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Senden

04.07.2019

Bewährungsstrafe: Betrüger verhökert illegal Hundewelpen

Rottweiler-Welpen sind immer wieder Opfer illegalen Tierhandels, denn die Rassehunde bringen ihren Verkäufern eine Menge Geld.

Ein 35-Jähriger schmuggelte junge Rottweiler aus Griechenland und verkaufte sie in Senden und Umgebung als deutsche Rassehunde. Nun wurde er verurteilt.

Viel zu jung von der Mutter getrennt und in einem sehr schlechten Zustand sollte der kleine Rottweiler an die verdeckten Ermittler verscherbelt werden. Erst vier bis sechs Wochen alt soll der Welpe gewesen sein, als die Sendener Polizei den hilflosen Vierbeiner im Oktober 2017 gerettet hat. Schuld an der schlechten Verfassung des jungen Hundes soll ein Ehepaar verantwortlich gewesen sein. Ihr Motiv: Geld. Und der kleine Rottweiler war nicht das einzige Opfer. Ein 35-jähriger Mann aus Senden musste sich nun wegen vierfachen Betrugs und zweifachem versuchten Betrugs vor dem Neu-Ulmer Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Mayer verantworten. Die 27-jährige Frau des Angeklagten saß wegen Beihilfe mit auf der Anklagebank.

Das Ehepaar habe gewerbsmäßig viel zu junge und ungeimpfte Hunde verkauft, lautete der Vorwurf der Staatsanwaltschaft in der Anklage. Gleich zu Beginn der Verhandlung legte das Paar ein Geständnis ab, das von Verteidiger Daniel Mahler vorgetragen wurde. Sie seien hoch verschuldet und wollten sich an den jungen Tieren finanziell bereichern, sagte der 35-Jährige anschließend selbst. Deshalb boten sie die Tiere unerlaubterweise in einem Internetportal für 850 Euro zum Verkauf an. 2000 bis 5000 Euro koste der reinrassige Nachwuchs in aller Regel – ein Schnäppchen also. Viermal ging der illegale Handel ab September 2017 erfolgreich über die Bühne, zweimal brach der Interessent den Kauf vorzeitig ab. Im Oktober erwischten verdeckte Ermittler das Paar dann auf frischer Tat in einem Schrebergarten in Illerkirchberg. Der kleine Rottweiler wurde nach der vorläufigen Festnahme des Ehepaares in das Tierheim Weißenhorn gebracht, wo er nach wie vor wohnt. Die weiteren Rassehunde leben bis heute bei ihren damaligen Käufern.

Bewährungsstrafe für den illegalen Handel mit Hundewelpen

Der 35-jährige Angeklagte, der in seinem Leben schon neun Mal vor Gericht stand, und seine Frau behaupteten damals, die jungen Rottweiler stammen aus einer deutschen Zucht. In Wahrheit allerdings wurden die Welpen in Griechenland geboren. Auch das gab das Ehepaar vor Gericht zu. Das Problem: Eigentlich dürfen Welpen in Deutschland erst mit acht Wochen abgegeben und geimpft werden. Innerhalb der EU sogar erst mit 15 Wochen. Die Hunde waren laut des Polizisten, der als Zeuge aussagte, allerdings erst vier bis sechs Wochen alt und eine vermeintlich vorgenommene Impfung deshalb unwirksam. Der 35-Jährige bestritt allerdings vehement, dass die Tiere zu jung, nicht geimpft und krank gewesen seien. „Den Tieren hat es an nichts gefehlt, es ging ihnen gut“, sagte er. Er habe originale Impfpässe eines griechischen Tierarztes und Fotos und Videos auf seinem Handy, die das Alter der Welpen belegen.

Ob die Welpen tatsächlich alt genug, geimpft und gesund waren, konnte das Schöffengericht nicht abschließend klären. Bei der Urteilsverkündung sprach Mayer deshalb von einem schwer festzustellenden Schaden. Von gewerbsmäßigem Handel könne nicht die Rede sein, da alles noch in den Kinderschuhe steckte, sagte Mayer. Das Schöffengericht verurteilte den 35-Jährigen letztlich zu acht Monaten auf Bewährung. Zudem muss er 1500 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen. Seine Frau muss 1200 Euro an den Tierschutzverein Weißenhorn überweisen.

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