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Vöhringen/Weißenhorn

30.01.2020

Beim Kreisverkehr an der A7 läuft’s nicht rund

Der östliche Kreisverkehr an der Autobahn-Anschlussstelle Vöhringen/Weißenhorn könnte ausgebaut werden, doch ob das wirklich eine sinnvolle Verkehrsentlastung brächte, ist umstritten.
Bild: Alexander Kaya

Plus Der östliche Kreisel an der A7-Anschlussstelle Vöhringen könnte zumindest ein wenig ausgebaut werden. Doch dann droht anderswo mehr Verkehr.

So richtig rund läuft es in den Kreisverkehren an der Autobahnanschlussstelle Vöhringen/ Weißenhorn nicht. Und das könnte auf absehbare Zeit so weiter gehen.

Vor allem während des Berufsverkehrs morgens und abends ist das östliche Rondell in Richtung Weißenhorn ein echtes Nadelöhr. Das staatliche Bauamt Krumbach möchte mit einem sogenannten kleinen Bypass zumindest ein bisschen Entlastung bringen. Mit dieser zusätzlichen Spur könnte der Verkehr besser in Richtung Emershofen oder zur Tankstelle abfließen. Diesen Vorschlag hatte der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Landkreises bereits im vergangenen November mit wenig Begeisterung zur Kenntnis genommen – und auch bei der jüngsten Sitzung am Donnerstag erhob sich Kritik. Zumal der angedachte Umbau nur geringe Verbesserungen bringen soll.

Trotz hoher Kosten ist die Verbesserung der Verkehrssituation fraglich

Der Illertisser Ansgar Batzner (FWG) fürchtet, dass die Emershofer und Tiefenbacher durch solch einen Bypass noch mehr Verkehr abbekommen könnten als ohnehin schon. Er warne vor einer solchen Lösung, sagte er. Der Vöhringer SPD-Mann Ludwig Daikeler, der sich bereits im November skeptisch geäußert hatte, bleibt bei seiner Ablehnung: „Das bringt uns nichts.“ Nur um ein wenig mehr Verkehr nach Emershofen und zur Tankstelle abzuleiten, sei das Geld für den Bau rausgeschmissenes Geld.

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In der Tat kostet der Bypass einiges. Das Bauamt setzt dafür rund 150000 Euro an. Zudem müsste in diesem Bereich noch eine Gasleitung verlegt werden, erklärte Lukas Schäfer von der Krumbacher Behörde. Er glaubt jedoch, solch ein Straßenbauwerk könnte durchaus eine Entlastung bringen, wenn auch keine sehr große, wie er einräumt. Bisher wird die Leistungsfähigkeit des Kreisels mit einer glatten Sechs bewertet, im Behördensprachgebrauch ist das ein „F“. Nach den Worten von Schäfer würde mit dem Bypass ein „E“ erreicht, was aber immer noch einer glatten Fünf entspricht. Allerdings argumentiert das Bauamt, diese geringe Verbesserung käme dem westlichen Kreisel auf der Vöhringer Seite zugute, weil dann der Rückstau in Richtung Weißenhorn geringer ausfalle.

Schäfer hält den Ausbau für eine gute Übergangslösung, denn wenn die Autobahn 7 auf sechs Fahrspuren erweitert wird, dann kommt auch eine weitere Anschlussstelle bei Bellenberg hinzu, was dann zu einer deutlichen Entlastung der Abfahrt Vöhringen/Weißenhorn führe. Allerdings geht bis dahin noch einige Zeit ins Land. Der CSU-Kreisrat Alexander Engelhard setzt rund zehn Jahren an, weshalb er den Bypassvorschlag für akzeptabel hält.

Keine Lösung für Radfahrer

Keine Lösung zeichnet sich allerdings für die Radfahrer ab. In der Novembersitzung hatte der Christsoziale Herbert Pressl auch gefordert, das Bauamt solle sich eine Lösung für die Radler einfallen lassen, denn bisher müssen sie zwischen Vöhringen und Weißenhorn einen alles andere als flachen Umweg über Illerberg nehmen. Das wird sich auch nicht ändern, denn nach den Berechnungen des Bauamts ließe sich die Strecke durchaus um mehr als die Hälfte verkürzen, wenn die Radler neben den Autos ebenfalls über die Brücke an der Anschlussstelle geführt werden. Allerdings müsste für sie sozusagen eine eigene Fahrspur an den bisher viel zu schmalen Überweg „angestückelt“ werden. Ein solches Brückenbauwerk schlage aber mit rund 700000 Euro zu Buche. Das wäre aber nach dem Urteil von Daikeler „rausgeschmissenes Geld“ und ein regelrechter „Schildbürgerstreich“ – zumal im Zeitalter des E-Bikes die Anstiege auf der Umwegstrecke kein Problem mehr darstellen, wie er findet. Angesichts der Kosten sagte dann auch Pressl, das sei keine Lösung. Der Kreisel steht demnächst wieder auf der Tagesordnung des Ausschusses.

Auch der Kreisverkehr am Ortseingang von Weißenhorn stößt morgens und abends an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Ein Bypass in Richtung Freibad käme jedoch teuer, weil dafür ein Brücklein notwendig wäre. Eine Zusatzspur in die Herzog-Georg-Straße könnte nach Schätzung des Bauamts an fehlenden Grundstücken scheitern.

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