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28.01.2019

CSU Senden will solide Arbeit statt Showbühne 

Die Fraktionschefs (von links) Walter Wörtz, Claudia Schäfer-Rudolf, Ortsvereinsvorsitzender Theodor Walder, Zweiter Bürgermeister Josef Ölberger und Landrat Thorsten Freudenberger beim Jahresempfang der Sendener CSU.
Bild: Angela Häusler

Die Christsozialen setzen beim Neujahrsempfang zahlreiche Seitenhiebe gegen den Bürgermeister. Einen Gegenkandidaten wollen sie aber noch nicht benennen.

Vorausschauende Kommunalpolitik statt großem Bohei: Das kündigte CSU-Fraktionschefin Claudia Schäfer-Rudolf beim Jahresempfang der Sendener Christsozialen an. Einen Bürgermeisterkandidaten will die CSU aber noch nicht benennen – erst im Frühsommer soll es so weit sein. „Wir wollen keine 14 Monate Wahlkampf machen“, begründete der Ortsvorsitzende Theodor Walder die vorläufige Zurückhaltung. Der Ortsverband wolle sich die nötige Zeit für die Kandidatensuche nehmen. Erst Anfang Januar hatte die CSU, gemeinsam mit allen anderen Stadtratsfraktionen, bekanntlich erklärt, den amtierenden Rathauschef Raphael Bögge nicht mehr zu nominieren.

Die CSU stehe für „Verantwortungsbewusstsein, Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit“, sagte Walder. „Sprunghaftigkeit ist nicht unser Ideal“, ergänzte er und verwies auf das Pferd im nordrhein-westfälischen Landeswappen – ein Seitenhieb in Richtung des gebürtigen Westfalen Bögge, der vor Kurzem aus der CSU ausgetreten ist. Fraktionschefin Schäfer-Rudolf hielt Bögge, zumindest indirekt, Effekthascherei vor: Die CSU wolle Projekte auch beenden, anstatt sie nur „mit großem Bohei“ zu beginnen. „Senden ist keine Showbühne“, sagte sie, es gehe in der Kommunalpolitik nicht um Facebook-Likes, Follower und Fotos, sondern „um ehrliche und solide Arbeit, um Mut, offene Ohren und Herz“.

Der Nuxit wäre auch für Senden teuer

Daher wolle die CSU nun sehr genau schauen, was diese Stadt verkraften kann, wenn es um weiteres Wachstum gehe. In den nächsten Jahren sei durch neue Wohngebiete mit einem Bevölkerungsanstieg auf 25000 Einwohner zu rechnen, sagte Schäfer-Rudolf. Dafür müssten entsprechende Strukturen von Kita-Plätzen bis zum Verkehr geschaffen werden. Im Auge behalten will die Partei aber auch die steigenden Kosten und nicht zuletzt müsse die Stadt auf einen eventuellen Nuxit vorbereitet werden. Der nämlich käme auch Senden teuer, würde die Kreisumlage um 600.000 Euro jährlich ansteigen lassen, wie die Fraktionschefin sagte. Neben den Investitionen in die Bildungseinrichtungen sei jetzt der erste Schritt in Richtung „Mobilitätsdrehschreibe“ am Bahnhof gemacht. Urheber dieser Entwicklung sei allerdings „nicht der Bürgermeister“ gewesen, ergänzte Schäfer-Rudolf.

Die Bedeutung des Bahnhofumbaus und der engeren Verzahnung des öffentlichen Nahverkehrs in der Region betonte auch CSU-Landrat Thorsten Freudenberger. Die Diskussion ums Müllheizkraftwerk Weißenhorn habe nun vor allem Fakten nötig, sagte er außerdem, sämtliche Messwerte müssten daher transparent gemacht werden. Die Schlagzeilen bezüglich des Klinik-Defizits und des Nuxit dominierten zwar die aktuelle Diskussion, doch Bildung, Mobilität und Umweltschutz seien jetzt Schlüsselthemen im Kreis, ergänzte Freudenberger.

Der Ortsvorsitzende Walder bedauerte, dass in Senden der von einigen Eltern initiierte Naturspielplatz nicht verwirklicht werden konnte. Es sei aber wünschenswert, dass sich so engagierte Menschen „unabhängig von Einzelprojekten“ aktiv an der Fortentwicklung des Gemeinwesens beteiligen, indem sie in der Lokalpolitik mitwirken. Schließlich hält die CSU derzeit Ausschau nach 30 Kandidaten für ihre Stadtratsliste, „Männer und Frauen auch ohne Parteibuch, die sich einbringen wollen“ seien willkommen.

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