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Böses Spiel im Neu-Ulmer Rathaus

Böses Spiel im Neu-Ulmer Rathaus
Kommentar Von Michael Ruddigkeit
09.01.2020

Plus Im Neu-Ulmer Rathaus ist mehr Wertschätzung gefragt. Das zeigt sich bei den Querelen rund um einen neuen Spitzenposten.

Ob sich Stadtbaudirektor Markus Krämer damit einen Gefallen getan hat? Der amtierende Chef des Fachbereichs Stadtentwicklung, Umwelt und Hochbau hat einen Eilantrag am Verwaltungsgericht Augsburg gestellt und damit die Wahl eines neuen Dezernenten im Neu-Ulmer Rathaus ausgebremst.

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Er wollte Zeit gewinnen, um noch einmal mit den Fraktionen zu sprechen und in eigener Sache zu werben. Dadurch erhofft er sich, bei der Wahl doch noch zum Zug zu kommen, obwohl ihn eine für die Vorauswahl eingesetzte Findungskommission nicht geeignet für den neuen Spitzenposten hält. Die Stadträte sind allerdings nicht an die Empfehlung der Kommission gebunden, insofern kann sich Krämer durchaus noch Hoffnung machen, für weitere sechs Jahre als berufsmäßiges Stadtratsmitglied wirken zu können.

Lesen Sie dazu auch: Neu-Ulmer Stadtbaudirektor kämpft um Spitzenposten

Neu-Ulm ist eine dynamische Stadt, die rasant wächst. Dies bringt extrem große Herausforderungen mit sich. Deshalb ist völlig verständlich und richtig, dass der Stadtrat an der Spitze der Bauverwaltung einen Top-Kandidaten sehen möchte. Das Vorgehen ist allerdings fragwürdig: Als sich Krämer voriges Jahr als einziger Kandidat auf die Ausschreibung bewarb, wurde kurzerhand ein neues Ressort gezimmert und die Stelle erneut ausgeschrieben. Das macht den Eindruck, als wolle eine Mehrheit im Stadtrat den Bauchef um jeden Preis loswerden – angeführt von Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. Dass das Verhältnis zwischen dem OB und Krämer zerrüttet ist, lässt sich regelmäßig in Stadtratssitzungen erleben. Das ist ein Unding: Man darf einen Mitarbeiter nicht regelmäßig in der Öffentlichkeit abkanzeln, auch wenn man ihn nicht mag oder mit dessen Arbeit unzufrieden ist. Egal, wer demnächst neuer Rathauschef wird: Er oder sie muss dringend dafür sorgen, dass künftig ein Klima der Wertschätzung für alle herrscht.

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