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Neu-Ulm

10.02.2015

Café-Besitzer prellt Finanzamt

Symbolbild
Bild: Alexander Kaya

Der ehemalige Betreiber einer bekannten Bar in der Neu-Ulmer Innenstadt stand am Dienstag vor Gericht.

Für den 38-jährigen Angeklagten ist ein Lebenstraum geplatzt. Ein Café zu leiten, war sein größter Wunsch, der im Frühjahr 2012 in Erfüllung ging: Der Burlafinger kündigte seinen bisherigen Job und übernahm eine Bar in der Innenstadt. Aus dem Segen wurde ein Fluch mit hohen Schulden und einer 1500-Euro-Geldstrafe, die ihm am Dienstag das Amtsgericht Neu-Ulm aufgebrummt hat.

„Eigentlich hätten sie beste Voraussetzungen gehabt, ein Café zu betreiben“, sagte Richter Thomas Mayer zum Angeklagten, der gelernter Koch ist und danach eine Ausbildung zum Lebensmittelkontrolleur gemacht hat. Doch unter anderem eine hartnäckige Verletzung am Bein vor vier Jahren hätte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er verschuldete sich, und bezahlte schließlich im Jahr 2013 die Sozialversicherungsbeiträge von zwei Mitarbeitern nicht an die Kassen. Daher musste er sich nun wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt verantworten. Insgesamt 7600 Euro Schaden sind dadurch entstanden. Eine ziemlich kleine Summe verglichen mit dem Schuldenberg des Angeklagten: 270000 Euro war er im Minus. Daher meldete er im Oktober 2013 Privatinsolvenz an.

Richter Mayer kürzte die Verhandlung ab, da der Angeklagte bereits im November vergangenen Jahres im selben Fall eine Aussage vor Gericht machte. Damals musste sich der Kumpel des Gerlenhofers wegen des gleichen Vorwurfs verantworten, da er unter seiner Ägide die Bar mitbetrieb. Er wurde aber freigesprochen – unter anderem auch wegen der Aussage des gestern Angeklagten, der die Schuld auf sich nahm. Weitere Ausführungen zum Fall gab es am Dienstag vor Gericht nicht.

Die Forderungen von Staatsanwältin und Verteidiger waren gleich dem Urteil: Daher muss der Gerlenhofer 50 Tagessätze à 30 Euro büßen. (kat)

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