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Senden

23.01.2020

Begegnung mit zwei Exhibitionisten bringt Mann vor Gericht

Ein 37-Jähriger aus Senden musste sich in Neu-Ulm vor Gericht verantworten.
Foto: Alexander Kaya

Am Waldbaggersee in Senden haben zwei Männer einem 37-Jähriger ihr entblößtes Glied gezeigt. Diese Begegnung brachte den Sendener nun vor Gericht.

Bei einem Badeausflug am Waldbaggersee in Senden ist ein 37-Jährigen im Sommer vergangenen Jahres von zwei Exhibitionisten überrascht worden. Diese unliebsame Begegnung brachte den Mann vor Gericht. Am Mittwoch musste sich der Sendener wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung und Sachbeschädigung in Neu-Ulm verantworten.

Gegenüber Richter Thomas Mayer schilderte der Angeklagte die Situation wie folgt: Als er im Juni vergangenen Jahres nach dem Schwimmen vom Waldbaggersee zurück zum Parkplatz lief, sei er von zwei Exhibitionisten überrascht worden. Ein Mann sei ihm mit entblößtem Glied aus einem Gebüsch entgegen gekommen, ein weiterer sei aus einem Auto ausgestiegen und habe sich ihm ebenfalls nackt gezeigt. „Ich habe gefragt, was das soll – dann sind die beiden weggerannt.“ Daraufhin habe er sich auf sein Motorrad geschwungen und sei mit Vollgas davongefahren.

Der Angeklagte ist drogensüchtig und mehrfach vorbestraft

Das Problem: Durch die durchdrehenden Reifen wurden Steine aufgewirbelt und beschädigten das Auto eines der zwei Exhibitionisten. „Daran hatte ich nicht gedacht, dass Steine fliegen könnten“, sagte der Angeklagte. Der Autobesitzer jedenfalls rief daraufhin die Polizei. Und das wurde dem 37-Jährigen letztlich zum Verhängnis – denn einen gültigen Motorradführerschein besitzt er nicht. Stattdessen hatte er den Polizisten, die wenig später bei ihm aufschlugen, gefälschte Dokumente aus Rumänien vorgelegt. Die habe er im Internet für 2500 Euro gekauft, sagte der Mann vor Gericht: „Ich dachte, der Führerschein und der Ausweis sind echt.“ Doch der Schwindel flog auf.

Zumindest in Sachen Sachbeschädigung könne dem Angeklagten kein vorsätzliches Handeln vorgeworfen werden, sagte Staatsanwalt Daniel Theurer in seinem Plädoyer. Eine Strafe hierfür sei deshalb vom Tisch. Für das Fahren ohne Fahrerlaubnis und die Urkundenfälschung hingegen forderte Theurer eine Geldstrafe in Höhe von 2250 Euro. Dieser Forderung schloss sich Richter Mayer in seinem Urteil an. Auf Rechtsmittel verzichtete der 37-Jährige, das Urteil ist somit rechtskräftig. Gegen die Männer, die ihren Penis gezeigt hatten, wird wegen Exhibtionismus ermittelt.

An den Angeklagten richtete Mayer abschließend mahnende Worte: „Das ist ihre allerletzte Chance.“ Damit meinte der Richter die Lebensumstände des Mannes, der sich demnächst freiwillig in eine Entzugstherapie begeben will. Seit er 17 Jahre alt war, nimmt er Heroin, ist mehrfach, unter anderem wegen Diebstahls, vorbestraft und saß in der Vergangenheit ein Jahr und zehn Monate im Gefängnis.

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