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Wirtschaft

25.10.2012

Bittere Pillen fehlen derzeit im Regal

Gut bemützt im Reinraum: Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner (links) besichtigte gestern zusammen mit Ratiopharm Geschäftsführer Sven Dethlefs (rechts im Hintergrund) und anderen Mitarbeitern des großen Arbeitgebers das Werk in Ulm.
Bild: Oliver Helmstädter

Was Ivo Gönner bei seinem Besuch bei Ratiopharm gestern präsentiert wurde

Ulm Drei Jahre ist es her, da bangte Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner im Zuge des Zusammenbruchs des Merckle-Imperiums um einen wichtigen Gewerbesteuerzahler und Arbeitgeber. Gestern überzeugte sich das Stadtoberhaupt persönlich bei Ratiopharm Geschäftsführer Sven Dethlefs von einer „guten Entwicklung“, wie Gönner nach einem Firmenrundgang resümierte. Sogar die Stadtkasse profitiere: Denn dem Ulmer Sitz von Ratiopharm und auch Teva Deutschland werde auch die Gewerbesteuer von Firmen angerechnet, die inzwischen im deutsch-israelischen Pharmareich aufgegangenen sind. So wie etwa „CT Arzneimittel“, mit denen laut Detlefs zuletzt ein Umsatz von über 100 Millionen Euro erreicht wurde, der indirekt nun den Ulmer Stadtsäckel füllt.

Auch die deutschen Aktivitäten des Teva-Einkaufs der Firma Cephalon wurden nach Ulm verlegt. Die Zentralisierung auf nur noch zwei Teva-Standorte in Deutschland geht weiter: Die Niederlassung in Frankfurt werde aufgelöst und nach Ulm und (hauptsächlich) Berlin verlagert.

Flexibilität in der Belegschaft durch Rabattverträge

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Gerne hörte Gönner auch, dass die gut 2500 Beschäftigten in Ulm und Weiler einen sicheren Arbeitsplatz hätten. Allerdings betonte Dehlefs, dass die Pharmabranche aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen auf eine besondere Flexibilität nicht verzichten könne. Derzeit würden über 80 Leiharbeiter beschäftigt, deren berufliche Zukunft von Zuschlägen bei Ausschreibungen abhänge. Durch diese Abhängigkeit von Rabattverträgen mit den Krankenkassen sei die Auslastung schwer vorauszusagen. Das Beispiel des jüngsten Engpasses in Bayern an Grippeimpfung habe gezeigt, dass dieses System auch Risiken berge, warnte Detlefs.

Insgesamt 39 Millionen Euro investiert Teva im laufenden Jahr in den Standort. Gönner bekam gestern den jüngsten Baustein davon präsentiert: „Bec 500“, eine neue Verpackungsanlage für 1,5 Millionen Euro. Verpackt wurde darauf ein Medikament mit kyrillischem Aufdruck – sinnbildlich für die Ausweitung der Absatzmärkte von Ratiopharm seit der Übernahme durch Teva.

Die ganz große Investition wird derzeit im Werk in Weiler umgesetzt. Im Heimatort des Ratiopharm-Gründers Adolf Merckle steht bereits der Rohbau für drei neue Produktionslinien für Nasensprays, in die insgesamt 30 Millionen Euro gesteckt werden. Die Einweihung ist für kommendes Jahr geplant.

Viel Lob gab es von Gönner für das Engagement in der Stadt. „Vorbildlich“ sei der Konzern auch unter der Führung von Teva. Wobei Gönner nicht nur den Bereich Basketball, sondern auch das Kultursponsoring etwa für das Ulmer Zelt meinte. Wie Detlefs betonte, stehe das jüngst noch weiter ausgebaute Engagement in Sachen Basketball auf sicherem Fundament. „Da steht keine Diskussion dahinter.“

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