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Unterelchingen

28.11.2018

Baustellen reißen Finanzlöcher in Gemeindekasse

Bauarbeiten an den Kanälen belasten die Gemeindekassen.
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Bauarbeiten an den Kanälen belasten die Gemeindekassen.
Bild: Andreas Brücken

Auf der Bürgerversammlung sind die Großprojekte in Elchingen das Hauptthema. Bürger äußern aber auch Kritik - unter anderem am Format der Bürgerversammlung.

Insgesamt 9440 Bürger leben derzeit in der Gemeinde Elchingen. Davon fanden sich jedoch nur rund 50 Interessierte zur jährlichen Bürgerversammlung in die KSV-Halle am Jahnweg ein. Im vergangenen Jahr seien es mehr Teilnehmer gewesen, stellte Bürgermeister Joachim Eisenkolb zur Begrüßung fest. „Vielleicht ist das ein Zeichen dafür, dass es in der Gemeinde gut läuft“, lautete seine Vermutung. Er räumte jedoch ein, dass es nicht mehr einfach sei, die Erwartungen der Bürger zu erfüllen. Denn derzeit laufen viele Großprojekte, die die Gemeindekasse belasten.

Einer der Ausgabenpunkte: Die Kanalarbeiten für Rohre und Leitungen, die vor rund 60 Jahren erstellt wurden. Eine umfangreiche Sanierung sei hier notwendig geworden. Auch der bevorstehende Neubau des Unterelchinger Feuerwehrhauses, sowie die Oberelchinger und Thalfinger Kindergärtenbelasteten die Gemeindekasse. „Deshalb werden wir auch im kommenden Jahr bei den freiwilligen Ausgaben auf die Bremse treten müssen und in Zukunft auf Kredite angewiesen sein“, erklärte Eisenkolb. Mit einer durchschnittlichen ProKopf-Verschuldung von 524 Euro liegt die Gemeinde aber weit unter dem bayerischen Durchschnittswert von 810 Euro.

Lärmschutz an der A8 bei Elchingen: Kombination aus Wall und Wand kommt

Zum Dauerthema Autobahnausbau erklärte Eisenkolb, dass die Gemeindeverwaltung derzeit „auf Standby-Modus“ stehe, weil die Regierung von Schwaben am Planfeststellungsbeschluss arbeite: „Ob der im März, April oder Mai fertig ist, kann ich nicht sagen.“ Fest stehe jedoch, dass der Lärmschutz mit einer Wall-Wandkombination – ähnlich wie sie die Bürgerinitiative und die Rathausfraktionen forderten – umgesetzt wird.

Eine Frage aus den Besucherreihen brachte den Bürgermeister kurzzeitig aus der Ruhe: Johann Wuchenauer forderte erneut ein Tempolimit zur Lärmreduzierung für den Elchinger Autobahnabschnitt. Die Antwort des Rathauschefs: „Sie waren doch beim Erörterungstermin persönlich dabei, als erklärt wurde, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht den erwünschten Effekt erzielen würde.“

Zu Verzögerungen kommt es derzeit, wie Eisenkolb erklärte, bei den Arbeiten vor dem Oberelchinger Klosterportal. Wie berichtet, kamen archäologische Funde unter der Baustelle zu Tage, deren aufwendige Ausgrabungen und Dokumentationen unvorhergesehen lange dauern – und die Kosten für die Baumaßnahme in die Höhe treiben werden.

Schulzentrum in Thalfingen: Im Frühjahr Tag der offenen Tür geplant

Endlich fertig sei dagegen das Schulzentrum in Thalfingen, erklärte der Bürgermeister. Ein Tag der offenen Tür soll im Frühjahr hier stattfinden. Auch die Zukunft des geplanten Bürgerbusses beschäftigte die Besucher. Ein Gutachten über die Machbarkeit wurde bereits in Auftrag gegeben und soll im Frühjahr auf die Tagesordnung der Gemeinderäte kommen, sagte der Rathauschef.

Deutliche Kritik an der Form der Bürgerversammlung äußerte eine Besucherin nach der Rede des Bürgermeisters: „Ich habe den Wunsch nach einer Bürgerversammlung, auf der Bürger sagen dürfen, wo der Schuh drückt.“ Eisenkolb versprach, solche Äußerungen ernst zu nehmen: „Ich versuche in den Bürgerversammlungen, den Bürgern Themen nahezubringen und es gibt mir zu denken, dass das so nicht angenommen wird.“ Das Format dieser Bürgerversammlung habe er so von seinem Vorgänger übernommen, sagte Eisenkolb weiter und versprach, an der Form zu arbeiten. Aber: „Eine Wirtshausrunde soll die Bürgerveranstaltung auch in Zukunft nicht werden.“

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