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Bauausschuss

21.11.2012

Bessere Aussichten für Mieter in Ulm

Der Bedarf an neuen Wohnungen in Ulm ist groß. Zwar wird viel gebaut, wie hier am Lettenwald in Böfingen, doch günstige Wohnungen sind nach wie vor knapp. Die Stadt Ulm will das in den nächsten Jahren ändern.
Bild: Alexander Kaya

Stadt will nächstes Jahr ein Konzept für mehr günstige Wohnungen vorlegen

Ulm Ulm wächst. Der Bedarf an Wohnungen und Häusern in Ulm nimmt weiter zu. Allein im Jahr 2011 wurden mehr als 400 Wohnungen im Stadtgebiet und in den Ortsteilen fertiggestellt. Doch die Preise haben enorm angezogen. Laut Verwaltung sind die Kaufpreise für neue Eigentumswohnungen in Ulm zwischen 2007 und 2011 um 50 Prozent gestiegen. Die Mieten haben sich im Durchschnitt um zwölf Prozent erhöht. Die Stadt sieht Handlungsbedarf. Bis nächstes Jahr will die Verwaltung ein Konzept erstellen – mit einer Art Quote für bezahlbare Wohnungen.

Der Bauausschuss des Ulmer Gemeinderats hat gestern Abend diesen Vorschlag einstimmig angenommen – nachdem Bürgermeister Alexander Wetzig skeptische Räte von FWG und FDP davon überzeugt hatte, dass damit noch nichts festgezurrt ist, sondern eine Konzeption erst erarbeitet wird („Sie vergeben sich damit nichts“). Ziel: Im Geschosswohnungsbau sollen künftig 20 Prozent der Wohnungen als preisgünstiger Wohnraum zur Miete entstehen. Damit soll verhindert werden, dass in Ulm langfristig nur noch Eigentumswohnungen gebaut werden, die als Renditeobjekte an zahlungskräftige Kunden verkauft werden.

Mittelwert des Mietspiegels als Maßstab

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Als Maßstab für den Begriff „preiswerter Wohnraum“ schlägt die Verwaltung den Mittelwert des Mietspiegels von 2012 vor. Für eine 100 Quadratmeter große Neubauwohnung läge der Mietpreis dann bei 7,51 Euro pro Quadratmeter (Kaltmiete), für eine 50 Quadratmeter große Wohnung bei 8,11 Euro. Derzeit würden in diesem Preissegment nur von der städtischen Tochter UWS und den ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen neue Wohnungen errichtet. Auch die privaten Bauträger sollen nach Auffassung der Stadt aber einen Beitrag leisten. Ein Weg dazu seien privatrechtliche Verpflichtungen auf Grundstücken, ein anderer Vereinbarungen in öffentlich-rechtlichen Verträgen. Details dazu soll die Verwaltung 2013 vorlegen – in der nächsten Fortsetzung der Ulmer Wohnraumdebatte.

Ebenfalls gestern beschlossen: Damit die Innenstadt abends nicht verödet, weil nur noch Gebäude mit Büros und Läden gebaut werden, soll sichergestellt werden, dass auch hier die Mischung stimmt. Auf 20 Prozent der Bruttogeschossfläche sollen in Büro- und Geschäftsgebäuden Wohnungen entstehen. Als positive Beispiele wurden Bauvorhaben am Ehinger Tor, in der Frauenstraße und an der Olgastraße („Wengentor“) genannt.

Ein großes Entwicklungspotenzial sieht die Stadt für die Flächen, auf denen momentan noch die Hindenburgkaserne (am Eselsberg) und die Bleidornkaserne (in der Weststadt) stehen. Im Zuge der Bundeswehrreform werden diese Grundstücke ab 2015 frei. Auch hier könnten preisgünstige Wohnungen gebaut werden. Zu beiden Quartieren ist ein breit angelegter Bürgerdialog geplant. Sowohl die CDU-Fraktion als auch die Grünen machten sich zudem in Anträgen für die Schaffung einer Kontaktstelle „Wohnen in Ulm“ stark, die Bürger auf Wohnungssuche unterstützen soll.

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