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23.09.2012

Beschwingter Zeitsprung

Ihre Begeisterung für die Musik der 50er ist spürbar: Buddy Olly und Moni Francis in Aktion.
Bild: Angela Häusler

Die „Petticoat und Pomade-Show“ bringt den Rock’n’Roll-Sound die 1950er Jahre zurück auf die Bühne.

Rund 200 Zuschauer amüsierten sich am Freitag im Bürgerhaus – und das ganz im Stil der 50er: „Petticoat und Pomade-Show“ nannte sich der spritzige Rock’n’ Roll-Abend, den Moni Francis und Buddy Olly mit der Band „The BeBobs“ gestalteten.

Gut drei Stunden lang ließen die fünf Akteure große Hits der Fünfziger lebendig werden, sowohl musikalisch als auch mithilfe von Erinnerungen, Kostüm und Requisiten. Allen voran Sängerin Moni Francis, die in Strickjacke und Petticoat ebenso wie als sonnenbebrillte Grand Dame in Bleistiftrock und Leopardenmantel eine stilechte Figur abgab. Und auch stimmlich muss sich die Trägerin des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg nicht verstecken, macht sie doch seit Jahren nicht nur als Kabarettistin, sondern auch als Sängerin von sich reden. Eine Schau ebenso Sänger und Liedermacher Buddy Olly, der in Senden ein Heimspiel hatte: Denn der Poet und Liedermacher wurde in Freudenegg groß. So habe er den Rest des Ensembles bereits durch seinen Heimatort geführt, berichtete der Ex-Polizist, „und die Sightseeing-Tour war ziemlich schnell vorbei“. Kein Wunder, denn sein ehemaliges Stammlokal „Domino“ und die „Rotisserie, wo früher die einsamen Herzen hingingen“, haben ihre Pforten geschlossen. Auch ohne Koteletten und Lederjacke würde man Buddy Olly das Rock’n’Roll-Fieber locker abkaufen, und vor allem die wilderen Songs aus dieser Zeit haben es ihm sichtlich angetan.

Von Jerry Lee Lewis bis zu Trude Herr reichte das Repertoire der Musiker, das beim Publikum so manche Erinnerung an frühere Zeiten wach rief. Zwischen Little Richards „Tutti Frutti“, Wanda Jacksons „Let´s have a party“ und deutschsprachigen Hits wie „Kitty Cat“ oder „schöner, fremder Mann“ erinnerten Francis und Olly in amüsanten Moderationen an vergangene Trends: Die Fresswelle, Autokinos, Cola als Verhütungsmethode oder „Bumslokale“, die nicht etwa wegen unzüchtiger Handlungen, sondern wegen der dort gespielten Musik so hießen.

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Richtig in Fahrt kamen Band und Publikum im zweiten Teil des Abends, der mit humorigen Intermezzi aufwartete. Dazu gehörte Moni Francis´ Interpretation des vielfach gecoverten Klassikers „Fever“ auf deutsch, der mit vollem Körpereinsatz des Bassisten Bobby Blue präsentierte Song „High School Confidential“ und auch Buddy Ollys Berichte über witzige Gesetzesformulierungen.

Zu fortgeschrittener Stunde hieß es mitklatschen, mitsingen und tanzen. Mit „Johnny B. Goode“ wurde das Publikum schließlich verabschiedet. Es bedankte sich mit Standing Ovations.

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