Newsticker

RKI meldet 11.409 neu mit Corona Infizierte
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Britax-Römer verlässt Ulm

Ulm/Leipheim

22.05.2015

Britax-Römer verlässt Ulm

Das geplante Britax Areal mit integrierter Produktion, Lagerhalle und Büroräumen auf gut 18.000 Quadratmeter.

Der traditionsreiche Hersteller von Kindersitzen errichtet in Leipheim ein komplett neues Werk

Ulm Ein Traditionsunternehmen kehrt Ulm den Rücken: Britax, bekannter Hersteller im Bereich Mobilität für Kinder, zieht im Laufe des kommenden Jahres in ein neues Gebäude auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände ins nahe Leipheim (Kreis Günzburg) um. In Ulm gab es offenbar keine geeigneten Flächen. Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner ist nicht erfreut über der Rückzug von Britax. Auf Anfrage ließ er wissen: „Wir haben alles getan, die Firma hier zu halten. Der Stadtentwicklungsverband hat in den vergangenen Jahren mehrere Standorte in Ulm und in Neu-Ulm angeboten, von denen aber leider keiner den Vorstellungen von Britax Römer entsprach.

Der neue Standort bietet die Möglichkeit, die Produktion, das Warenlager und moderne Büroräume auf gut 18000 Quadratmeter zu vereinen und sorgt so für verbesserte Effizienz bei modernsten Rahmenbedingungen. Die Investitionssumme soll sich im mittleren zweistelligen Millionenbereich bewegen, genaue Zahlen werden auf Anfrage nicht genannt.

Als eine der ersten großen Entscheidungen unter Paul Gustavsson, dem neuen Chef der Britax Group Limited, wird der Umzug in einer Pressemittelung Umzug als „ein wichtiger Schritt in die Zukunft“ bezeichnet. Das 1986 erbaute Gebäude an der Blaubeurer Straße wurde in den vergangenen Jahren immer enger und kann inzwischen dem kontinuierlich wachsenden Produktportfolio unter den Marken Britax und Britax Römer und dem damit verbundenen Platzbedarf für Büros, Produktion und Lager nicht mehr standhalten.

Deshalb habe Britax, ein Unternehmen das 1978 aus dem Zusammenschluss des Ulmer Traditionsherstellers Römer und der englischen Britax entstand, bereits vor einigen Monaten begonnen, sich nach einer neuen Adresse umzusehen. „Wir fühlen uns dem Standort Ulm sehr verbunden und haben uns daher intensiv um einen Umzug in die nächste Nähe bemüht“, sagt Paul Gustavsson. Nach umfassender Prüfung habe sich Leipheim in vielerlei Hinsicht perfekt eignet. Stellenkürzungen im Rahmen des Umzugs sind nicht geplant. Die hat die Firma wie bereits gerade hinter sich gebracht: Zuletzt machte das Unternehmen mit 1200 Beschäftigten (davon 400 in Ulm) Schlagzeilen mit Stellenabbau: In Ulm wurde wie berichtet eine von zwei Schichten gestrichen, 34 Kündigungen wurden ausgesprochen und stattdessen fast 100 Leiharbeiter und geringfügig Beschäftigte eingestellt.

Insbesondere durch Mitbewerber, die in Asien billiger produzieren lassen, gerieten die Ulmer unter Druck. Doch die Produktion der Auto-Kindersitze wird mit dem Umzug auch weiterhin in Deutschland bleiben. „Made in Germany“ sei dem Traditionsunternehmen als Qualitätsmerkmal sehr wichtig. Bisher waren die Produktionsinseln über drei verschiedene Stockwerke verteilt.

In den neuen Räumlichkeiten könne die Produktion auf ebenerdigen Flächen stattfinden und dadurch deutlich effizienter ausgerichtet werden. Auch die hausinterne Crashtestanlage, in der Britax die eigenen Auto-Kindersitze für höchste Sicherheitsstandards entwickelt und testet, soll im neuen Gebäude Platz finden. Mit dem Umzug und dem zusätzlichen Platzangebot könne Britax zudem das Warenlager in das Gebäude integrieren und muss nicht mehr auf externe Lager zurückgreifen. Das spare Geld. Das Unternehmen versucht nach eigenen Angaben den Standortwechsel für 380 Mitarbeiter so angenehm und unkompliziert wie möglich zu gestalten. Im Herbst 2015 wird zunächst das Warenlager umziehen und im Herbst 2016 werden der Produktionsbereich und die Büros bezogen werden. Der Baubeginn ist bereits für Anfang Juli 2015 geplant. (heo/hip)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren