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13.07.2010

Boxweltmeister prügelt Illertisser ins Koma

Vitali Tajbert (links) in Aktion: Der Boxweltmeister schlug einen Illertisser krankenhausreif. Foto: dpa
Bild: dpa

Illertissen/Stuttgart Mancher Witz aus der Kategorie "Dumm gelaufen" dreht sich darum, dass sich jemand mit dem Falschen anlegt. Ein junger Mann aus Illertissen hat genau das getan - und es war beileibe kein Witz, sondern ein Streit mit bitteren Folgen. Wladimir O. (23) war am 27. Dezember vergangenen Jahres mit einem Mann aneinandergeraten, der ihn ins Koma prügelte. Dazu genügte offenbar ein einziger Fausthieb an den Kopf. Mit Schlägen verdient der Täter sein Geld: Es war Vitali Tajbert, amtierender Champion im Superfedergewicht.

Warum es zu dem Streit vor der Stuttgarter Disco "The Paris" kam, ist nicht klar. Fest steht nur, dass der alkoholisierte Tajbert den ebenfalls nicht nüchternen Illertisser mit einem Hieb zu Boden schlug. Der junge Mann erlitt schwere Kopfwunden. Mehrere Tage lag er im Koma und musste monatelang stationär behandelt werden. Wie Wladimir O. exklusiv der Bild-Zeitung erzählte, habe er nicht mehr gewusst, "wer und wo ich bin", nachdem er aus dem Koma aufgewacht war. "Meine Eltern hatten ihren Urlaub in Russland abgebrochen, waren schnell an meinem Krankenbett. Gott sei Dank habe ich sie wiedererkannt."

Durch den Faustschlag sei er auf einem Ohr zu 80 Prozent taub, sein Gedächtnisvermögen sei schwer gestört. Warum Tajbert ihn geschlagen hat, weiß er laut Bild nicht mehr.

Der Fall wird vermutlich auch nicht mehr im Detail aufgeklärt werden, denn der in Kasachstan geborene Box-Weltmeister muss vermutlich nicht vor Gericht erscheinen. Wie die Stuttgarter Staatsanwaltschaft bestätigte, wurde gegen Tajbert ein Strafbefehl verhängt. Wegen gefährlicher Körperverletzung soll er zehn Monate Haft auf Bewährung sowie 100 Arbeitsstunden erhalten. Falls er das akzeptiert und innerhalb von zwei Wochen keinen Widerspruch einlegt, erspart er sich eine öffentliche Verhandlung - und das entsprechende Aufsehen in der Öffentlichkeit.

Boxweltmeister prügelt Illertisser ins Koma

Die Staatsanwaltschaft begründete ihr Vorgehen damit, dass Tajbert den Faustschlag zugegeben habe und somit ein Strafbefehl möglich wurde, was die Justiz entlaste. Zudem hat der Weltmeister bereits ein Schmerzensgeld gezahlt - angeblich in fünfstelliger Höhe. Diese Wiedergutmachung sei entscheidend bei der Strafzumessung gewesen.

Tajbert galt in Stuttgart als Vorzeigesportler, denn er hatte sich unter anderem bei einem Boxprojekt für Jugendliche mit Migrationshintergrund engagiert.

Er ist nicht der erste Boxer, der auch außerhalb des Rings das tat, was er am besten kann: schlagen. Halbschwergewichts-Champion und "Knastboxer" Jürgen Brähmer wurde wegen Körperverletzung ebenso verurteilt wie Graciano "Rocky" Rocchigiani.

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