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17.06.2017

Beruhigende Skulpturen

Ab Sonntag zeigen Nino Maaskola (links) und Ulrich Okujeni Skulpturen, Grafiken und Malerei in der Ulmer Sebastianskapelle.
Bild: Florian Arnold

Neue Ausstellung in der Sebastianskapelle

„Wir arbeiten nebeneinander, aber nicht im gleichen Raum“ – so beschreibt Bildhauer Nino Maaskola die freundschaftlichen Bande zu Künstlerkollege Ulrich Okujeni, mit dem er die Ausstellung „Terraforming Planet Icecream“ in der Galerie Sebastianskapelle in Ulm bestreitet. Am Sonntag, 18. Juni, wird die Ausstellung eröffnet. Großformatige Metallskulpturen und verspielt-bunte Grafiken und Gemälde – die Schnittmenge findet sich in der Beziehung der Künstler, die schon mehrfach miteinander ausstellten und sich aus dem Studium kennen.

Früher habe es in der künstlerischen Arbeit größere Gemeinsamkeiten gegeben, heute bildeten sie „Pole“ aus, so Maaskola. Maaskola zeigt Aluminiumgüsse, die in der Erde hergestellt wurden. Eine Form wird aus dem Erdreich ausgehoben und mit dem heißen Aluminium gefüllt. Während unten die Legierung abkühlt, fließt von oben heißes Material nach. Eine teilweise organisierte, teilweise zufällige Struktur und Oberfläche entsteht. Der Prozess sorgt für eine heterogene Oberfläche, die mal das Erdreich abbildet, Verwirbelungen des abkühlenden Metalls nachzeichnet und auch einmal Erdreich verbrennt, sodass sich im hellen Metall schwarze Wölkungen ausprägen. „Guss-Choreographie“ nennt der Bildhauer das.

Ruhe, Erdung, Privatheit will Maaskola in seinen Skulpturen ausgedrückt wissen. Im Obergeschoss zeigt er Metallstelen aus Aluminium, Messing und Bronze. Die Platten zeigen eine unvermutete „Buntheit“, formale Strenge wird durch die in Teilen gesteuerten Legierungsprozesse aufgelöst. Lufteinschlüsse bilden Muster aus Vertiefungen und Kreisstrukturen.

Ulrich Okujeni kommt von der Zeichnung. Zwar sieht man in der Ausstellung auch großformatige Malerei, aber auch dort ist die schwarze Umrisslinie bestimmend. Mal werden die narrativen Strukturen mit Buntstift, mal mit Acryl- und Ölfarbe oder mit Aquarell gefüllt. Okujeni erzählt, seine Bilderserien, die sich dem Betrachter fast wie comic-hafte Sequenzen darstellen, sollen nicht als zusammenhängende „Bildergeschichte“ missverstanden werden. Denn hier sind – wie bei Maaskola – Prozesse von Zufall und Steuerung bestimmend. (flx)

Die Ausstellung wird am Sonntag, 18. Juni, um 11 Uhr mit einem Künstlergespräch eröffnet und ist danach bis Sonntag, 16. Juli, zu sehen.

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