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Senden

20.10.2020

Bürgerversammlung: Senden soll sich trotz Corona verändern

Das Areal um den Bahnhof in Senden soll schöner und praktischer gestaltet werden. Ab dem Jahr 2022 wird der Steg über die Gleise gebaut.
Bild: Alexander Kaya

Plus Auch wenn die finanzielle Lage angespannt ist, sind viele Bauprojekte in Senden unumgänglich. Parkprobleme und das Vermüllen der Stadt sind ebenfalls Themen.

In den kommenden Jahren sind in Senden viele Baumaßnahmen vonnöten, gleichzeitig gibt es auch einige Ideen, wie die Stadt in anderen Bereichen verbessert werden kann. Die Umsetzung dieser Projekte ist aber eng gekoppelt mit der durchaus angespannten finanziellen Lage im städtischen Haushalt. „Wir stehen vor großen finanziellen Herausforderungen“, sagte Sendens Bürgermeisterin, Claudia Schäfer-Rudolf während der Bürgerversammlung eindringlich zu den knapp 40 Besuchern im Bürgerhaus in Senden.

Für das Jahr 2020 sind Investitionen von rund 13,4 Millionen Euro vorgesehen, die wegen der Corona-Krise auf 16,7 Millionen Euro aufgestockt wurden. Mehr Geld werde zum Beispiel für die Vereinsförderung in Form von Sonderzuschüssen oder zum Ausgleich von Ausfällen bei Eintrittsgeldern und Steuereinnahmen benötigt. Ein wesentlicher Investitionsschwerpunkt liege aktuell auf Baumaßnahmen im Bereich der Bildung und Betreuung. „Wir kommen mit Kindergartenplätzen gar nicht hinterher“, erklärte Schäfer-Rudolf und wies auf die geplante Fertigstellung der Kindertagesstätte an der Weberei in Senden im Mai 2021 hin. Das neun Millionen Euro teure Projekt bietet Platz für fünf Kindergarten- und sechs Krippengruppen.

Aufgrund der großen Nachfrage nach Krippenplätzen wurde nachträglich beschlossen, über die vier ursprünglichen Krippengruppen hinaus Raum für zwei weitere Gruppen einzuplanen und zu bauen. Daneben werden die Kindergärten in Ay und Witzighausen erweitert sowie ein Kindergarten in Aufheim geplant. An allen zu Senden gehörenden Grundschulen werde es bis zum Jahr 2024/25 steigende Schülerzahlen geben, so Schäfer-Rudolf weiter, diese Kinder seien ja bereits da, was sich an den steigenden Anzahlen an Kindergarten- oder Krippenkindern zeige. Hierfür müssten ausreichend Kapazitäten geschaffen werden, so die Bürgermeisterin.

Neues Schulzentrum in Senden geplant

Ein Plan umfasst die Gesamtentwicklung des Schulzentrums an der Langen Straße in Senden. Neben dem Neubau der Grundschule, der Lindenhofschule sowie einer Turnhalle mit Parkflächen, sollen auch der Kindergarten Sankt Martin und die Wirtschaftsschule erweitert werden. Mit 28 Millionen Euro sei dieses Projekt jedoch einerseits schwer finanzierbar, aber dennoch nahezu ein Muss, sagte Schäfer-Rudolf. Aber nicht nur für den Bildungsbereich soll in Senden gebaut werden, sondern auch im Wohnsektor. So wurde etwa das Baugebiet am Stadtpark erschlossen, wo 340 neue Wohnungen entstehen werden.

Darüber hinaus soll das Sendener See- und Hallenbad renoviert werden. Das geflieste Außenbecken wird in dem Zuge für knapp zwei Millionen Euro durch ein Edelstahlbecken ersetzt. Im Sommer konnte zudem die Jugendverkehrsschule, unter Leitung der Polizistin Simone Heger, den Betrieb aufnehmen. Im Bahnhofsbereich werden sich in naher Zukunft ebenfalls klare Änderungen ergeben. So soll der Bahnübergang sicherer gemacht, das Bahnhofsumfeld neu gestaltet und ab 2022 der Bahnhofssteg gebaut werden.

Außerdem betonte die Bürgermeisterin, dass die Stadt viel für die Artenvielfalt im öffentlichen Raum tue, etwa in Form des Ersatzes und Neupflanzens von Bäumen. „Wir würden uns über die Unterstützung der Bürger freuen“, so Schäfer-Rudolf, jeder sei zur Teilnahme an der Umgestaltung kleiner Flächen eingeladen. Eine Bürgerin wollte wissen, ob es nicht eine Möglichkeit im Rahmen der ökologischen Umgestaltung Sendens gebe, die Iller wie in Vöhringen zu renaturieren und den Waldsee attraktiver zu gestalten. Die Bürgermeisterin erklärte dazu, dass es bereits Pläne gebe, die Iller nördlich der Illerbrücke erlebbarer zu machen. Die Lage am Waldsee befand sie allerdings als gut, zumal dort schlicht der Platz begrenzt sei.

Parkprobleme machen Bürgern zu schaffen

Zum Abschluss der Veranstaltung brachten noch mehrere Zuschauer Anregungen ein. Es ging vermehrt um Parkprobleme in Senden. Im Speziellen wurde die Parksituation entlang der Straße zum Baggersee kritisiert. Hier sei keine einheitliche Parkordnung vorhanden, so ein Bürger. Zudem habe er genau dieses Problem bereits im vergangenen Jahr eingebracht und es sei keine Veränderungen erkennbar. Schäfer-Rudolf betonte, sie kenne die dortige Situation und habe die Polizei bereits darauf hingewiesen, dort verstärkt zu kontrollieren. Auch eine einheitliche Parkordnung soll kommen.

Eine zweite große Problematik, die ein Zuschauer ansprach, ist das Erscheinungsbild der Stadt Senden. Diese sei dreckig und vermüllt. Er appellierte an die Anwesenden, dass es auf jeden Einzelnen ankomme, die Stadt sauber zu halten. Es liege nicht an der Stadt oder der Anzahl der Mülleimer, sondern an der Mentalität jedes Einzelnen.

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