlage Skepsis mit: Dass der Verein das für den Vereinsteil erforderliche Eigenkapital in Höhe von 2,6 Millionen Euro aufbringen kann, wird als „ambitioniert“ bezeichnet. Denn BBU’01 muss einige Ziele erreichen, um das Geld zusammenzubekommen. Nach Angaben der Ulmer Verwaltung fehlen noch 1,2 Millionen Euro. Um das zu ändern, will der Verein unter anderem seine Mitgliederzahl fast verdoppeln: von 3500 auf 6000. Allein aufgrund der Bevölkerungszahlen in der Region sei das ehrgeizig, steht in der Vorlage. Die Mitgliederzahlen des Vereins sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Basketballer rechnen auch mit Einnahmen aus der Baustellenvermarktung (75000 Euro) und durch Spenden. Hier scheint sich BBU’01 auf dem richtigen Weg zu befinden. 888000 Euro müssen eingehen, hat die Ulmer Stadtverwaltung ausgerechnet. Etwas mehr als 650000 Euro zeigt das Spendenbarometer auf der Internetseite des Projekts Orange Campus.

Ratiopharm-Basketballer sollen Hallen mitbenutzen

Laufende Einnahmen soll der Orange Campus unter anderem dadurch erzielen, dass die Profi-Basketballer für 175000 Euro pro Jahr Hallen mieten. Ob das konstant gelingt, sei vom sportlichen Erfolg der Mannschaft abhängig, heißt es in der Vorlage. Denn der Zuspruch durch Zuschauer, Mitglieder und Sponsoren muss hoch bleiben.

Den kommerziellen Teil muss die Orange Campus GmbH stemmen. Das heißt auch, dass Ulm und Neu-Ulm das Grundstück nicht zu einem symbolischen Preis verkaufen, sondern für rund 1,6 Millionen Euro. Geschäftsführer der Orange Campus GmbH ist Andreas Oettel, der auch dem Vorstand des Vereins BBU’01 angehört. Vor allem im GmbH-Teil liegt das unternehmerische Risiko, das die Stadt Ulm scheut. Drei Millionen Euro Eigenkapital kommen vom Unternehmen, 8,3 Millionen Euro Darlehen geben drei die VR-Banken Neu-Ulm, Laupheim-Illertal und Langenau-Ulmer Alb. Die Kreditinstitute hatten im Januar die Zusagen gegeben, das Projekt zu unterstützen.

Die Baukosten des Projekts Orange Campus sind schon jetzt gestiegen

Die Baukosten für das Gesamtprojekt sind schon jetzt gestiegen. Statt bisher mit 22,8 Millionen Euro rechnet die Verwaltung jetzt mit 23,4 Millionen Euro. Die Erfahrung zeige, dass die Kosten noch weiter steigen können, heißt es in der Vorlage. Mit bestimmten vertraglichen Vereinbarungen mit den Bauunternehmern will BBU’01 das verhindern.

Der Orange Campus soll das Basketballzentrum der Region und die sportliche Heimat des Vereins werden, der bislang keine eigenen Sportstätten oder Räume hat. Bei dem Projekt ist ein fünfstöckiges Gebäude mit drei basketballtauglichen Sporthallen, einem Fitnesscenter, teils vermieteten Büros sowie einem Gastronomie- und Verkaufsbereich geplant. Genutzt werden soll der Orange Campus sowohl von Jugend- und Amateurteams des Vereins, als auch von den Profis von Ratiopharm Ulm. Entstehen soll der 11100 Quadratmeter große Orange Campus auf dem Gelände des ehemaligen Donaubads. Das bestehende Gebäude wird abgerissen.

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