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Neu-Ulm

31.01.2020

Bürger von Hausen und Jedelhausen verhindern Umgehungsstraße

Die umstrittene Umfahrung zwischen Jedelhausen und Hausen ist vom Tisch. Stattdessen wird die bestehende Straße ausgebaut.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Der Neu-Ulmer Stadtrat hat sich überzeugen lassen: Der umstrittene Neubau zwischen Hausen und Jedelhausen ist vom Tisch.

Sie waren gut gemeint, kamen bei den Betroffenen aber überhaupt nicht gut an: die Pläne für eine Umgehungsstraße zwischen Hausen und Jedelhausen. Diese hatte der Technische Ausschuss öffentlicher Lebensraum und Verkehr des Neu-Ulmer Stadtrats im Mai vorigen Jahres beschlossen. Dagegen formierte sich bald heftiger Widerstand. Jetzt steht fest: Der Protest der Bürger war erfolgreich. Die Umgehungsstraße ist vom Tisch.

Die Stadt Neu-Ulm hat zwei Varianten untersucht

Die Verwaltung hatte zuletzt zwei Varianten vertiefend untersucht: einen Ausbau der bestehenden Straße zwischen Hausen und Jedelhausen oder einen Aus- und Neubau als Teilumfahrung, also eine Umgehungsstraße. In der jüngsten Sitzung des zuständigen Ausschusses beschlossen die Stadträte einstimmig, nur den Bestandsausbau weiterzuverfolgen. Der Beschluss vom Mai 2019 wurde aufgehoben.

Geplanter Baubeginn ist im Herbst 2021

Dass etwas im Neu-Ulmer Südosten gemacht werden muss, stand für alle Beteiligten außer Frage, da die Gemeindeverbindungsstraße in einem schlechten Zustand ist. Johannes Stingl ( CSU) sprach von einem „Dauerbrenner in der Neu-Ulmer Kommunalpolitik“. Jetzt soll ein Knopf dran gemacht werden. Noch im Februar will die Stadt in Verhandlungen mit Grundstückseigentümern treten, um die noch fehlende Fläche zu erwerben. Im August soll ein Förderantrag bei der Regierung von Schwaben eingereicht werden. Die Gesamtkosten für den Ausbau der Straße werden auf etwa 2,3 Millionen Euro beziffert. Geplanter Baubeginn ist im Herbst 2021, im Jahr darauf die Fertigstellung.

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Gebaut wird auf einer Länge von 720 Metern. Dafür muss die Stadt noch eine Fläche von 7300 Quadratmetern kaufen. Entlang der Verbindungsstraße wird ein 2,50 Meter breiter Geh- und Radweg gebaut. An den Ortseingängen sind Mittelinseln vorgesehen, zur Verkehrsberuhigung und als Querungshilfe für Radler und Fußgänger. An der Einmündung der Von-Halle-Straße in die Kreuzstraße und die Aufheimer Straße wird ein Minikreisverkehr gebaut. Auch der soll zur Verkehrsberuhigung beitragen.

Die Bürger befürchteten mehr Verkehr zwischen Aufheim, Hausen, Jedelhausen und Reutti

Nach Darstellung der Verwaltung hätte die Umgehungsstraße Hausen vollständig vom Durchgangsverkehr entlastet. Dies hätte die Möglichkeit geboten, den Ortskern neu gestalten und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Mit knapp 2,7 Millionen Euro wäre diese Variante aber deutlich teurer gewesen als der Bestandsausbau. Außerdem hätten dafür etwa 5000 Quadratmeter mehr an Fläche verbaut werden müssen. Bürger befürchteten eine deutliche Verkehrszunahme auf der Strecke Aufheim – Hausen – Jedelhausen – Reutti. Laut Prognose für das Jahr 2030 wären es bei der Umgehungsstraße pro Tag etwa 400 Fahrzeuge mehr als heute, beim Bestandsausbau nur 100.

Neu-Ulmer Stadträte loben das Engagement der Bürger

Obwohl ihnen ihr eigener Beschluss von Mai 2019 sozusagen um die Ohren geflogen war, zeigten sich die Stadträte durchweg zufrieden mit dem jetzigen Ergebnis. Für das Engagement der Bürger gab es von allen Seiten Lob. Andreas Schuler (FWG) zeigte sich froh, „dass wir doch noch die Kurve gekriegt haben“. Ulrich Seitz (SPD) fand, dass es sich für die Bürgerschaft gelohnt habe, sich so einzubringen. Dies sei beispielhaft. Gabriele Koch (Grüne) bezeichnete es als erfreulich, dass der Geh- und Radweg gebaut werde und dass weniger Flächen versiegelt würden als mit der ursprünglich geplanten Variante. Johannes Stingl (CSU) zollte den Bürgern Respekt und sprach von einem „sehr guten planerischen Ergebnis“. Siegfried Meßner (PRO) meinte: „Die Bürger haben uns zurückgeholt und mit guten Argumenten eine neue Variante aufgezeigt.“

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