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Vöhringen/Weißenhorn

30.03.2015

Bypass gegen den Verkehrsinfarkt

Wer abends über die A7 nach Vöhringen oder Weißenhorn fährt, kennt das Schauspiel nur zu gut: Die Fahrzeuge stauen sich nicht nur auf der Abfahrtsspur in Richtung Norden, sondern auch auf dem Standstreifen.
Bild: Roland Furthmair (Archiv)

Wie die Anschlussstelle entlastet werden soll

Wer abends über die A7 nach Vöhringen oder Weißenhorn fährt, kennt das Schauspiel nur zu gut: Die Fahrzeuge stauen sich nicht nur auf der Abfahrtsspur in Richtung Norden, sondern auch auf dem Standstreifen. Mancher versucht, den Weg nach Hause etwas zu beschleunigen, indem er versucht, sich mit zuweilen hanebüchenen Manövern in die Schlange zu drängen. Kurz: Wer sich auf den Feierabend freut, muss sich an diesem Nadelöhr erst einmal mit Geduld wappnen und manchmal seinen Ärger über die anderen Autofahrer hinunterschlucken.

Die Ausfahrt „stößt an die Grenze der Belastbarkeit“, sagte Landrat Thorsten Freudenberger kürzlich im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Kreistags. „Dort kommt es häufiger zu gefährlichen Situationen.“ Das sei nicht mehr länger hinnehmbar. Abhilfe ist in Sicht, dazu trug der Ausschuss jetzt das Seine bei, aber Wünsche bleiben offen.

Das Staatliche Bauamt plant, den Kreisverkehr auf der Westseite – also in Richtung Vöhringen – um einen sogenannten Bypass zu ergänzen. Das bedeutet, der Verkehr in Richtung Weißenhorn müsste nicht mehr vor dem Kreisel anhalten, sondern würde seitlich daran vorbei geführt. Eine entsprechende Maßnahme wurde jetzt einstimmig in das Investitionsprogramm des Landkreises aufgenommen. Sie soll noch dieses Jahr umgesetzt werden. Während der Ausbau im Westen bereits auf den Weg gebracht ist, steht noch nicht fest, wann der Kreisel in Richtung Weißenhorn nachgearbeitet wird. Dort müsste auch etwas getan werden, sagte Freudenberger.

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Dass nun zumindest im Westen etwas passiert, fand Alexander Engelhard (CSU) aus Weißenhorn begrüßenswert: „Jeder, der die Ausfahrt kennt, weiß, dass dringender Handlungsbedarf besteht.“ Allerdings will es seine Fraktion dabei nicht belassen. Sie bemängelt, dass über die Autobahn kein Geh- und Radweg führt. Spaziergänger oder Velo-Fahrer müssen einen kräftigen Umweg in Kauf nehmen, um unter der A7 hindurch zu kommen. Engelhard: „Das macht halt keiner.“

Das bestätigte sein Fraktionskollege Herbert Pressl ganz entschieden. Er empfindet es als „Schildbürgerstreich“, wenn nicht auch noch etwas für die Radler und Wanderer gebaut werde, die man „quer durchs Gelände führt“. Vor allem nachts werde „widerrechtlich“ die Brücke in Anspruch genommen, vor allem, seit es den Autohof auf der Ostseite der Anschlussstelle gibt. Seiner Ansicht nach ließe sich durchaus ein entsprechender Streifen schaffen, damit auch Fußgänger und Radfahrer sicher die Brücke benutzen können: „Ich bitte Sie dringend, das aufzugreifen, sonst bewegt sich in den nächsten zehn Jahren nichts mehr“, sagte er in Richtung von Bastian Wufka vom Staatlichen Bauamt in Krumbach. Dass der Wunsch nach einem entsprechenden Überweg bestehe, „höre ich zum ersten Mal“, sagte dieser. So etwas umzusetzen werde schwierig, denn für den Kreiselausbau seien die Arbeiten bereits ausgeschrieben und vergeben. „Wir wollten doch heuer im Herbst bauen.“ Einen Geh- und Radweg einzuschieben sei schwierig, nicht zuletzt wegen der dafür erforderlichen Grundstücke. Er fürchtete, es könnte nicht so leicht werden, die Flächen zu bekommen, denn gerade am Kreisel in Richtung Weißenhorn würde der Weg recht nahe an den Autohof heranrücken.

Landrat Freudenberger bat um Geduld, denn erst einmal müsse das Staatliche Bauamt schauen, ob sich solch eine Ergänzung im Wegenetz überhaupt umsetzen lasse. Dennoch werde der Wunsch aus der CSU aufgenommen und der Krumbacher Behörde der Auftrag erteilt, die Möglichkeit entsprechend zu prüfen. Damit waren die Ausschussmitglieder einverstanden. (hip)

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