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Roggenburg

18.06.2018

Bewegende Feier in der Klosterkirche

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Weihbischof Florian Wörner vollzog die Priesterweihe, auch die anderen Geistlichen legten dem Kandidaten die Hände auf.
Bild: Angela Häusler

Pater Joachim Geilich wird zum Priester geweiht und hält am Tag darauf seinen ersten Gottesdienst. Auch in den nächsten Wochen erwarten ihn besondere Ereignisse.

Es war ein besonders festliches Wochenende, das Gläubige, Ordensleute und Gemeinde jetzt in Roggenburg begingen: Priesterweihe und Primiz von Pater Joachim Geilich, der den Roggenburger Prämonstratensern seit 2012 angehört.

Chorherren, Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft, Vertreter der Gemeinde, Vereine sowie Familie und Freunde des Primizianten füllten am Sonntag zum Primizgottesdienst alle Plätze der Klosterkirche. Zur ersten Messe des am Vortag zum Priester geweihten Primizianten zogen Geistliche aus der Region und der Heimatgemeinde Geilichs im Odenwald feierlich ein.

„In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“, diesen Vers aus der Apostelgeschichte hatte sich Geilich als Primizspruch ausgesucht. In seiner Funktion als Priester wolle er den Menschen dabei helfen, ihren eigenen Weg zu Gott zu finden, hatte der 39-Jährige schon zuvor erklärt. Seit Weihnachten 2017 ist Geilich als Diakon in der Pfarreiengemeinschaft Ichenhausen tätig, wo er auch weiterhin arbeiten wird, ab jetzt als Kaplan.

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Schon bei der Priesterweihe am Samstagvormittag waren zahlreiche Kirchgänger und Gäste zugegen. Der Augsburger Weihbischof Florian Wörner spendete während des rund zweistündigen Gottesdienstes das Sakrament. Das geschieht durch Handauflegen und Weihegebet, nachdem der Primiziant am Boden liegend seine Hingabe an Gott und Kirche bekundet und auch Fragen zu seiner Bereitschaft zum Dienst als Priester beantwortet hat. Auch das Anlegen der priesterlichen Gewänder und die Salbung der Hände gehören zum Ritus der Priesterweihe, der mit dem Friedensgruß des Bischofs und der Umarmung des Neupriesters schließt.

Der Weihbischof thematisierte in seiner Predigt, dass das Dasein als Priester „auf dem Boden der Tatsachen“ stattfinde, und nicht etwa hoch hinaus führe. Dazu gehöre, dass sich die Priester nicht von Routine vereinnahmen lassen und ihren geistlichen Weg mithilfe von Gebet und Exerzitien fortsetzen. „Ich freue mich sehr, dass der Ordensgemeinschaft ein neuer Priester geschenkt ist“, sagte Florian Wörner in Roggenburg.

Das Priesteramt machte auch der Primiz-Prediger am Sonntag zum Thema. Stefan Kopp, ein persönlicher Freund Geilichs und Professor für Liturgiewissenschaft in Paderborn, betonte: „Ein Priester ist Priester nicht für sich allein, sondern für die anderen.“ Und er stellte einen Bezug zum Ordensamen des Neupriesters her: Joachim bedeute auf Hebräisch „Gott wird aufrichten“. „Sein Name ist Programm“, sagte Kopp über Pater Joachim, der vor seinem Eintritt ins Kloster Frank hieß.

Pater Joachim habe sich schon in seinem früheren Leben vor allem den Menschen zugewandt, freute sich Klostervorsteher Stefan Kling, nun werde er „aufs Neue in den Dienst am Menschen genommen“. Unter Klings Leitung verliehen Kirchenchor und Orchester dem Gottesdienst auch musikalisch einen beeindruckenden Rahmen.

„Ich bin sehr froh darüber, wie gut alles gelaufen ist“, berichtete der Primiziant nach der Messe, als sich Gemeindemitglieder und Besucher beim Pfarrfest zusammensetzten. Schließlich sei er angesichts der beiden Großereignisse „doch ein bisschen nervös geworden“. Ganz vorbei sind die Feierlichkeiten für ihn noch nicht: Es steht eine Nachprimiz auf dem Programm, am 24. Juni in Ichenhausen. Im Juli feiert er schließlich die Heimatprimiz in Mudau im Odenwald.

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