Newsticker
Bundesregierung stuft mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Bauarbeiten an maroder Adenauerbrücke: Kommende Woche droht Stau

Ulm/Neu-Ulm

03.12.2020

Bauarbeiten an maroder Adenauerbrücke: Kommende Woche droht Stau

Auf der Adenauerbrücke über die Donau werden ab nächster Woche die Fahrspuren geändert. Wegen der Markierungsarbeiten müssen sich Autofahrer auf Verkehrsbehinderungen einstellen.
Bild: Alexander Kaya

Plus Autofahrer müssen mit Verkehrsbehinderungen zwischen Ulm und Neu-Ulm rechnen. Ab nächster Woche werden die Fahrspuren auf der Adenauerbrücke geändert.

Autofahrer, die regelmäßig auf der B10 zwischen Ulm und Neu-Ulm unterwegs sind, sind Kummer gewöhnt. Denn auf der viel befahrenen Verkehrsachse kommt es immer wieder zu Staus. In den nächsten Wochen ist erneut mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Grund sind Arbeiten auf der Adenauerbrücke, die am Montag, 7. Dezember, beginnen. Dort werden die Fahrspuren geändert. Gerhard Fraidel von der Koordinierungsstelle Großprojekte der Stadt Ulm sagte zu den bevorstehenden Maßnahmen: „Es wird wehtun.“ Und es könnte noch schlimmer kommen.

Die Baustelle werde den Verkehrsteilnehmern einiges abverlangen. „Wir werden eine, manchmal zwei Fahrspuren herausnehmen“, erläuterte Fraidel. Insgesamt würden die Markierungsarbeiten etwa fünf Tage dauern. Weil sie jedoch stark witterungsabhängig sind, ist für die Baustelle auf der Brücke ein Zeitraum von 7. bis 18. Dezember vorgesehen. Die Arbeiten finden jeweils von 8 bis 16 Uhr statt.

Neubau der Adenauerbrücke wird nicht vor 2028 fertig sein

Die Adenauerbrücke, auf der täglich bis zu 100.000 Fahrzeuge unterwegs sind, ist seit Jahren marode. Das 1954 errichtete Bauwerk weist Hohlstellen und verrostete Bauteile auf. Infolge der starken Belastung besteht die Gefahr von Ermüdungsbrüchen bei den Spanngliedern, Bestandteilen der Brücke aus Stahl. Deshalb soll die Adenauerbrücke durch einen Neubau ersetzt werden. Dieser wird jedoch nicht vor 2028 fertig sein. So lange muss die alte Brücke noch halten.

Um das zu gewährleisten, hat die Stadt Ulm eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. So steht jetzt jedes Jahr eine intensive Bauwerksprüfung an. Außerdem wird der Zustand der Brücke über ein Monitoring-System dauerhaft überwacht. Dieses wurde heuer um 60 akustische Sensoren erweitert. Sollte ein Spannglied in der Brücke reißen, geht ein Signal an den Tüv sowie ein von der Stadt beauftragtes Fachbüro. Diese wiederum würden in einem solchen Fall sofort die Stadt informieren, damit die Experten im Ulmer Rathaus auf den Schaden reagieren könnten.

Lastwagen sollen nicht alle drei Fahrspuren auf der Adenauerbrücke nutzen können

Eine weitere Maßnahme, um die Lebensdauer der Brücke zu erhalten, ist die Veränderung der Fahrspuren. Die jeweils linke Spur in beiden Richtungen wird auf eine Breite von 2,30 Meter verringert. Lastwagen können sie dann nicht mehr benutzen. „Wir wollen verhindern, dass im Extremfall drei Lastwagen nebeneinander fahren“, sagte Gerhard Fraidel.

Bereits jetzt müssen Lastwagen auf der Brücke einen Mindestabstand von 50 Metern zum nächsten Lkw einhalten. Auf die verengten Spuren wird mit Schildern hingewiesen. „Wir werden das beobachten“, kündigte Baubürgermeister Tim von Winning an. Falls es viele Verstöße gegen die neue Regelung gebe, werde die Stadt gegebenenfalls zu weiteren Maßnahmen greifen, ähnlich wie bei der Gänstorbrücke. Von Winning versicherte jedoch: „Die Brücke ist ja nicht kurz vor dem Zusammenbrechen.“

Wie breit soll die neue Adenauerbrücke werden?

Eine intensive Diskussion gibt es derzeit über die Breite der neuen Adenauerbrücke. Wie berichtet, hat sich das Staatliche Bauamt Krumbach als Bauherr des Millionen-Projekts klar festgelegt: Die Brücke soll achtspurig werden. Nach Überzeugung der Behörde wäre das neue Bauwerk damit nicht nur leistungsfähiger, sondern auch sicherer als mit sechs Spuren. Die Stadtverwaltungen in Ulm und Neu-Ulm sehen ebenfalls mehr Vor- als Nachteile.

„Weil wir während der Bauzeit und während des Betriebs eine wesentliche Verbesserung des Verkehrs erreichen“, sagte Ulms Baubürgermeister Tim von Winning. Mit acht Spuren könnten während der etwa dreijährigen Bauzeit zwei Spuren statt nur einer Spur offen gehalten werden. Das hängt mit der geplanten Bauweise zusammen: Die neue Brücke wird links und rechts neben der alten Brücke errichtet. Wenn die beiden Teile fertig sind, muss die bestehende Brücke abgerissen werden. In dieser Zeit wird ein Teil der Fahrbahn für die Baustelleneinrichtung benötigt. Dann wird erst die eine Hälfte des neuen Bauwerks an seinen endgültigen Platz geschoben, dann die andere.

Eingriff in die Ehinger Anlagen gibt es in jedem Fall - auch bei sechs Spuren

Einen Eingriff in die Ehinger Anlagen gebe es in jedem Fall, auch bei einer sechsspurigen Bauweise, sagte der Baubürgermeister. Laut Michael Jung, dem Leiter der Hauptabteilung Verkehrsplanung, müssten bei der Variante mit acht Spuren etwa zehn bis 15 Bäume mehr gefällt werden als bei der schmaleren Brücke.

Um „die Diskussion zu versachlichen“, so Tim von Winning, hat die Stadt auf ihrer Homepage Fragen und Antworten zum Neubau der Adenauerbrücke zusammengestellt. Die Diskussion über das Thema im Stadtrat, die eigentlich noch für Dezember vorgesehen war, wurde auf Februar verschoben. Die Städte Ulm und Neu-Ulm können allerdings ohnehin nur Stellungnahmen und Empfehlungen abgeben. Wie die Brücke gebaut wird, entscheidet letztlich der Bund. Denn der muss sie als Baulastträger auch bezahlen.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren