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Landkreis Neu-Ulm

01.09.2017

Bundesminister besucht Biomühle und Milchviehbetrieb

Christian Schmidt (rechts) im Gespräch mit den Abgeordneten Katrin Albsteiger und Georg Nüßlein (links) sowie Mühlen-Inhaber Alexander Engelhard.
Bild: Alexander Kaya

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt erfährt, was zwei Betriebe in Neu-Ulm und Attenhofen besonders macht. Eine Kuh beeindruckt ihn sehr.

Mit ihren zwölf Jahren ist Lie nicht mehr die Jüngste. Für ihr Alter sieht die „Miss Bayern“, die schon elf Nachkommen zur Welt gebracht hat, aber noch ziemlich gut aus. Natürlich ist hier nicht von einer Frau die Rede, sondern von einem Nutztier. Im Herbst wurde das Prachtexemplar von Bauer Erich Landwehr auf dem Zentrallandwirtschaftsfest in München zur besten Fleckviehkuh im Freistaat gekürt. Und Lie ist nicht nur schön und gesund, sondern auch leistungsfähig.

Beeindruckende Zahlen bekam Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Donnerstag bei einem Besuch auf dem Neu-Ulmer Gurrenhof zu hören. Auf Einladung der hiesigen CSU-Bundestagsabgeordneten Katrin Albsteiger und Georg Nüßlein hat sich der Franke zwei Landwirtschaftsbetriebe im Landkreis angeschaut, die etwas andere Konzepte anwenden und damit Erfolg haben. Auch Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) und die Geschäftsführerin der Gold-Ochsen-Brauerei, Ulrike Freund, haben die Gelegenheit genutzt, den Minister auf dem Gurrenhof persönlich zu treffen. Dort leben unter den 80 Milchkühen und ihren weiblichen Kälbern 20 Tiere, die bei ihrer Lebensleistung schon die Grenze von 100000 Kilogramm Milch überschritten haben. Auch im Mittelwert geben die Kühe von Erich Landwehr deutlich mehr Milch als im bayerischen Durchschnitt, wie Friedrich Wiedenmann vom Fachzentrum Rinderzucht am Landwirtschaftsamt Wertingen berichtete. Anerkennende sagte Schmidt: „Mein Großvater war schon stolz auf 2500 Kilogramm Milch, die seine Kuh gegeben hat.“

Dabei sind es nicht nur gute Gene und Zuchteigenschaften, die die Kühe am Gurrenhof zu Höchstleistungen bringen. „Wir haben das Glück, dass die Tiere draußen weiden können“, sagte Landwehr. Gesunde Nahrungsmittel, gesunde Kühe, gesunde Jungtiere: Wenn dieser Kreislauf unterbrochen ist, dann gibt es Probleme – so die Philosophie des Bauern. Für Nüßlein ist der Hof ein Paradebeispiel für einen landwirtschaftlichen Betrieb an der Schnittstelle Stadt/Land.

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Nach einem kurzen Gespräch mit Landwirten aus dem Landkreis fuhr der Bundesminister weiter zur Engelhardmühle in Attenhofen. Seit 1413 befindet sie sich in Besitz der Familie Engelhard. Damit ist sie nach eigenen Angaben der älteste Familienbetrieb der ganzen Region. Seit 2002 verarbeitet sie regionales Biogetreide zu Mehlen und Schroten. Doch die Engelhardmühle hat sich auch für neue Geschäftszweige geöffnet – ein Pferdehof ist angeschlossen, zudem vermietet die Familie einen großen Saal für Veranstaltungen. „Den Sommer über haben wir jeden Samstag eine Hochzeit“, erzählte Inhaber Alexander Engelhard.

Der Minister berichtete von der großen Nachfrage nach Bio-Produkten. „Damit werden in Deutschland jährlich zehn Milliarden Euro umgesetzt“, sagte er. Dabei sei es für hiesige Agrarbetriebe heute schwierig, sich erfolgreich am Markt zu behaupten. Denn in dieser wirtschaftlich prosperierenden Region müssten sie sich mit anderen Gewerbetreibenden arrangieren, fügte Schmidt hinzu.

Billiger werden landwirtschaftliche Erzeugnisse in Zukunft nicht werden, kündigte er an. Aber dass Verbraucher bereitwillig auch höhere Preise bezahlen, wertet er als Zeichen dafür, dass Qualität geschätzt wird. Als Beispiel nannte Schmidt den Butterpreis, der seit dem Vorjahr deutlich angestiegen ist.

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