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26.06.2019

Bauherren sammeln Punkte

Wer in Weißenhorn bauen will, muss Punkte sammeln.

Stadtrat erweitert Vergabekriterien für Grundstücke

Bauplätze sind in Weißenhorn begehrt aber knapp. Auch mit städtischen Grundstücken, die an private Bauherren verkauft werden, soll Abhilfe geschaffen werden. Nach dem Beschluss des Bebauungsplanverfahrens für ein neues Baugebiet schreibt die Stadt die Bauplätze zum Verkauf aus.

Bevor sich Interessenten jedoch den Traum vom Eigenheim verwirklichen können, müssen sie sich um einen Bauplatz bewerben – mit umfangreichen Vergaberichtlinien. Bürger, die sich für die Gesellschaft engagieren oder in Vereinen aktiv tätig sind, sollen darin Pluspunkte sammeln können. Kinder unter 18 Jahren werden mit jeweils zwei Punkten berücksichtigt. Auch bringen langjährige Vorstandstätigkeiten oder die Mitgliedschaft bei der Feuerwehr zwei Punkte. Führungskräfte der Feuerwehr, dem Roten Kreuz oder dem Technischen Hilfswerk können sogar vier Punkte verbuchen. Wer bereits seinen Wohnsitz in Weißenhorn hat oder einen Zuschlag für ein Baugebiet im gleichen Ortsteil hat, kann sich ebenfalls vier Punkte gutschreiben lassen. Auswärtige Bürger mit früherem Wohnsitz in Weißenhorn, deren Eltern oder Kinder in der Fuggerstadt leben, erhalten drei Punkte – ebenso Menschen, die nach Weißenhorn ziehen wollen, weil dort ihr Arbeitsplatz ist. Auch Menschen mit schwerer Behinderung können sich zwei Punkte für die Vergabekriterien anrechnen lassen.

Haben mehr Bewerber die gleiche Punktzahl, entscheidet das Los. Doch sollen die Grundstücke nicht zum Spekulationsobjekt für die Erwerber werden: Wird innerhalb von vier Jahren auf dem Gelände nicht gebaut, hat die Stadt ein Rückkaufrecht. Auch muss das Haus mindestens fünf Jahre von den Bauherren bewohnt werden.

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Um die Vergabe der begehrten Bauplätze für einzelne Personen begrenzen zu können, erweiterte die Stadtverwaltung nun das Punktesystem: Bewerber können einen Bauplatz nur dann kaufen, wenn sie in den vergangenen 15 Jahren keinen Bauplatz von der Stadt erworben haben.

Von den Mitgliedern der CSU-Fraktion kam die Frage, ob 15 Jahre ein angemessener Zeitraum sei. Günter Hogrefe erklärte, dass diese Zahl in der Fraktion für längere Diskussionen geführt habe. Doch wolle man die Bestimmung in die „vertrauenswürdigen Hände“ der Stadtverwaltung legen. Kerstin Lutz (CSU) wollte von Bürgermeister Wolfgang Fendt wissen, ob und wie die eingereichten Vergabekriterien kontrolliert werden. Das sei die Aufgabe der Verwaltung, erklärte Fendt. Die Berechtigung der Verwaltung, die geforderten Nachweise einzuholen, haben die Stadträte im Dezember vergangenen Jahres verabschiedet. Für Härtefälle sollen jedoch auch Ausnahmen gemacht werden können, so Fendt. (anbr)

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