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Ulm

08.12.2020

Bis zu fünf pro Woche: E-Scooter werden in Ulm ständig im Wasser versenkt

Wer genau hinsieht, kann den Elektroroller erkennen, der nahe der Buchmillergasse tagelang in der Großen Blau schwamm.
Bild: Alexander Kaya

Plus Der Akku eines E-Scooters in der Blau hielt lange. Ähnliche Fälle gibt es mehrmals pro Woche in Ulm: Die Entsorgungsbetriebe gehen regelmäßig auf Kontrollfahrt.

Immerhin: Der Akku scheint gut zu funktionieren. Und er scheint gut vor Wasser geschützt zu sein. Seit Anfang des Monats lag ein Elektroroller in der Großen Blau. Wer ihn dort versenkt hat, ist unklar. Klar ist aber: Es war kein Einzelfall.

Ein Anwohner hatte das Gefährt unter Wasser entdeckt. Es schwamm unterhalb einer Brücke, die Bleichstraße und Buchmillergasse miteinander verbindet – wenige Hundert Meter westlich der B10, unweit der Schwenk-Villa. Der Anwohner verständigte die Polizei und beobachtete den Status des Rollers in der Bird-App: Tagelang wurde der E-Scooter angezeigt, tagelang blieb also der Akku funktionsfähig.

In Ulm landen wöchentlich E-Scooter im Wasser

Der Betreiber, die Firma Bird aus dem kalifornischen Santa Monica, ließ eine Anfrage unserer Redaktion unbeantwortet. Den Roller fischten letztlich nicht Bird-Mitarbeiter aus dem Fluss, sondern Beschäftigte der Ulmer Entsorgungsbetriebe Ebu. Von außen sind auf den ersten Blick keine größeren Beschädigungen an dem Gefährt zu erkennen. „Wenn etwas im Fluss schwimmt, holen wir es raus und stellen es oben hin“, sagt Roland Bock, stellvertretender Abteilungsleiter bei Ebu, unserer Redaktion. Die Mitarbeiter der Ebu-Abteilung Wasserbau hätten am Montag insgesamt vier Elektroroller aus dem Wasser gezogen: je einen aus der Großen Blau bei der Buchmillergasse und bei der Glöcklerstraße, einen aus der Kleinen Blau beim Autohaus Fricker am Blaubeurer Ring und einen aus dem Kobelgraben auf Höhe des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB).

Der Scooter bei der Buchmillergasse lag nach den Beobachtungen eines Anwohners mindestens eine Woche im Wasser. „Scheinbar ist das die neue Mode“, sagt Ebu-Mann Bock. Vorfälle mit Einkaufswagen oder Verkehrsschildern kenne man dagegen seit Langem, so etwas komme immer wieder vor.

Mitarbeiter von Ebu machen wöchentlich Kontrollfahrten

Ebu-Mitarbeiter machen inzwischen jeden Freitag Kontrollfahrten an den Gewässern. Wöchentlich fische man drei bis fünf E-Scooter heraus, berichtet Roland Bock. Angesichts der Akkus, vermutet er, seien solche Vorfälle für die Umwelt noch problematischer als andere Dinge, die im Wasser versenkt werden.

Bei der Polizei gemeldet werden solche Vorfälle bislang äußerst selten. Ob Elektroroller häufiger in den Flüssen, Bächen und Kanälen Ulms versenkt werden, lasse sich in dem System der Polizei leider nicht recherchieren, berichtet Sprecher Wolfgang Jürgens. Eine Nachfrage bei den beiden Ulmer Polizeirevieren habe aber ergeben, dass dort lediglich jeweils ein Fall in Erinnerung ist.

Ähnlich äußert sich Rainer Türke von den Bürgerdiensten der Stadt Ulm: „Wir haben diesbezüglich wenig Beschwerden.“

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