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Ulm

13.04.2015

Benzin verabschieden sich von ihren Fans

Vielen Dank Ulm: Benzin-Sänger Sebastian Schwaigert im Roxy.
Bild: Ankner

Zum letzten Mal sind Benzin im Ulmer Roxy aufgetreten. Dabei gab es Überraschungen - für die Band und für die Fans

Für Musiker ist es eine Kunst, den richtigen Zeitpunkt für das Karriereende zu finden. Viele sehen ihn zwar, doch nur wenige schaffen es, ihn zu ergreifen. Stattdessen versuchen sie, so lange wie möglich an ihrer geliebten Musik festzuhalten, auch wenn nur noch die Erinnerung an ihre einstige Stärke bleibt.

Eine Band, die genau das vermeiden wollte, ist Benzin. Als die Musiker mit Blaubeurer Wurzeln bei den Arbeiten für ihr fünftes Album feststellten, es fehle ihnen die Kraft, um weiterhin alles geben zu können, entschied sich die Band um Sänger Sebastian Schwaigert, die Reißleine zu ziehen und aufzuhören. Doch nicht, ohne sich bei den Fans noch einmal gebührend zu verabschieden. Bei den Fans, die sie seit 1996 begleiteten – als sie noch Uncle Benz hießen – und sie seit ihrer Umbenennung 2005 in Benzin verehren. Drei Konzerte sollte es noch einmal geben, in Hamburg, Düsseldorf und in Ulm.

Bei ihrem Abschiedskonzert im Ulmer Roxy am Freitagabend zeigte die Combo, warum die Fans sie so lieben. Innerhalb weniger Sekunden verwandelten Benzin das Roxy in einen Ballermann der Rock-Hymnen: hüpfen, springen, grölen. Ihr Rezept: ein mit einem ordentlichen Organ gesegneter Sänger, laute Gitarren und satte Beats. Doch eines war anders als sonst. Immer wieder schwang eine große Portion Melancholie mit.

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Immer wieder standen den Mitgliedern der Band die Tränen in den Augen und die persönlichen Worte fielen teilweise schwer. „Das ist jetzt keine Phrase, ihr habt uns in unserem Leben geholfen, den ganzen Wahnsinn zu überstehen“, sagte Schwaigert unter tosendem Applaus des beinahe ausverkauften Roxy und fügte hinzu: „Wenn man ein Abschiedskonzert gibt, dann muss das so aussehen.“ Was er damit meinte, waren die Fans, die in den über zwei Stunden nicht aufhörten, ihre Idole zu überraschen. Sei es mit einer Flut an Luftblasen, Konfettiregen oder Leuchtstäben, die das ganze Roxy in ein atemberaubendes Lichtermeer hüllten.

Aber auch die Band überraschte ihre Anhänger. So kamen für das Lied „Punkrock fürs Volk“ aus den Anfangszeiten der Band, ehemalige Bandmitglieder auf die Bühne und spielten in der Urbesetzung von Benzin. Nach zwei Stunden und mehreren Zugaben hieß es dann Abschied nehmen. Ein Moment, den die norddeutsche Band Madsen in ihrem Lied „Im Dunkeln“ so beschreibt: „Der Vorhang zu, das Licht geht aus. Es ist vorbei, das war der letzte Applaus. Ein Blick zurück, dann wird es still. Von niemandem ein Wort, weil niemand etwas sagen will. Denn das ist jetzt der Moment, in dem alles endet und neu beginnt.“

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