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Ulm/Neu-Ulm

14.08.2020

Bierlaune - trotz Corona? So läuft das Geschäft der „Kulturbiergärten“

Der Liederkranz zählt zu den Biergärten in Ulm und Neu-Ulm, die ein kulturelles Programm anbieten. Doch wie viel Kultur steckt im "Kulturbiergarten"?
Bild: Oliver Helmstädter

Plus Roxy-"Soundgarten", "Pauls Biergarten" und Liederkranz: Die Kulturbiergärten in Ulm und Neu-Ulm ziehen ihre Zwischenbilanz des Corona-Sommers.

In der Coronakrise entfallen geplante Veranstaltungen, Bühnen in Räumlichkeiten können nicht oder nur teilweise bespielt werden. Dafür aber boomen in diesem Sommer die Kulturbiergärten: Der Mix aus Biertischgeselligkeit und Bühnenerlebnis zieht Publikum an und gibt den Künstlern aus Kultur und Subkultur Auftrittsmöglichkeiten, wobei die Bandbreite zwischen Kultur und Party-event groß ist. Einheitlich jedoch ist eines – die Zufriedenheit der Veranstalter und Betreiber.

Im Roxy-"Soundgarten" achten die Betreiber auf Corona-Maßnahmen

Der „Soundgarten“ beim Ulmer Roxy ist einer der beliebten Kulturtreffpunkte dieses Sommers. Roxy-Geschäftsführer Chris Grupp erlebt den „Soundgarten“ regelmäßig als voll besetzt, wobei man sehr auf das Hygienekonzept achte, betont er. „Die Stimmung im Publikum ist richtig gut, unsere Angebote werden sehr gut angenommen.“ Das Feedback des Publikums zeige: Es ist toll, dass es diese Möglichkeit gibt, auszugehen und in der Biergartenatmosphäre Kultur zu erleben. Wobei es sicher ein „sowohl – als auch“ ist, erklärt Grupp. „Es ist in erster Linie das prächtige Wetter. Die schönen warmen Abende. Das Kulturprogramm schafft die Atmosphäre dazu, den Mehrwert.“ Dass es im „Soundgarten“ sehr diszipliniert ablaufe, trage wohl auch dazu bei, dass man gerne kommt, vermutet der Chef des Kulturzentrums.

Christian Grupp ist der Chef des Roxy, Michael Mutschler (rechts) organisiert das Kulturprogramm im Soundgarten.
Bild: Veronika Lintner

"Pauls Biergarten" in Neu-Ulm lockt mit Jazz und Soul

„Pauls Biergarten“ am Neu-Ulmer Donauufer gibt es noch nicht so lange. Gastronom Michael Freudenberg ist aber „sehr, sehr zufrieden“, und die Idee eines kleinen Weingartens unterhalb des Biergartens, den es noch bis 22. August gibt, finde viel Zustimmung. Gern angenommen werden die Jazz- und Soulangebote der Kulturinitiative jeden Donnerstag. „Ob allerdings mehr die Musik oder mehr das schöne Wetter die Leute zu uns zieht, weiß ich nicht. Wahrscheinlich der Mix aus beidem“, vermutet Freudenberg.

Der Beatles-Stammtisch mit seinen derzeitigen Mitgliedern in Pauls Biergarten in Neu-Ulm: (von links) Brigitte Haug, Gudrun Sander, Karin Probst, Peter Anthony Siegel, Klaus Sander und Michael Haug.
Bild: Stefan Kümmritz

Im Liederkranz arbeiten Indauna und Gleis 44 zusammen

Als „Supererfolg“ bezeichnet Thomas Kienle, Vorsitzender des Vereins Indauna und Ulmer CDU-Fraktionsvorsitzender, den von der Stadt Ulm und vom Land Baden-Württemberg unterstützten Kulturbiergarten in der Friedrichsau. Man könne den auftretenden Künstlern, die sonst derzeit keine Einnahmen hätten, reguläre Gagen bezahlen, und die Besucherzahlen seien sensationell, sagt Kienle.

Der Liederkranz in Ulm zieht vor allem junges Publikum an.
Bild: Oliver Helmstädter

Betreiber Samuel Rettig freut sich, dass die Querfinanzierung für Gleis 44 den 2018 gestarteten Elektroklub in der Schillerstraße in Corona-Zeiten über den Sommer brachte. „Gleis 44 mietet das Gelände als Gastrobetreiber, und wir zahlen einen Teil der Einnahmen an den Verein Indauna und an den Pächter der Teutonia“ erklärt er. Die Wiederbelebung der Friedrichsau als Ort für Kultur geht auf eine Initiative der Sopranistin Oxana Arkaeva zurück, die im grünen Ambiente der Friedrichsau zwei Sommer lang mit Thomas Kienle begonnen hatte, die fürs Publikum manchmal hohe Schwelle zur Kultur abzubauen.

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